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Typisierung soll nicht nur Martin helfen

IMMENDINGEN - Martin Stahl hat Knochenkrebs. Noch hilft die Chemotherapie. Sein Vater, der Hattinger Josef Stahl, hat eine Typisierungsaktion am 2.

Am Freitag feiert Martin seinen 13. Geburtstag in Niederbayern, sein Vater Josef Stahl, der seit zehn Jahren Berufssoldat in Immendingen ist, wird bei ihm sein. Keine Selbstverständlichkeit: In den vergangenen Jahren war der Kontakt zwischen Vater und Sohn nicht so, wie man es sich vorstellt: die Beziehung zwischen Josef Stahl und Martins Mutter zerbrach, "es ging nicht im Frieden auseinander", sagt Stahl. Doch die Krankheit seines Sohnes habe Mutter und Vater alles vergessen lassen: "Was jetzt zählt ist, dass unser Sohn wieder gesund wird."

Josef Stahl, Systeminstandsetzungsfeldwebel in der Panzerpionierkompanie 550 in der Immendinger Kaserne, ist ein sozial engagierter Mann und das nicht erst seit der Diagnose der Krankheit seines Sohnes: Seit 30 Jahren ist er Blutspender, seit 20 Jahren hat er einen Organspendeausweis und seit zehn Jahren auch schon einen Knochenmarkspendeausweis. Nicht zuletzt deswegen hat er den Kontakt zu der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern gesucht, um eine Typisierungsaktion zu starten, über die potentielle Knochenmarkspender gesucht werden. "Es geht schließlich um Menschenleben."

Und weil diese Untersuchung natürlich auch Geld kostet, bittet Stahl um Spenden. Allein bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Immendingen kamen fast 500 Euro zusammen. Auch sein Kamerad, Mirco Voigt, hilft: Voigt ist nebenberuflich stellvertretender Chef der Sicherheitsfirma Swat Security, die in den kommenden Wochen für Sicherheit bei Fasnetsveranstaltungen in der Region sorgt - auch hier wird um Spenden gebeten. "Der Zuspruch aus der Kaserne ist enorm. Oberleutnant Joachim Hutt hat mir etwa geholfen, die Spendendosen zu gestalten. Nach Dienstschluss." Und auch die Gemeinde Immendingen hilft --mit der kostenlosen Überlassung der Donauhalle für die Typisierungsaktion.

Stahl ist überwältigt von der allgegenwärtigen Unterstützung: "Es heißt immer: Wir leben in einer kalten, unmenschlichen Zeit. Aber wenn es drauf ankommt, erfährt man dennoch sehr viel Unterstützung", ist er überzeugt. Die Soldaten fragen an, ob es denn neben der Typisierungsaktion am 2. Februar einen zweiten Termin gibt, weil ausgerechnet an jenem Tag zwei Züge auf Übung sind. Und die Sanitäter der Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne mit ihrer Ärztin haben sich für den 2. Februar schon frei genommen, um bei der Typisierungsaktion dabei zu sein.

Hilfe von vielen Seiten

All das hilft dem Vater sehr, gibt ihm Kraft, um seinem Sohn Kraft zu geben, was nicht immer leicht sei: "Vor kurzem hatte Martin auch noch eine Lungenentzündung. Als der Pfarrer bei ihm vorbeikam, den hat er weggeschickt. Der Junge ist vom Glauben abgefallen. Er wirkt psychisch sehr niedergeschlagen." Das Warum macht nicht nur dem Jungen zu schaffen, auch der Vater fragt danach, macht sich Vorwürfe, wenngleich er weiß: Die Krankheit seines Sohnes ist "eine Laune der Natur". Momentan aber überwiegt die Hoffnung, dass Martin wieder gesund wird - auch ohne eine Knochenmarkspende. Auf die dritte Chemotherapie hat der 13-Jährige jedenfalls gut angesprochen.

Nachgefragt

(Erschienen: 21.01.2009 00:06)

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