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Südtiroler Schulen haben Vorbildfunktion

MECKENBEUREN / sz "Südtiroler Kinder schneiden bei der PISA-Studie besser ab als deutsche - wie kann das sein?" Diese Frage war für Ausbilder des Seminars für Didaktik und Lehrerbildung für Grund- und Hauptschulen in Meckenbeu-ren der Anstoß, um eine Woche nach Südtirol zu fahren und das dortige Schulsystem zu erkunden. In Augenschein genommen wurde laut einer Mitteilung des Seminars die deutschsprachige Schule Südtirols, die ihre Kinder bis zum achten Schuljahr gemeinsam unterrichtet. Die zweite Pisa-Studie von 2004 zähle diese Schulen - anders als das dreigliedrige Schulsystem Baden-Württembergs - zum internationalen Spitzenfeld.

In Augenschein genommen wurde laut einer Mitteilung des Seminars die deutschsprachige Schule Südtirols, die ihre Kinder bis zum achten Schuljahr gemeinsam unterrichtet. Die zweite Pisa-Studie von 2004 zähle diese Schulen - anders als das dreigliedrige Schulsystem Baden-Württembergs - zum internationalen Spitzenfeld.

Direktor Josef Watschinger vom Schulverbund Welsberg führte die Kollegen aus Deutschland, unter denen sich als Gäste auch Rektoren und Lehrerinnen aus dem Seminarbezirk befanden, in die Besonderheiten des Südtiroler Schulsystems ein: Mehrere Grundschulen schicken nach Abschluss der 5. Klasse ihre Abgänger an eine zentrale Mittelschule. Hier werden neue Klassen gebildet und alle Kinder nochmals drei Jahre lang gemeinsam unterrichtet, bevor sie an verschiedene Oberschulen und Berufsfachschulen wechseln. So könnten vielfältige Stütz- und Fördermaßnahmen und schulbezirksinterne Fortbildungen organisiert werden.

Diese Ausführungen begutachteten die Pädagogen aus Deutschland bei Besuchen einer Grundschule und einer Mittelschule in Bruneck in der Praxis. Beeindruckend für die Oberschwaben sei die angenehme Atmosphäre in den Schulhäusern gewesen, heißt es im Bericht. "Gemeinsam lernen die Schüler miteinander und voneinander und werden durch moderne methodische Formen des Unterrichtens ihrem Leistungsstand entsprechend im Klassenverband gefördert. Auch Kinder mit Behinderungen besuchen in Italien die Regelschule, um eine bestmögliche Integration zu erzielen", ist man auf deutscher Seite begeistert. Die Zuweisung von sonderpädagogischen Fachkräften an die Schulen sei beispielhaft.

Einen entscheidenden Unterschied zum gegliederten deutschen Schulsystem liege darin, dass sich in Südtirol keine Schule die Frage stellen dürfte, ob sie die richtigen Schüler habe, so das Meckenbeurer Seminar für Didaktik. "Jede Schule ist für den Bildungserfolg ihrer Schüler verantwortlich. Sie kann sie nicht an eine andere Schulform abgeben."

Weitere Besuche sind geplant

Bei einer Infoveranstaltung stellte Lehrerin Ingrid Mair Selbstlernpakete vor, die sie im Auftrag ihres Schulverbandes erstellt. Von ihrer Arbeit profitierten die Kollegen vor Ort ganz direkt, heißt es im Pressetext. Die Schüler übten sich darin, sich selbstständig und entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit Sachverhalte zu erarbeiten und diese zu präsentieren. Ein Besuch der Lehrerbildungsabteilung der Universität Brixen schloss das Besuchsprogramm ab.

Der Arbeitsbesuch in Südtirol war die zweite Reise im Rahmen der pädagogischen Exkursionen des Meckenbeurer Seminars. Im vergangenen Jahr wurden Schulen in Schweden besucht. Das Fortbildungselement soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

(Erschienen: 15.04.2008 10:02)

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