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So schüchtert ein Konzern die Menschen ein

BAD SAULGAU - "Monsanto mit Gift und Genen" heißt der arte-TV-Dokumentarfilm, der rund 60 Besucher ins evangelische Gemeindehaus lockte. Anhand jahrelanger intensiver Recherchen ist es Filmemacherin Monique Robin gelungen, das aggressive Geschäftsgebaren des multinationalen Biotechnologie-Konzerns Monsanto ungeschönt aufzuzeigen. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen zahllose Interviews rund um den Globus - mit ehemaligen Monsanto-Mitarbeitern, Forschern, Landwirten und Regierungsvertretern.

Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen zahllose Interviews rund um den Globus - mit ehemaligen Monsanto-Mitarbeitern, Forschern, Landwirten und Regierungsvertretern.

Der milliardenschwere Erfolg des börsennotierten Weltunternehmens - rund 90 Prozent aller weltweit verkauften genmanipulierten Saaten stammen von ihm - an zahlreichen Faktoren festmachen: Weltweit beste Beziehungen zu Regierungsbehörden, die Besetzung entscheidender politischer Positionen in Behörden und Wissenschaft, das Zurückhalten oder Vertuschen von Forschungsergebnissen, massives Einschüchtern Andersdenkender. Über Patente sichert sich der Konzern weit reichende Zugriffsrechte auf die Lebensmittel-Produktion weltweit. Man kann sich dem Eindruck nicht verwehren, dass es dem Multikonzern darum geht, die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle zu bringen.

Die Gespräche mit Kleinbauern in Paraguay erschrecken, so wie die Zerstörung der bäuerlichen Vielfalt. Die Menschen sind gezwungen, in die Städte abzuwandern - und sich "aus den Mülleimern zu ernähren, statt von ihren eigenen Feldern mit ihrem eigenen Saatgut". "Ab morgen wird an der päpstlichen Akademie der Wissenschaft im Vatikanstaat eine Studienwoche zum Thema transgene Pflanzen abgehalten", sagt Landwirt Werner Lettmaier, der von den Organisatoren geladen wurde. Dass diese Veranstaltung von der Firma Monsanto organisiert wurde, lässt nicht nur das Mitglied des Aktionsbündnisses "Gentechnikfreie Anbauregion Bodensee-Allgäu-Oberschwaben" ratlos zurück.

Lettmaier berichtet von einem Langzeit-Fütterungsversuch an der TU München. Dessen Ergebnis: Die Fütterung von Kühen mit gentechnisch verändertem Mais verändert die Milch nicht. "Dass während der Versuchsphase die Hälfte der Kühe wegen Krankheit ausgetauscht wurde und die Versuchsleitung dem Monsanto-Sprecher oblag, ist den wenigsten bekannt", so Lettmaier.

BUND-Regionalgeschäftsführerin Rita Strieckmann informierte über eine Aktion des Umweltverbands, in der anhand einer Unterschriftenliste der größte Lebensmittelhersteller Edeka aufgefordert werden soll, seine Eigenmarken mit dem Label "gentechnikfrei" zu kennzeichnen. "Damit geraten alle anderen Supermarktketten in Zugzwang", sie Rita Strieckmann.

(Erschienen: 18.05.2009 06:05)

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