Schüler nehmen Handys unter die Lupe
Von unserer Redakteurin Hildegard Nagler
Der Fragebogen wurde von Klasse 9 erstellt, die Auswertung der von 83 Schülern anonym beantworteten Fragen übernahm Klasse 8. Die Ergebnisse: Mehr als die Hälfte der Hauptschüler hat keine Möglichkeit, Videos über Handy zu empfangen. 14 Schülerinnen und Schüler haben angekreuzt, auf ihrem Handy Gewaltvideos/Sexfilme geladen zu haben. Viele Schüler schauen auch auf den Handys der Freunde Video-Filme an. "Prügelfilme" sind dabei am beliebtesten. Die überwiegende Mehrheit der FAMS-Jugendlichen entscheidet sich aber für "andere" Filme. Bei der Beschaffung von verbotenen Filmen sind mit rund 55 Prozent Freunde die erste Quelle gefolgt vom Internet mit rund 35 Prozent. Nur wenige Befragte gaben an, auch selbst Filme zu versenden. Und: 81 Prozent der Eltern wissen nicht, dass auf den Handys ihrer Kinder Gewaltfilme gespeichert sind.
Laut Umfrage, so Konrektorin Margreth Vogtherr, sind Gewaltvideos und Sexfilme bei den Mädchen kein Thema. Offenbar handle es sich eher um ein Jungenproblem, wie auch Gewalt eher ein Jungenproblem sei. Ein weiteres Ergebnis: Die Schüler schauen sich sehr viel mehr Gewaltvideos an, als auf Handys gespeichert sind.
Pro und Contra Handy-Verbot
Vogtherr sagt, sie habe die Schüler gefragt, wie man überhaupt ein Video auf ein Handy lade. Die Schüler hätten ihr sofort erklärt, wie das funktioniere. Was die Konrektorin vermuten lässt: "Auch wenn die Befragung anonym war, halten die jungen Leute ihre Kenntnisse eher unter Verschluss."
Trotz allem schätzt die Konrektorin, dass Gewaltvideos und Sexfilme und Gewalt überhaupt an der Langenargener Schule eher kein Problem sind: "Es gibt viele Gespräche zwischen Lehrern und Schülern. Zudem ist es uns wichtig, Gewalt an der Wurzel zu unterbinden."
P.S.: Schülerinnen und Schüler können sich derzeit an der Schule zu den Umfrageergebnissen äußern. Auf einer Litfasssäule können sie --ebenfalls anonym --ihre Meinung kundtun. Gegen ein Handy-Verbot haben sich 20 ausgesprochen, beispielsweise mit der Begründung: "Weil es egal ist, ob man Gewalt auf dem Handy oder im TV sieht" oder: "Weil man es in der Schule ausmachen kann." Für ein Handy-Verbot votieren bisher neun Schüler. Eine Begründung: "Weil viele Jugendliche nur SMSen schreiben und Musik hören."}
Pro und Contra Handy-Verbot: Schülerinnen und Schüler der Franz-Anton-Maulbertsch-Schule in Langenargen wollten voneinander wissen, wie sie ihr Handy nutzen. Die Umfrageergebnisse können sie derzeit anonym kommentieren. SZ-Fotos: Hildegard Nagler
(Erschienen: 29.05.2006 00:15)
Von unserer Redakteurin Hildegard Nagler
Der Fragebogen wurde von Klasse 9 erstellt, die Auswertung der von 83 Schülern anonym beantworteten Fragen übernahm Klasse 8. Die Ergebnisse: Mehr als die Hälfte der Hauptschüler hat keine Möglichkeit, Videos über Handy zu empfangen. 14 Schülerinnen und Schüler haben angekreuzt, auf ihrem Handy Gewaltvideos/Sexfilme geladen zu haben. Viele Schüler schauen auch auf den Handys der Freunde Video-Filme an. "Prügelfilme" sind dabei am beliebtesten. Die überwiegende Mehrheit der FAMS-Jugendlichen entscheidet sich aber für "andere" Filme. Bei der Beschaffung von verbotenen Filmen sind mit rund 55 Prozent Freunde die erste Quelle gefolgt vom Internet mit rund 35 Prozent. Nur wenige Befragte gaben an, auch selbst Filme zu versenden. Und: 81 Prozent der Eltern wissen nicht, dass auf den Handys ihrer Kinder Gewaltfilme gespeichert sind.
Laut Umfrage, so Konrektorin Margreth Vogtherr, sind Gewaltvideos und Sexfilme bei den Mädchen kein Thema. Offenbar handle es sich eher um ein Jungenproblem, wie auch Gewalt eher ein Jungenproblem sei. Ein weiteres Ergebnis: Die Schüler schauen sich sehr viel mehr Gewaltvideos an, als auf Handys gespeichert sind.
Pro und Contra Handy-Verbot
Vogtherr sagt, sie habe die Schüler gefragt, wie man überhaupt ein Video auf ein Handy lade. Die Schüler hätten ihr sofort erklärt, wie das funktioniere. Was die Konrektorin vermuten lässt: "Auch wenn die Befragung anonym war, halten die jungen Leute ihre Kenntnisse eher unter Verschluss."
Trotz allem schätzt die Konrektorin, dass Gewaltvideos und Sexfilme und Gewalt überhaupt an der Langenargener Schule eher kein Problem sind: "Es gibt viele Gespräche zwischen Lehrern und Schülern. Zudem ist es uns wichtig, Gewalt an der Wurzel zu unterbinden."
P.S.: Schülerinnen und Schüler können sich derzeit an der Schule zu den Umfrageergebnissen äußern. Auf einer Litfasssäule können sie --ebenfalls anonym --ihre Meinung kundtun. Gegen ein Handy-Verbot haben sich 20 ausgesprochen, beispielsweise mit der Begründung: "Weil es egal ist, ob man Gewalt auf dem Handy oder im TV sieht" oder: "Weil man es in der Schule ausmachen kann." Für ein Handy-Verbot votieren bisher neun Schüler. Eine Begründung: "Weil viele Jugendliche nur SMSen schreiben und Musik hören."}
Pro und Contra Handy-Verbot: Schülerinnen und Schüler der Franz-Anton-Maulbertsch-Schule in Langenargen wollten voneinander wissen, wie sie ihr Handy nutzen. Die Umfrageergebnisse können sie derzeit anonym kommentieren. SZ-Fotos: Hildegard Nagler
(Erschienen: 29.05.2006 00:15)
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