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Schlaganfall kann jeden treffen

ELLWANGEN / sj Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Am „Tag des Schlaganfalls“, am Montag, 10. Mai, laden die Selbsthilfegruppe Knospe, die AOK Ostwürttemberg, die Stadt Ellwangen und der Arbeitskreis Selbsthilfe der Sankt-Anna-Virngrund-Klinik zu einem Informationsabend ein, Beginn 19 Uhr..

„Ein Schlaganfall verändert alles – und das oft lebenslang.“ Die „Med & More“-Veranstaltung in der Krankenpflegeschule der Sankt-Anna-Virngrund-Klinik will laut Klaus Köder von der Kontakt- und Informationsstelle für gesundheitliche Selbsthilfegruppen der AOK Ostwürttemberg Patienten Hoffnung und Perspektive geben: „Wir wollen vor allem die Eigeninitiative des Betroffenen ansprechen.“ Betroffene sollten ihre Krankheitsbewältigung ernsthaft in Angriff nehmen.

„Ich war Krankenschwester. Mit 39 Jahren hatte ich einen Schlaganfall.“ Hermine Gutmair (49) aus Heidenheim lag nach ihrem Schlaganfall 24 Stunden in ihrer Wohnung, bis man sie fand und in die Klinik brachte. Drei Wochen war die rechtsseitig Gelähmte im Heidenheimer Krankenhaus, die meiste Zeit im Rollstuhl, anschließend war sie drei Monate auf Reha in Gerlingen. Ein halbes Jahr lang konnte die Frau nichts anderes sagen als „esso-esso“. Gehen konnte sie nur mithilfe eines Stockes. Sie lernte, links zu schreiben. Vor sieben Jahren machte sie den Führerschein neu, ihr Auto wurde umgerüstet. Ihren Haushalt versorgt Hermine Gutmair weitgehend allein. Als Schlaganfall-/Aphasie-Betroffene gibt sie beim Patienten-Infoabend der Ellwanger Logopädin Maria Becker ein Interview: „Wie ich meine Sprache wieder fand!“

Jede Minute zählt

Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen, Sehstörungen und Persönlichkeitsveränderungen sind mögliche Folgen eines Schlaganfalls. Das Sprechen und das Verstehen von Sprache sind verändert, auch das Erkennen von Gegenständen und ihrer Funktion ist oft gestört. Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. „Unter den Schlaganfallbetroffenen bin ich ein Glückskind“, sagt der Ellwanger Horst Reuss, Jahrgang 1936, bei dem man von seinem Schlaganfall so gut wie gar nichts mehr merkt. „Mein Glück war: Es war ein Werktag. Meine Frau hat sofort den Arzt erreichen können, und der Hausarzt hat sich richtig verhalten.“ Man sollte lieber ein Mal mehr den Notarzt rufen als ein Mal zu wenig, sagt er. Reuss ist wie Fritz Persy Mitglied der Selbsthilfegruppe Knospe, beide berichten am Montag. Weitere Referenten sind Dr. med. Johannes Zundler, Chefarzt der Inneren, und Ergotherapeut Alfred Beyer.

(Erschienen: 04.05.2010 18:35)

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