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Schimmel gefährdet die Gesundheit

LINDAU / mb Heizzeit ist Schimmelzeit. Durch falsches Heizen und Lüften steigt insbesondere in alten Wohnungen die Gefahr von Schimmelbefall. Und der erhöht vor allem bei Kindern die Anfälligkeit für eine ganze Reihe von Krankheiten.

Kinderarzt Harald Tegtmeyer hat seit Jahr und Tag immer wieder mit Erkrankungen zu tun, die durch Schimmel hervorgerufen sind. In der Regel sind das Allergien, die entweder durch Schimmelstaub oder Schimmelsporen selbst entstehen. Oder aber auch durch Staubmilben, die sich von Schimmelpilzen ernähren, vermehren und massenweise auftreten. In der Regel lösen die Pilze oder die Milben dann Allergien aus, die durch die gestiegene Umweltbelastung ohnehin befördert werden. Diese können sich dann in anhaltendem Schnupfen, Augenreizung, chronischem Husten bis hin zu Asthma oder sogar akuter Atemnot ausdrücken.

Tegtmeyer kommt zu dem Schluss, dass Hausschimmel "ein dringliches Problem für die Gesundheit von Kindern" sei. Er ruft dazu auf, solche Beschwerden ernst zu nehmen, selbst wenn kein Schimmel zu sehen ist. Denn er kann sich auch unter Holzverkleidungen, Tapeten oder hinter Möbeln bilden. Wo Schimmel ist, sollten keine Kinderbetten stehen, fordert er. Und aus ärztlicher Sicht bleibt oft nichts anderes als die umfassende Sanierung. Dass diese vor allem in billigeren Wohnungen oft nicht möglich sei oder schlicht der Wille und das Geld für die Sanierung fehle, führe unterm Strich dazu, dass Kinder, deren Eltern wenig verdienen, öfter krank werden.

Architekt Cord Erber, der sich intensiv mit baubiologischen Fragestellungen befasst, nennt mehrere Gründe für den gestiegenen Schimmelbefall. Grundsätzlich habe sich die durchschnittliche Raumtemperatur in den vergangenen Jahren erhöht. Das führe dazu, dass sich an besonders kalten Stellen in der Wohnung besonders leicht Kondenswasser bildet. Das wird noch erleichtert durch Bausünden, die bis vor 20 Jahren noch gang und gäbe waren. Sogenannte Kältebrücken, die etwa entstehen wenn sich ein Balkonboden ohne Isolierung direkt in einer Decke, beziehungsweise einem Fußboden in einer Wohnung fortsetzt, sorgen für typische Schimmelecken. Hinzu kommt, dass moderne und nachträglich eingebaute Fenster weitgehend luftdicht schließen, was die Luftfeuchtigkeit weiter erhöht.

Das Bundesumweltamt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in einem Dreipersonenhaushalt pro Tag zwischen sechs und 14 Kilo Wasserdampf freigesetzt werden.

Lüften hilft

Erste Maßnahme zur Schimmelvorbeugung ist daher nach wie vor gutes Lüften. Und dabei helfe vor allem Stoßlüften, das heißt, alle Fenster kurz auf und nach ein paar Minuten wieder zu. Ein gekipptes Fenster bringe nichts. Erber stellt jedoch auch fest, dass die heutigen Lebensgewohnheiten, wo eine Wohnung oft während des gesamten Arbeitstages leersteht, das regelmäßige Lüften schwierig machen. Eine weitere Möglichkeit seien Lüftungsgeräte, die für einen regelmäßigen und kontrollierten Luftaustausch sorgen können. Diese seien in verschiedenen Ausführungen auf dem Markt (etwa auch mit einer ökologisch sinnvollen Wärmerückgewinnung) und ließen sich in der Regel ohne große Probleme einsetzen. Nach oben ist der Katalog der Antischimmelmaßnahmen dann natürlich weitgehend offen. Isolierung, Vermeidung von Wärmebrücken, Umzug in ein nach modernen baubiologischen Erkenntnissen gebautes Haus.

(Erschienen: 14.11.2008 00:07)

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