Ruhestand heißt nicht Stillstand
Dieter Merz kommt der Name des madagassischen Staatspräsidenten, Marc Ravalomanana, so flüssig über die Lippen wie unsereinem der Name von Bürgermeister Johannes Häfele. Der Präsident von Madagaskar weilt derzeit zu einem Staatsbesuch in Deutschland. Nach den gestrigen politischen Gesprächen in Berlin ist er heute bei der Handelskammer in Hamburg zu Gast. Dort wird wohl auch die Arbeit von Dieter Merz im Dienst des "Senior Experten Service" (SES) ein Thema sein. Denn die Handelskammer hatte vor drei Jahren im afrikanischen Inselstaat die Initiative für eine Reform des beruflichen Schulwesens eingeleitet. Das berufliche System der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich soll durch das duale deutsche System ersetzt werden, bei dem sich die Ausbildung an Berufsschulen und die Ausbildung in Betrieben ergänzen.
Dafür benötigen madagassischer Staat und Handelskammer Experten, die stellte ihnen der SES zur Verfügung. Einer von acht ist Dieter Merz, zuständig für das Berufsbild des Mechatronikers - ein Mix aus Kfz-Mechaniker und -elektriker. Ausgangspunkt für die Reise nach Madagaskar und durch viele andere Länder der Erde war Bad Saulgau. Beim Autohaus Schmid, heute Autohaus Hofmann, absolvierte Dieter Merz die Lehre als Kfz-Mechaniker. 1962 legte er die Meisterprüfung ab. Für die Vorgängerorganisation der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ging er schon in jungen Jahren zum ersten Auslandseinsatz nach Tunesien, wo er Landrover und Opel "Kapitäne" in Sanitätsfahrzeuge umbaute. Seither hat er für ein Sägewerk in Afghanistan eine Kfz-Werkstatt eingerichtet, in Sri Lanka Maschinen für den örtlichen Ackerbau entwickelt und ein Forst- und Veterinärprojekt in Somalia umgesetzt. Was er früher im Dienst der GTZ tat, tut er heute ehrenamtlich für die SES. Dass er so lange rund um die Welt im Einsatz bleibt, hätte er früher kaum gedacht. Eine Tanzpartnerin hatte ihn an seinem 30. Geburtstag in Afghanistan gefragt, wie lange er "das" noch machen wolle. "Noch bis 40 reicht der Elan", anwortete er.
Fit ohne Ende
Der Elan reichte viel länger, weiß er heute. Wer den 69-Jährigen heute das Gleiche fragt, bekommt ein Lachen zur Antwort: "Noch fühle ich mich körperlich und geistig fit". Der Senior-Experte möchte auch anderen fitten Senioren Lust auf den Einsatz in der großen weiten Welt machen. "Man braucht Neugier, Leidenschaft, das Verständnis des Ehepartners und die Bereitschaft auf Annehmlichkeiten zu verzichten", fasst er zusammen. Doch wer wagt, der gewinnt: "Das wirkt wie ein Jungbrunnen." Und deshalb düst er in Sachen Berufsausbildung am Montag wieder für drei Monate nach Madagaskar, in Begleitung seiner Frau, einer Biologin. Diesmal erwartet das Ehepaar der Süden des Landes.
(Erschienen: 20.04.2007 00:07)
Dieter Merz kommt der Name des madagassischen Staatspräsidenten, Marc Ravalomanana, so flüssig über die Lippen wie unsereinem der Name von Bürgermeister Johannes Häfele. Der Präsident von Madagaskar weilt derzeit zu einem Staatsbesuch in Deutschland. Nach den gestrigen politischen Gesprächen in Berlin ist er heute bei der Handelskammer in Hamburg zu Gast. Dort wird wohl auch die Arbeit von Dieter Merz im Dienst des "Senior Experten Service" (SES) ein Thema sein. Denn die Handelskammer hatte vor drei Jahren im afrikanischen Inselstaat die Initiative für eine Reform des beruflichen Schulwesens eingeleitet. Das berufliche System der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich soll durch das duale deutsche System ersetzt werden, bei dem sich die Ausbildung an Berufsschulen und die Ausbildung in Betrieben ergänzen.
Dafür benötigen madagassischer Staat und Handelskammer Experten, die stellte ihnen der SES zur Verfügung. Einer von acht ist Dieter Merz, zuständig für das Berufsbild des Mechatronikers - ein Mix aus Kfz-Mechaniker und -elektriker. Ausgangspunkt für die Reise nach Madagaskar und durch viele andere Länder der Erde war Bad Saulgau. Beim Autohaus Schmid, heute Autohaus Hofmann, absolvierte Dieter Merz die Lehre als Kfz-Mechaniker. 1962 legte er die Meisterprüfung ab. Für die Vorgängerorganisation der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ging er schon in jungen Jahren zum ersten Auslandseinsatz nach Tunesien, wo er Landrover und Opel "Kapitäne" in Sanitätsfahrzeuge umbaute. Seither hat er für ein Sägewerk in Afghanistan eine Kfz-Werkstatt eingerichtet, in Sri Lanka Maschinen für den örtlichen Ackerbau entwickelt und ein Forst- und Veterinärprojekt in Somalia umgesetzt. Was er früher im Dienst der GTZ tat, tut er heute ehrenamtlich für die SES. Dass er so lange rund um die Welt im Einsatz bleibt, hätte er früher kaum gedacht. Eine Tanzpartnerin hatte ihn an seinem 30. Geburtstag in Afghanistan gefragt, wie lange er "das" noch machen wolle. "Noch bis 40 reicht der Elan", anwortete er.
Fit ohne Ende
Der Elan reichte viel länger, weiß er heute. Wer den 69-Jährigen heute das Gleiche fragt, bekommt ein Lachen zur Antwort: "Noch fühle ich mich körperlich und geistig fit". Der Senior-Experte möchte auch anderen fitten Senioren Lust auf den Einsatz in der großen weiten Welt machen. "Man braucht Neugier, Leidenschaft, das Verständnis des Ehepartners und die Bereitschaft auf Annehmlichkeiten zu verzichten", fasst er zusammen. Doch wer wagt, der gewinnt: "Das wirkt wie ein Jungbrunnen." Und deshalb düst er in Sachen Berufsausbildung am Montag wieder für drei Monate nach Madagaskar, in Begleitung seiner Frau, einer Biologin. Diesmal erwartet das Ehepaar der Süden des Landes.
(Erschienen: 20.04.2007 00:07)
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(Edward - Heute um 17:34 Uhr)





























































