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Rosenberger wollen aufklären Bei Demos soll"s nicht bleiben

ROSENBERG - In Rosenberg wächst der Widerstand gegen Rechts. Das wurde beim Vortrag von Michael Distel im "Hirsch" deutlich. Die Bürger wollen außer den Demonstrationen gegen die Nazis in Hohenberg weitere Zeichen setzen und Flugblätter verteilen sowie in Schulen und Betrieben aufklären.

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Thannheimer

"Das Goldene Kreuz ist de facto die größte Naziimmobilie in Süddeutschland", sagte Michael Distel. Er studiert an der Universität Mannheim Politikwissenschaft und forscht über Rechtsradikale. Zu seinem Vortrag waren rund 100 Zuhörer gekommen.

"Wir müssen dieses Krebsgeschwür beseitigen", forderte ein Mann aus Hohenberg. Der Neonazi Andreas Thierry hatte im vergangenen Jahr das alte Gasthaus ersteigert und sich offiziell als Bürger von Rosenberg angemeldet. In dem Gebäude sollen ein Versandbüro und Lagerräume zum Vertrieb von Medien eingerichtet werden. Lars Käppler, Ex-Vorsitzender der rechtsextremen Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft (BDVG) soll inzwischen seinen Umzug nach Hohenberg vorbereiten (wir berichteten). Er ist der Herausgeber der Zeitschrift "Volk in Bewegung", die Distel als Hetzschrift bezeichnete. Er las Auszüge aus "Volk in Bewegung" vor, in denen beispielsweise gefordert wurde, dass in Deutschland keine Farbigen geduldet werden dürften.

Gasthof als Kaderschmiede

Distel wurde von der Kreisvereinigung Schwäbisch-Hall der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Ñ Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) eingeladen, um über die nationalsozialistische Ideologie der beiden Neonazis Thierry und Käppler zu informieren. Thierry leitet laut Distel seit 1999 das "Amt für weltanschauliche Schulungen der NPD". Käppler sei im vergangen Jahr aus der BDVG ausgetreten, um aus der Schusslinie zu geraten. Inzwischen habe er die Bürgerinitiative "Für ein besseres Deutschland" gegründet, sagte Distel. Er vertrat die Ansicht, dass das Goldene Kreuz in Hohenberg als "Kaderschmiede" dienen solle.

Die Kundgebungen am 7. und 9. April könnten nur der Anfang sein, betonten einige Bürger bei der Diskussion. Die Rosenberger wollen Flugblätter verteilen, in Schulen und Betrieben Aufklärungsarbeit leisten. Sie hoffen, dass sie möglichst viele Menschen bei der Demonstration unterstützen. "Wir können nicht nur mit 100 Leuten demonstrieren", sagte ein Familienvater, der nicht zulassen will, dass das "Goldene Kreuz" zur Schulungsstätte für Rechte wird.

Dörverden als Beispiel

Als gutes Beispiel dient die kleine Gemeinde Dörverden bei Bremen. Dort hat der rechtsextreme Hamburger Rechtsanwalt Jürgen Rieger das Gelände der ehemalige Standortverwaltung gekauft, um von dort aus sein rassistisches Gedankengut zu vertreiben. Doch die Einwohner wehren sich: die Einzelhändler verkaufen an den Neonazi keine Lebensmittel mehr, die Stadt will an der Stelle eine Grünfläche erschließen, berichtete Distel.

(Erschienen: 17.03.2005 00:19)

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