Reha-Klinik wirbt mit dem Schwerpunkt Seniorenmedizin
"Das Stephanuswerk ist Rehabilitationsklinik", betont der ärztliche Leiter Dr. Clemens Müller und fügt hinzu:"Wir verstehen uns schwerpunktmäßig als Anbieter für Seniorenmedizin". Ältere Patienten sollen durch rehabilitative Therapieformen wieder fit für den Alltag gemacht werden, um Pflegebedürftigkeit so lang wie möglich zu vermeiden. Im Mittelpunkt dieser Seniorenmedizin stehen neurologische Erkrankungen, vor allem Schlaganfälle, und Erkrankungen des Bewegungsapparates, etwa nach dem Einsetzen künstlicher Hüft- und Kniegelenke.
Ganz wichtig ist dem ärztlichen Leiter das, was heute ganzheitlicher Ansatz genannt wird, im Stephanuswerk aber schon seit Zeiten des Versehrtenheimes so gehandhabt wird: Den Menschen insgesamt zu sehen, ihm Hilfe bei all seinen Sorgen und Nöten zu bieten. "Dies ist der besondere Auftrag der Diakonie", ergänzt Anton Drescher, freizeitpädagogischer Leiter des Stephanuswerks, einer Einrichtung der Evangelischen Heimstiftung.
60 Betten stehen bereit
Auf dem weiten, barrierefreien Gelände hat man die berufsvorbereitende und medizinische Rehabilitation seit den 70-er Jahren kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt. Heute stehen 60 Betten bereit, 25 für die Geriatrie, 35 für allgemeine Rehabilitation mit neurologischem Schwerpunkt. 21 bis 22 Tage bleiben die Patienten im Durchschnitt, die meisten kommen aus der Region. "Besonders für ältere Patienten ist eine wohnortnahe Behandlung wichtig", sagt Dr. Müller.
Und, ergänzt der Neurologe und Facharzt für klinische Geriatrie, "man muss gerade bei älteren Menschen immer über das Fachgebiet hinausschauen". Deshalb kümmern sich Ärzte verschiedener Fachgruppen gemeinsam mit Psychologen interdisziplinär um "multimorbide" Patienten. Ähnlich wie bei Hüft- und Knieoperationen strebt das Stephanuswerk auch bei Schlaganfallpatienten eine enge Kooperation mit der Oberschwabenklinik in Isny an. "Wir hoffen, bei der Vernetzung zur Versorgung neurologisch Kranker im nächsten Jahr voran zu kommen", zeigt sich Müller zuversichtlich.
Weniger optimistisch stimmt den Mediziner die Entwicklung der Geriatrie in Baden-Württemberg. "Wir haben landesweit rückläufige Reha-Zahlen bei einer zunehmenden Zahl älterer Menschen".Ein vernünftiges und von der Politik gefordertes Konzept werde hier wieder in Frage gestellt, und das, obwohl der Anteil der Reha-Ausgaben der Krankenkassen "unter zwei Prozent" liege. In anderen Bundesländern sei dieser Trend übrigens nicht zu beobachten, fügt Dr. Clemens Müller an.
Mehr psychische Erkrankungen
Was die medizinisch-berufliche Rehabilitation angeht, die vornehmlich jüngere Menschen betrifft, so gehe die Zahl der Unfallopfer zurück - nicht zuletzt dank verbesserter Sicherheitssysteme in Autos und am Arbeitsplatz. Dagegen nehmen psychische Erkrankungen vor allem jüngerer Menschen deutlich zu, beobachtet man im Stephanuswerk. Immer mehr Patienten seien dadurch aus dem Berufsleben herausgefallen. Ihnen soll unter anderem durch psychologische Betreuung geholfen werden, ergänzend zu den übrigen Therapieangeboten.
(Erschienen: 15.12.2006 00:07)
"Das Stephanuswerk ist Rehabilitationsklinik", betont der ärztliche Leiter Dr. Clemens Müller und fügt hinzu:"Wir verstehen uns schwerpunktmäßig als Anbieter für Seniorenmedizin". Ältere Patienten sollen durch rehabilitative Therapieformen wieder fit für den Alltag gemacht werden, um Pflegebedürftigkeit so lang wie möglich zu vermeiden. Im Mittelpunkt dieser Seniorenmedizin stehen neurologische Erkrankungen, vor allem Schlaganfälle, und Erkrankungen des Bewegungsapparates, etwa nach dem Einsetzen künstlicher Hüft- und Kniegelenke.
Ganz wichtig ist dem ärztlichen Leiter das, was heute ganzheitlicher Ansatz genannt wird, im Stephanuswerk aber schon seit Zeiten des Versehrtenheimes so gehandhabt wird: Den Menschen insgesamt zu sehen, ihm Hilfe bei all seinen Sorgen und Nöten zu bieten. "Dies ist der besondere Auftrag der Diakonie", ergänzt Anton Drescher, freizeitpädagogischer Leiter des Stephanuswerks, einer Einrichtung der Evangelischen Heimstiftung.
60 Betten stehen bereit
Auf dem weiten, barrierefreien Gelände hat man die berufsvorbereitende und medizinische Rehabilitation seit den 70-er Jahren kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt. Heute stehen 60 Betten bereit, 25 für die Geriatrie, 35 für allgemeine Rehabilitation mit neurologischem Schwerpunkt. 21 bis 22 Tage bleiben die Patienten im Durchschnitt, die meisten kommen aus der Region. "Besonders für ältere Patienten ist eine wohnortnahe Behandlung wichtig", sagt Dr. Müller.
Und, ergänzt der Neurologe und Facharzt für klinische Geriatrie, "man muss gerade bei älteren Menschen immer über das Fachgebiet hinausschauen". Deshalb kümmern sich Ärzte verschiedener Fachgruppen gemeinsam mit Psychologen interdisziplinär um "multimorbide" Patienten. Ähnlich wie bei Hüft- und Knieoperationen strebt das Stephanuswerk auch bei Schlaganfallpatienten eine enge Kooperation mit der Oberschwabenklinik in Isny an. "Wir hoffen, bei der Vernetzung zur Versorgung neurologisch Kranker im nächsten Jahr voran zu kommen", zeigt sich Müller zuversichtlich.
Weniger optimistisch stimmt den Mediziner die Entwicklung der Geriatrie in Baden-Württemberg. "Wir haben landesweit rückläufige Reha-Zahlen bei einer zunehmenden Zahl älterer Menschen".Ein vernünftiges und von der Politik gefordertes Konzept werde hier wieder in Frage gestellt, und das, obwohl der Anteil der Reha-Ausgaben der Krankenkassen "unter zwei Prozent" liege. In anderen Bundesländern sei dieser Trend übrigens nicht zu beobachten, fügt Dr. Clemens Müller an.
Mehr psychische Erkrankungen
Was die medizinisch-berufliche Rehabilitation angeht, die vornehmlich jüngere Menschen betrifft, so gehe die Zahl der Unfallopfer zurück - nicht zuletzt dank verbesserter Sicherheitssysteme in Autos und am Arbeitsplatz. Dagegen nehmen psychische Erkrankungen vor allem jüngerer Menschen deutlich zu, beobachtet man im Stephanuswerk. Immer mehr Patienten seien dadurch aus dem Berufsleben herausgefallen. Ihnen soll unter anderem durch psychologische Betreuung geholfen werden, ergänzend zu den übrigen Therapieangeboten.
(Erschienen: 15.12.2006 00:07)
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