Radsport hat als Zugpferd ausgedient
"Es ist auch nicht gelungen, ein überzeugendes Radsportevent für die historische Altstadt als Ersatz für das erfolgreiche Altstadtkriterium zu entwickeln", sagte Karlheinz Beck, Leiter des Amtes für Schule, Jugend, Sport. Das Organisationskomitee, bestehend aus Vertretern der Stadt Ravensburg, der Messe Friedrichshafen und des Sportes, hatte geprüft, ein BMX-Event oder ein Mountainbike-Rennen in der Innenstadt durchzuführen.
"Wir haben Experten eingeladen, Ideen zu entwickeln", sagte Rolf Engler, der Vorsitzende des Sportverbandes Ravensburg. Aber "artistische Veranstaltungen", wie etwa ein BMX-Rad-Event in einer so genannten Half-Pipe passten nicht zur Sportstadt Ravensburg. Auch ein Mountainbike-Hindernis-Rennen vom Obertor zum Marienplatz hinunter war laut Engler angedacht, aber "aufgrund von logistischen Problemen" nicht durchführbar gewesen. "Nach genauer Abwägung sind wir zur Ansicht gekommen, dass wir kein passendes Profil für unsere Bürger und die Stadt gefunden haben, das von überregionaler Bedeutung gewesen wäre", so Engler. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: während das Altstadtkriterium bis zu 30 000 Besucher angezogen hatte, sind die Erfolgsaussichten für die Alternativen eher mau. "Wir wollen in Ravensburg nur eine hochkarätige Veranstaltung, deshalb war die komplette Absage richtig", sagte Engler.
"Derzeit sprechen auch finanzielle Gründe gegen ein neues Radsport-Event", sagte der Ravensburger Oberbürgermeister Hermann Vogler in einer Presseerklärung der Stadt Ravensburg. "Sponsoren für den Radsport zu finden ist kritisch und kostet heute viel mehr Kraft", führt Rolf Engler weiter aus, der Radsport sei keine Zugmaschine mehr. Auch vor dem Hintergrund der finanziellen Lage sei man zu der Einsicht gekommen, künftig andere Prioritäten zu setzen. Mit der Messe Friedrichshafen habe man diese Entscheidung im Einvernehmen getroffen. Man halte die Uhr jetzt einmal an, bei zukünftigen Projekten könne man durchaus wieder zusammenarbeiten.
Kooperationen sind kein Thema
"Das war auch für uns die richtige Entscheidung", sagte Wolfgang Köhle, der Pressesprecher der Messe Friedrichshafen, auch angesichts der schwierigen finanziellen Lage im Allgemeinen. Eine Halfpipe für BMX-Fahrer oder einen Parcours biete die Messe ohnehin im Rahmen der Eurobike an. Laut Informationen der SZ wollte die Messe ihr finanzielles Engagement im Vergleich zum ursprünglichen Kriterium künftig begrenzen. "Diese Frage hat sich so nicht gestellt, wenn es relevant geworden wäre, hätten wir darüber nachgedacht", sagte Köhle. Auch über zukünftige Kooperationen mit Ravensburg denkt man bei der Messe momentan nicht nach: "Das ist derzeit kein Thema", sagte Köhle.
Der Radsport hat damit als Zugpferd für die "Sportstadt Ravensburg" ausgedient. Zwar sollen laut Rolf Engler Veranstaltungen wie das Jugendradcamp des KJC Ravensburg mit einem kleinen Rennen weiter unterstützt werden. Auch ein Aufleben des früheren Rennens "Rund um die Kuppelnau" sei in kleinerem Rahmen denkbar. Aber das im sportstrategischen Papier des Sportverbandes verankerte Großereignis aus dem Sport hat künftig nichts mehr mit Radsport zu tun.
Dagegen stehen andere sportliche Großereignisse im Fokus. "Wir konzentrieren unsere Kräfte voll auf die Ausrichtung des Landeskinderturnfestes 2010", sagte Rolf Engler. Zu dieser Veranstaltung erwartet Engler rund 10 000 Kinder aus Baden-Württemberg in Ravensburg, die Vorbereitungen laufen ab Frühjahr 2009, rund 700 Ehrenamtliche werden im Einsatz sein. Als weitere Großveranstaltung fasst Engler die Veranstaltung "Sportvereine stellen sich vor" mit Sportgala in der Oberschwabenhalle, ebenfalls 2010, oder das 20-jährige Jubiläum von "Ravensburg läuft" mit großem Rahmenprogramm im kommenden Jahr ins Auge.
(Erschienen: 06.12.2008 00:08)
"Es ist auch nicht gelungen, ein überzeugendes Radsportevent für die historische Altstadt als Ersatz für das erfolgreiche Altstadtkriterium zu entwickeln", sagte Karlheinz Beck, Leiter des Amtes für Schule, Jugend, Sport. Das Organisationskomitee, bestehend aus Vertretern der Stadt Ravensburg, der Messe Friedrichshafen und des Sportes, hatte geprüft, ein BMX-Event oder ein Mountainbike-Rennen in der Innenstadt durchzuführen.
"Wir haben Experten eingeladen, Ideen zu entwickeln", sagte Rolf Engler, der Vorsitzende des Sportverbandes Ravensburg. Aber "artistische Veranstaltungen", wie etwa ein BMX-Rad-Event in einer so genannten Half-Pipe passten nicht zur Sportstadt Ravensburg. Auch ein Mountainbike-Hindernis-Rennen vom Obertor zum Marienplatz hinunter war laut Engler angedacht, aber "aufgrund von logistischen Problemen" nicht durchführbar gewesen. "Nach genauer Abwägung sind wir zur Ansicht gekommen, dass wir kein passendes Profil für unsere Bürger und die Stadt gefunden haben, das von überregionaler Bedeutung gewesen wäre", so Engler. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: während das Altstadtkriterium bis zu 30 000 Besucher angezogen hatte, sind die Erfolgsaussichten für die Alternativen eher mau. "Wir wollen in Ravensburg nur eine hochkarätige Veranstaltung, deshalb war die komplette Absage richtig", sagte Engler.
"Derzeit sprechen auch finanzielle Gründe gegen ein neues Radsport-Event", sagte der Ravensburger Oberbürgermeister Hermann Vogler in einer Presseerklärung der Stadt Ravensburg. "Sponsoren für den Radsport zu finden ist kritisch und kostet heute viel mehr Kraft", führt Rolf Engler weiter aus, der Radsport sei keine Zugmaschine mehr. Auch vor dem Hintergrund der finanziellen Lage sei man zu der Einsicht gekommen, künftig andere Prioritäten zu setzen. Mit der Messe Friedrichshafen habe man diese Entscheidung im Einvernehmen getroffen. Man halte die Uhr jetzt einmal an, bei zukünftigen Projekten könne man durchaus wieder zusammenarbeiten.
Kooperationen sind kein Thema
"Das war auch für uns die richtige Entscheidung", sagte Wolfgang Köhle, der Pressesprecher der Messe Friedrichshafen, auch angesichts der schwierigen finanziellen Lage im Allgemeinen. Eine Halfpipe für BMX-Fahrer oder einen Parcours biete die Messe ohnehin im Rahmen der Eurobike an. Laut Informationen der SZ wollte die Messe ihr finanzielles Engagement im Vergleich zum ursprünglichen Kriterium künftig begrenzen. "Diese Frage hat sich so nicht gestellt, wenn es relevant geworden wäre, hätten wir darüber nachgedacht", sagte Köhle. Auch über zukünftige Kooperationen mit Ravensburg denkt man bei der Messe momentan nicht nach: "Das ist derzeit kein Thema", sagte Köhle.
Der Radsport hat damit als Zugpferd für die "Sportstadt Ravensburg" ausgedient. Zwar sollen laut Rolf Engler Veranstaltungen wie das Jugendradcamp des KJC Ravensburg mit einem kleinen Rennen weiter unterstützt werden. Auch ein Aufleben des früheren Rennens "Rund um die Kuppelnau" sei in kleinerem Rahmen denkbar. Aber das im sportstrategischen Papier des Sportverbandes verankerte Großereignis aus dem Sport hat künftig nichts mehr mit Radsport zu tun.
Dagegen stehen andere sportliche Großereignisse im Fokus. "Wir konzentrieren unsere Kräfte voll auf die Ausrichtung des Landeskinderturnfestes 2010", sagte Rolf Engler. Zu dieser Veranstaltung erwartet Engler rund 10 000 Kinder aus Baden-Württemberg in Ravensburg, die Vorbereitungen laufen ab Frühjahr 2009, rund 700 Ehrenamtliche werden im Einsatz sein. Als weitere Großveranstaltung fasst Engler die Veranstaltung "Sportvereine stellen sich vor" mit Sportgala in der Oberschwabenhalle, ebenfalls 2010, oder das 20-jährige Jubiläum von "Ravensburg läuft" mit großem Rahmenprogramm im kommenden Jahr ins Auge.
(Erschienen: 06.12.2008 00:08)
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