Polizei befürchtet Gewaltausbrüche
Bei dem Einsatz mit insgesamt 140 Beamten der Polizeidirektion Sigmaringen, unterstützt von Mitgliedern der Bereitschaftspolizei aus Biberach und der für Bahnhöfe zuständigen Bundespolizei, wurden unter anderem zwei Dutzend Feuerwerkskörper, ein Teleskopschlagstock und zwei Messer sichergestellt (SZ vom Montag). Gegen zwei der rund 300 Besucher aus dem gesamten süddeutschen Raum ermittelt die Polizei wegen Verstoß gegen das Waffengesetz. Polizeichef Ekkehard Falk betonte, der massive Polizeieinsatz habe Ausschreitungen und Gewaltausbrüche bei dem Konzert von vorneherein unterbinden können.
Die fünf Bands, die in dem Club im ehemaligen Milchwerk in der Hinteren Landesbahnstraße gastierten, befinden sich auf einer Tournee, die nach Bad Hersfeld, Plauen, Berlin, Wien und eben Sigmaringen führte. Den Kontakt in das - gemessen an den anderen Tournee-Städten kleine - Kreisstädtchen stellten offenbar Mitglieder der Band "Flat Sprockets" her, deren Mitglieder aus dem Kreisgebiet stammen und die in der ehemaligen Papierfabrik in Scheer proben.
Die Musik dieser Gruppen gehört zur Richtung Oi. "Oi-Punk ist die Musik der Straße", so hat es ein Musikjournalist einmal formuliert. Dieser harte Sound leide unter dem Stigma, ein Forum für die rechte Szene zu sein. Tatsache ist, dass die Musik, in der viel von Saufen, Sex und Gewalt die Rede ist, auch Rechtsradikale anlockt. Gegen den Stempel "rechtsradikal" setzen sich die Bands zur Wehr. In einem Text der Band Berserker beispielsweise, die ebenfalls am Freitag in Sigmaringen aufgetreten ist, heißt es: "Dieser Schrei dringt bis zu den Sternen. Ja, wir hassen Faschisten und scheißen auf sie! Wir handeln und denken nicht nach ihrer Ideologie."
"Kein Fußbreit dem Faschismus"
Punkrock-Konzerte finden im Sigmaringer "Mojito" regelmäßig statt. Polizeieinsätze, zumal dieser Größenordnung, hat es nach Einschätzung von Beobachtern in der Vergangenheit nie gegeben. Sensibilisiert ist die Polizei möglicherweise durch eine Schlägerei am Samstag vor einer Woche in einem Café in der Burgstraße (SZ vom 9. Dezember), das vom gleichen Pächter wie dem des "Mojito" betrieben wird. Die Musik und die Besucher dieser Gaststätte werden ebenfalls der Oi-Bewegung zugeschrieben. Das nächste Punkrock-Konzert im ehemaligen "Club Relativ", der im selben Gebäude wie das "Mojito" untergebracht ist, steht übrigens vor der Tür: Am kommenden Freitag, 26. Dezember, 21 Uhr, gibt es ein Konzert der Sigmaringer "Sick City Rockers". Das Konzert steht unter dem Motto: "Kein Fußbreit dem Faschismus - weder in Sigmaringen noch sonst wo".
(Erschienen: 23.12.2008 00:06)
Bei dem Einsatz mit insgesamt 140 Beamten der Polizeidirektion Sigmaringen, unterstützt von Mitgliedern der Bereitschaftspolizei aus Biberach und der für Bahnhöfe zuständigen Bundespolizei, wurden unter anderem zwei Dutzend Feuerwerkskörper, ein Teleskopschlagstock und zwei Messer sichergestellt (SZ vom Montag). Gegen zwei der rund 300 Besucher aus dem gesamten süddeutschen Raum ermittelt die Polizei wegen Verstoß gegen das Waffengesetz. Polizeichef Ekkehard Falk betonte, der massive Polizeieinsatz habe Ausschreitungen und Gewaltausbrüche bei dem Konzert von vorneherein unterbinden können.
Die fünf Bands, die in dem Club im ehemaligen Milchwerk in der Hinteren Landesbahnstraße gastierten, befinden sich auf einer Tournee, die nach Bad Hersfeld, Plauen, Berlin, Wien und eben Sigmaringen führte. Den Kontakt in das - gemessen an den anderen Tournee-Städten kleine - Kreisstädtchen stellten offenbar Mitglieder der Band "Flat Sprockets" her, deren Mitglieder aus dem Kreisgebiet stammen und die in der ehemaligen Papierfabrik in Scheer proben.
Die Musik dieser Gruppen gehört zur Richtung Oi. "Oi-Punk ist die Musik der Straße", so hat es ein Musikjournalist einmal formuliert. Dieser harte Sound leide unter dem Stigma, ein Forum für die rechte Szene zu sein. Tatsache ist, dass die Musik, in der viel von Saufen, Sex und Gewalt die Rede ist, auch Rechtsradikale anlockt. Gegen den Stempel "rechtsradikal" setzen sich die Bands zur Wehr. In einem Text der Band Berserker beispielsweise, die ebenfalls am Freitag in Sigmaringen aufgetreten ist, heißt es: "Dieser Schrei dringt bis zu den Sternen. Ja, wir hassen Faschisten und scheißen auf sie! Wir handeln und denken nicht nach ihrer Ideologie."
"Kein Fußbreit dem Faschismus"
Punkrock-Konzerte finden im Sigmaringer "Mojito" regelmäßig statt. Polizeieinsätze, zumal dieser Größenordnung, hat es nach Einschätzung von Beobachtern in der Vergangenheit nie gegeben. Sensibilisiert ist die Polizei möglicherweise durch eine Schlägerei am Samstag vor einer Woche in einem Café in der Burgstraße (SZ vom 9. Dezember), das vom gleichen Pächter wie dem des "Mojito" betrieben wird. Die Musik und die Besucher dieser Gaststätte werden ebenfalls der Oi-Bewegung zugeschrieben. Das nächste Punkrock-Konzert im ehemaligen "Club Relativ", der im selben Gebäude wie das "Mojito" untergebracht ist, steht übrigens vor der Tür: Am kommenden Freitag, 26. Dezember, 21 Uhr, gibt es ein Konzert der Sigmaringer "Sick City Rockers". Das Konzert steht unter dem Motto: "Kein Fußbreit dem Faschismus - weder in Sigmaringen noch sonst wo".
(Erschienen: 23.12.2008 00:06)
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