Pinguin weckt Neugierde an Technik

Von unserem Redakteur Christoph Kiefer
„Was kann der Mensch von Pinguinen lernen?“ – „Wie man sich im Wasser bewegt“, lautet die richtige Antwort der Schüler. Silke Fanta erklärt, die exzellenten Schwimmer hätten im Vergleich zu den besten bekannten technischen Strömungskörpern einen um bis zu 30 Prozent niedrigeren Strömungswiderstand. Der Automatisierungsspezialist Festo versucht, durch Entwicklung von Modellrobotern, so genannten Aqua Penguins, von den Tieren zu lernen. Ein Filmclip der tauchenden Roboterpinguine löst Heiterkeit aus, die Schüler hören wie gebannt zu.
Anschaulich führt Fanta die Zuhörer aus den Klassen 10 in die Welt der Technik ein. Es geht um High-Tech-Fasern für T-Shirts, an denen Flüssigkeiten abperlen, und um Alternativen zu Tierversuchen für die Kosmetikindustrie. Über die Leinwand stakst der Roboterhund Big-Dog der Firma Boston Dynamics: Er kann laufen, klettern und Lasten tragen und bei riskanten Einsätzen zum Beispiel nach Erdbeben menschliche Helfer ablösen. Auf dem Boden des Klassenraums dreht ein Roboter sensorgesteuert brav seine Runden um die Füße eines Schülers.
„Richtig irre“, findet Silke Fanta diese Technik; ihre Begeisterung springt auf die Jugendlichen über. Zusammen mit Kollegin Barbara Normann lässt Fanta die Schülerinnen und Schüler aufzählen, welche Ausbildungsberufe hinter den Entwicklungen stehen. Es sind einige, wie sich zeigt.
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik: Um so genannte MINT-Berufe geht es bei der Initiative „coaching4future“. Seit gut zwei Jahren treibt die Baden-Württemberg-Stiftung über eine Agentur aus dem fränkischen Heroldsberg voran. Mit dem Vorurteil, diese Berufe seien für Mädchen weniger geeignet, räumt die 32 Jahre alte Biologin gründlich auf. „Eine Maurer-Lehre soll für Mädchen zu anstrengend sein? – Und was ist mit Kranken- und Altenpflegerinnen? Da denkt keiner, sie seien zu schwach.“ Verfahrenstechniker Normann, ergänzt in Richtung Mädchen: „Wenn ihr euch für MINT entscheidet, seid ihr gefragt: Die Jungs tragen euch die Taschen nach, auf Partys bekommt ihr Getränke gratis.“ Das sitzt. In der Klasse könnte man eine Stecknadel fallen hören. Carmen Lang, Leiterin des Bereichs Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA) an der Hesse-Realschule, ist zufrieden mit der Resonanz. „Auch Schüler, von denen ich es nicht erwartet hatte, waren aufmerksam dabei. Wir prüfen, ob wir ,Coaching4future' als Baustein in unseren Jahresablauf aufnehmen.“
(Erschienen: 27.10.2010 21:45)

Von unserem Redakteur Christoph Kiefer
„Was kann der Mensch von Pinguinen lernen?“ – „Wie man sich im Wasser bewegt“, lautet die richtige Antwort der Schüler. Silke Fanta erklärt, die exzellenten Schwimmer hätten im Vergleich zu den besten bekannten technischen Strömungskörpern einen um bis zu 30 Prozent niedrigeren Strömungswiderstand. Der Automatisierungsspezialist Festo versucht, durch Entwicklung von Modellrobotern, so genannten Aqua Penguins, von den Tieren zu lernen. Ein Filmclip der tauchenden Roboterpinguine löst Heiterkeit aus, die Schüler hören wie gebannt zu.
Anschaulich führt Fanta die Zuhörer aus den Klassen 10 in die Welt der Technik ein. Es geht um High-Tech-Fasern für T-Shirts, an denen Flüssigkeiten abperlen, und um Alternativen zu Tierversuchen für die Kosmetikindustrie. Über die Leinwand stakst der Roboterhund Big-Dog der Firma Boston Dynamics: Er kann laufen, klettern und Lasten tragen und bei riskanten Einsätzen zum Beispiel nach Erdbeben menschliche Helfer ablösen. Auf dem Boden des Klassenraums dreht ein Roboter sensorgesteuert brav seine Runden um die Füße eines Schülers.
„Richtig irre“, findet Silke Fanta diese Technik; ihre Begeisterung springt auf die Jugendlichen über. Zusammen mit Kollegin Barbara Normann lässt Fanta die Schülerinnen und Schüler aufzählen, welche Ausbildungsberufe hinter den Entwicklungen stehen. Es sind einige, wie sich zeigt.
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik: Um so genannte MINT-Berufe geht es bei der Initiative „coaching4future“. Seit gut zwei Jahren treibt die Baden-Württemberg-Stiftung über eine Agentur aus dem fränkischen Heroldsberg voran. Mit dem Vorurteil, diese Berufe seien für Mädchen weniger geeignet, räumt die 32 Jahre alte Biologin gründlich auf. „Eine Maurer-Lehre soll für Mädchen zu anstrengend sein? – Und was ist mit Kranken- und Altenpflegerinnen? Da denkt keiner, sie seien zu schwach.“ Verfahrenstechniker Normann, ergänzt in Richtung Mädchen: „Wenn ihr euch für MINT entscheidet, seid ihr gefragt: Die Jungs tragen euch die Taschen nach, auf Partys bekommt ihr Getränke gratis.“ Das sitzt. In der Klasse könnte man eine Stecknadel fallen hören. Carmen Lang, Leiterin des Bereichs Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA) an der Hesse-Realschule, ist zufrieden mit der Resonanz. „Auch Schüler, von denen ich es nicht erwartet hatte, waren aufmerksam dabei. Wir prüfen, ob wir ,Coaching4future' als Baustein in unseren Jahresablauf aufnehmen.“
(Erschienen: 27.10.2010 21:45)
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