Pflegeeltern übernehmen Findelkind
Die Freude bei den Pflegeeltern war nach Auskunft des Jugendamtes groß, als die kleine Emilia zu dem Ehepaar gebracht wurde, das nun hofft, dass ihr sehnlichster Kinderwunsch in Erfüllung geht. Die Eheleute sind um die 35 Jahre alt und wohnen im Landkreis Neu-Ulm. Sie haben sich beim Jugendamt als adoptiv-willig registrieren lassen und wurden in Gesprächen und Kursen auf den Tag vorbereitet, auf den sie seit längerem warten.
Wie berichtet, ist Tillmann Lassernig als Chef des Jugendamtes davon überzeugt, dass es die kleine Emilia bei dem ausgesuchten und gut beleumundeten Ehepaar gut haben wird. Ob die beiden das Mädchen behalten dürfen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Sie haben das Baby zunächst nur als Pflegeeltern bekommen. Dem hat die leibliche Mutter zugestimmt, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wurde, berichtet Lassernig.
Nun brauche die 18-Jährige sehr viele Ruhe und Zeit, bis sie sich entscheiden kann, ob sie ihr Kind zur Adoption freigibt. Dies war zwar ihr schriftlich formulierter Wunsch, als sie das Baby in eine Decke gehüllt an der Donauklinik in Neu-Ulm abgelegt hat.
Zu diesem Zeitpunkt aber war sie in einer emotionalen Ausnahmesituation. Lassernig will daher nicht ausschließen, dass die 18-Jährige ihre Ansicht ändert und ihr Kind doch behalten will. "So was kann man nicht zwischen Tür und Angel entscheiden, wir werden ihr zur Seite stehen und sie beraten", kündigte der Jugendamtsleiter an. Ausführlich würden der Frau Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, die sich ihr bieten.
Unklar ist, wie lange die junge Frau noch in der Klinik bleiben und behandelt werden muss. Schon beim Fund des Kindes war festgestellt worden, dass sie ihr Baby nicht sachgerecht abgenabelt hat, als sie es ohne medizinische Hilfe heimlich zur Welt brachte.
Ein Geheimnis ist noch, wer Emilias Vater ist. Bislang hat die Mutter den Namen nicht genannt. Sie muss es auch nicht tun. Da sind dem Jugendamt die Hände gebunden "Wir können sie nicht zwingen, uns den Vater zu nennen", sagt Lassernig. Es komme häufiger vor, dass Frauen den Vater ihres Kinder vor dem Jugendamt verheimlichen: "Da bekommen wir manchmal ganz abenteuerliche Geschichten aufgetischt", berichtet er aus seiner Erfahrung.
Ein Findelkind ist für das Jugendamt die absolute Ausnahme. So ein Fall ist Lassernig in seiner 30-jährigen Laufbahn noch nie untergekommen. Adoptionsverfahren sind dagegen keine Seltenheit. Im Jahresdurchschnitt kommen zwei bis drei Frauen ins Jugendamt mit dem Wunsch, ihr Kind zur Adoption freizugeben.
(Erschienen: 04.04.2009 01:00)
Die Freude bei den Pflegeeltern war nach Auskunft des Jugendamtes groß, als die kleine Emilia zu dem Ehepaar gebracht wurde, das nun hofft, dass ihr sehnlichster Kinderwunsch in Erfüllung geht. Die Eheleute sind um die 35 Jahre alt und wohnen im Landkreis Neu-Ulm. Sie haben sich beim Jugendamt als adoptiv-willig registrieren lassen und wurden in Gesprächen und Kursen auf den Tag vorbereitet, auf den sie seit längerem warten.
Wie berichtet, ist Tillmann Lassernig als Chef des Jugendamtes davon überzeugt, dass es die kleine Emilia bei dem ausgesuchten und gut beleumundeten Ehepaar gut haben wird. Ob die beiden das Mädchen behalten dürfen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Sie haben das Baby zunächst nur als Pflegeeltern bekommen. Dem hat die leibliche Mutter zugestimmt, bevor sie ins Krankenhaus gebracht wurde, berichtet Lassernig.
Nun brauche die 18-Jährige sehr viele Ruhe und Zeit, bis sie sich entscheiden kann, ob sie ihr Kind zur Adoption freigibt. Dies war zwar ihr schriftlich formulierter Wunsch, als sie das Baby in eine Decke gehüllt an der Donauklinik in Neu-Ulm abgelegt hat.
Zu diesem Zeitpunkt aber war sie in einer emotionalen Ausnahmesituation. Lassernig will daher nicht ausschließen, dass die 18-Jährige ihre Ansicht ändert und ihr Kind doch behalten will. "So was kann man nicht zwischen Tür und Angel entscheiden, wir werden ihr zur Seite stehen und sie beraten", kündigte der Jugendamtsleiter an. Ausführlich würden der Frau Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, die sich ihr bieten.
Unklar ist, wie lange die junge Frau noch in der Klinik bleiben und behandelt werden muss. Schon beim Fund des Kindes war festgestellt worden, dass sie ihr Baby nicht sachgerecht abgenabelt hat, als sie es ohne medizinische Hilfe heimlich zur Welt brachte.
Ein Geheimnis ist noch, wer Emilias Vater ist. Bislang hat die Mutter den Namen nicht genannt. Sie muss es auch nicht tun. Da sind dem Jugendamt die Hände gebunden "Wir können sie nicht zwingen, uns den Vater zu nennen", sagt Lassernig. Es komme häufiger vor, dass Frauen den Vater ihres Kinder vor dem Jugendamt verheimlichen: "Da bekommen wir manchmal ganz abenteuerliche Geschichten aufgetischt", berichtet er aus seiner Erfahrung.
Ein Findelkind ist für das Jugendamt die absolute Ausnahme. So ein Fall ist Lassernig in seiner 30-jährigen Laufbahn noch nie untergekommen. Adoptionsverfahren sind dagegen keine Seltenheit. Im Jahresdurchschnitt kommen zwei bis drei Frauen ins Jugendamt mit dem Wunsch, ihr Kind zur Adoption freizugeben.
(Erschienen: 04.04.2009 01:00)





























































