Pater Notker ist Europäer des Jahres
"Ich will meinen Teil zum Frieden im in Europa beitragen", sagt Pater Notker, seines Zeichens Benediktinermönch im Kloster Beuron sowie Pfarrer von Bärenthal, Hausen und Thiergarten. Mit Europa meint er nicht nur die Europäische Union in ihren derzeitigen Grenzen, sein Europa geht weit darüber hinaus, schließt auch den Kosovo oder Serbien mit ein. Sein Europa steht klar zu seinen christlichen Wurzeln: "Unsere Urvölker Ñ die Slawen, die Römer und auch die Germanen Ñ haben das Christentum angenommen. Dass das so bleibt, dafür kämpfe ich."
Für dieses christliche Europa steht Pater Notker, sein Lebenswerk ist die Kapelle in Gnadenweiler "Maria Mutter Europas", die im vergangenen Jahr fertiggestellt und eingeweiht worden ist. Neben der Reliquie der selig gesprochenen Ulrika Nisch hat Pater Notker Samtbeutelchen mit Erde aus der Schweiz, Deutschland, Österreich oder Frankreich einmauern lassen:"Wenn diese Beutel zerfallen, gibt es keine schweizer und deutsche Erde mehr, auch keine katholische oder evangelische Erde mehr. Nur noch christlich-europäische Erde." Pater Notker will ein "Brückenbauer im Kleinen" sein, will den "Boden dafür schaffen, dass es keine Kriegserde mehr gibt, nur noch Friedenserde". Er würde sich auch wünschen, dass der christliche Gott in die europäische Verfassung aufgenommen wird: "Gott kann man da nicht außer Spiel lassen, sonst ist alles außer Spiel."
Auch die Gottesmutter Maria sei für Europa von immenser Bedeutung, schließlich sei auch die Flagge schon marianisch. Das widerspreche auch nicht den Gleichheitsgrundsatz der in Europa existierenden Religionen. Pater Notker erklärt: "Das Christentum verehrt Maria als Mutter Gottes, das Judentum sieht in Maria eine jüdische Frau, auch der Islam verehrt Maria."
Pater Notkers Liebe zu Europa ist nicht erst in den vergangenen Jahren entstanden. Seine erste Kindheitserinnerungen setzen ein mit der Bombardierung von Chemnitz, damals war er drei Jahre alt. "So etwas prägt einen für sein ganzes Leben." Und dann war es die Flucht aus seinem Geburtsland, dem heutigen Serbien. "Wir mussten über sieben Länder Europas in den Westen fliehen." Über die Länder des ehemaligen Jugoslawien, Ungarn, Österreich, die damalige Tschechoslowakei, Polen und die DDR ging es nach Westdeutschland.
Schon als Fünfjähriger wollte der Mönch Priester werden. "Damals habe ich in Bayern eine Fronleichnamsprozession gesehen und das hat mich so begeistert", erinnert sich der heute 66-Jährige. Bis er 18 Jahre alt war, hatte er natürlich diesen kindlichen Berufswunsch längst vergessen. Er wurde erst Gewerkschaftsführer bei Mercedes Benz in Sindelfingen, die Soziale Frage habe ihn immer brennend interessiert. Aber weil seine Vorfahren alle Bürgermeister waren, begann er eine Ausbildung zum Inspektor. "Ich hab mich aber immer nach dem Sinn gefragt." So trat er schließlich ins Kloster ein, studierte Theologie und Philosophie, wurde Priester.
Immer an ein Europa geglaubt
Sein erster Urlaub, den er nach seinem Gang ins Kloster "draußen" verbringen durfte, führte ihn zurück in seine Heimat nach Serbien: "Schon damals habe ich gebetet, dass auch diese Land die christliche Freiheit zurückerhalten möge." An die Öffnung der Grenzen 1989/1990 erinnert er sich noch gerne, auch wenn er das nicht live miterleben durfte. Trotzdem: "Wenn ich daran zurückdenke, zittere ich heute noch am ganzen Körper."
Europa war ihm immer wichtig, auch in den vielen Exerzitien, die er für die Bürgermeister und Landtagsabgeordneten gehalten hat. "Vielen Politikern habe ich das Herz geöffnet." Auf die heutige Auszeichnung zum "Europäer des Jahres" ist er nicht stolz Ñ zumindest nicht auf sich, wenn dann auf die Sache, die Idee, die dahinter steht: "Maria ist die Mutter Europas, Christus der Herr Europas. Und Europa eine christliche Gemeinschaft."
(Erschienen: 08.02.2008 00:08)
"Ich will meinen Teil zum Frieden im in Europa beitragen", sagt Pater Notker, seines Zeichens Benediktinermönch im Kloster Beuron sowie Pfarrer von Bärenthal, Hausen und Thiergarten. Mit Europa meint er nicht nur die Europäische Union in ihren derzeitigen Grenzen, sein Europa geht weit darüber hinaus, schließt auch den Kosovo oder Serbien mit ein. Sein Europa steht klar zu seinen christlichen Wurzeln: "Unsere Urvölker Ñ die Slawen, die Römer und auch die Germanen Ñ haben das Christentum angenommen. Dass das so bleibt, dafür kämpfe ich."
Für dieses christliche Europa steht Pater Notker, sein Lebenswerk ist die Kapelle in Gnadenweiler "Maria Mutter Europas", die im vergangenen Jahr fertiggestellt und eingeweiht worden ist. Neben der Reliquie der selig gesprochenen Ulrika Nisch hat Pater Notker Samtbeutelchen mit Erde aus der Schweiz, Deutschland, Österreich oder Frankreich einmauern lassen:"Wenn diese Beutel zerfallen, gibt es keine schweizer und deutsche Erde mehr, auch keine katholische oder evangelische Erde mehr. Nur noch christlich-europäische Erde." Pater Notker will ein "Brückenbauer im Kleinen" sein, will den "Boden dafür schaffen, dass es keine Kriegserde mehr gibt, nur noch Friedenserde". Er würde sich auch wünschen, dass der christliche Gott in die europäische Verfassung aufgenommen wird: "Gott kann man da nicht außer Spiel lassen, sonst ist alles außer Spiel."
Auch die Gottesmutter Maria sei für Europa von immenser Bedeutung, schließlich sei auch die Flagge schon marianisch. Das widerspreche auch nicht den Gleichheitsgrundsatz der in Europa existierenden Religionen. Pater Notker erklärt: "Das Christentum verehrt Maria als Mutter Gottes, das Judentum sieht in Maria eine jüdische Frau, auch der Islam verehrt Maria."
Pater Notkers Liebe zu Europa ist nicht erst in den vergangenen Jahren entstanden. Seine erste Kindheitserinnerungen setzen ein mit der Bombardierung von Chemnitz, damals war er drei Jahre alt. "So etwas prägt einen für sein ganzes Leben." Und dann war es die Flucht aus seinem Geburtsland, dem heutigen Serbien. "Wir mussten über sieben Länder Europas in den Westen fliehen." Über die Länder des ehemaligen Jugoslawien, Ungarn, Österreich, die damalige Tschechoslowakei, Polen und die DDR ging es nach Westdeutschland.
Schon als Fünfjähriger wollte der Mönch Priester werden. "Damals habe ich in Bayern eine Fronleichnamsprozession gesehen und das hat mich so begeistert", erinnert sich der heute 66-Jährige. Bis er 18 Jahre alt war, hatte er natürlich diesen kindlichen Berufswunsch längst vergessen. Er wurde erst Gewerkschaftsführer bei Mercedes Benz in Sindelfingen, die Soziale Frage habe ihn immer brennend interessiert. Aber weil seine Vorfahren alle Bürgermeister waren, begann er eine Ausbildung zum Inspektor. "Ich hab mich aber immer nach dem Sinn gefragt." So trat er schließlich ins Kloster ein, studierte Theologie und Philosophie, wurde Priester.
Immer an ein Europa geglaubt
Sein erster Urlaub, den er nach seinem Gang ins Kloster "draußen" verbringen durfte, führte ihn zurück in seine Heimat nach Serbien: "Schon damals habe ich gebetet, dass auch diese Land die christliche Freiheit zurückerhalten möge." An die Öffnung der Grenzen 1989/1990 erinnert er sich noch gerne, auch wenn er das nicht live miterleben durfte. Trotzdem: "Wenn ich daran zurückdenke, zittere ich heute noch am ganzen Körper."
Europa war ihm immer wichtig, auch in den vielen Exerzitien, die er für die Bürgermeister und Landtagsabgeordneten gehalten hat. "Vielen Politikern habe ich das Herz geöffnet." Auf die heutige Auszeichnung zum "Europäer des Jahres" ist er nicht stolz Ñ zumindest nicht auf sich, wenn dann auf die Sache, die Idee, die dahinter steht: "Maria ist die Mutter Europas, Christus der Herr Europas. Und Europa eine christliche Gemeinschaft."
(Erschienen: 08.02.2008 00:08)
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