Nur 16 Sekunden reichen den Tätern zum Datenklau
Die Angeklagten haben nicht nur die Zutrittsterminals mehrerer Banken manipuliert, sondern auch Kamerahandys in den Bankräumen angebracht, um an die PIN-Nummer der Kunden zu kommen. Mit der gefälschten EC-Karte eines Meersburger Kontos wurden in Mailand am 3. Juli 2008 insgesamt 2545 Euro abgehoben. Daran wird deutlich, wie schnell solche Banden agieren: Innerhalb von 24 Stunden wurden die Daten gesammelt und genutzt. Nur aufgrund von aufmerksamen Kunden, die die lockeren Blenden bemerkten, kam die Polizei der Sache auf die Spur.
Die Identifizierung der Täter war Intuition: Im Sommer besuchen am meisten Familien oder ältere Menschen die Bank. Deshalb fielen die beiden Täter auf den Videoaufnahmen der Überwachungskamera in Meersburg ins Auge. Außerdem verdächtigte die Polizei eine rumänische Bande.
Bei ihrer Festnahme reagierten die Täter äußerst schnell: Den Schlüssel ihres Hotelzimmers klebten sie mit einem Kaugummi unter die Bank, auf der sie saßen. Allerdings fiel er später runter und die Finder übergaben den Schlüssel der Polizei. So konnte das Zimmer durchsucht werden. Die Funde bestätigten den Verdacht der Polizei: technische Ausrüstung zum Manipulieren des Einlasskontrollterminals, beispielsweise Heißkleber oder Lötgeräte. Die Auswertung, der in Meersburg zusätzlich eingebauten Festplatte, die die gesammelten Daten speicherte, ergab, dass die Täter auch in Friedrichshafen, Kehlen und Tettnang am Werk waren. Ein zusätzlicher Beweis waren die Bilder der Überwachungskameras und Fingerabdrücke am Tatort in Tettnang.
Angeklagte sind die Handlanger
Die Hinweise, dass eine organisierte Bande dahinter steckt, sind zahlreich. Die gefundenen DNA-Spuren ergaben, dass mindestens eine weitere Person beteiligt gewesen sein muss. Außerdem besitzen die mutmaßlichen Mitglieder fortlaufende Telefonnummern. Während den Taten hatten sie ständig Telefonkontakt. Eine Frau mietete den beiden eine Wohnung in Mannheim. Aus Rumänien wurde den beiden Geld überwiesen.
Doch stichhaltige Beweise für die Überführung der Hintermänner fehlen, und ihre Identifizierung ist schwer. Der eigentlichen Drahtzieher habhaft zu werden, ist in den meisten Fällen unmöglich. Die gefassten Täter sind "nur zwei kleine Räder in einem großen Getriebe", so der Kripobeamte.
Verurteilt wurden die beiden zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung. Absitzen müssen sie die Strafe jedoch nicht ganz, da sie vorher nach Rumänien abgeschoben werden.
(Erschienen: 27.03.2009 01:00)
Die Angeklagten haben nicht nur die Zutrittsterminals mehrerer Banken manipuliert, sondern auch Kamerahandys in den Bankräumen angebracht, um an die PIN-Nummer der Kunden zu kommen. Mit der gefälschten EC-Karte eines Meersburger Kontos wurden in Mailand am 3. Juli 2008 insgesamt 2545 Euro abgehoben. Daran wird deutlich, wie schnell solche Banden agieren: Innerhalb von 24 Stunden wurden die Daten gesammelt und genutzt. Nur aufgrund von aufmerksamen Kunden, die die lockeren Blenden bemerkten, kam die Polizei der Sache auf die Spur.
Die Identifizierung der Täter war Intuition: Im Sommer besuchen am meisten Familien oder ältere Menschen die Bank. Deshalb fielen die beiden Täter auf den Videoaufnahmen der Überwachungskamera in Meersburg ins Auge. Außerdem verdächtigte die Polizei eine rumänische Bande.
Bei ihrer Festnahme reagierten die Täter äußerst schnell: Den Schlüssel ihres Hotelzimmers klebten sie mit einem Kaugummi unter die Bank, auf der sie saßen. Allerdings fiel er später runter und die Finder übergaben den Schlüssel der Polizei. So konnte das Zimmer durchsucht werden. Die Funde bestätigten den Verdacht der Polizei: technische Ausrüstung zum Manipulieren des Einlasskontrollterminals, beispielsweise Heißkleber oder Lötgeräte. Die Auswertung, der in Meersburg zusätzlich eingebauten Festplatte, die die gesammelten Daten speicherte, ergab, dass die Täter auch in Friedrichshafen, Kehlen und Tettnang am Werk waren. Ein zusätzlicher Beweis waren die Bilder der Überwachungskameras und Fingerabdrücke am Tatort in Tettnang.
Angeklagte sind die Handlanger
Die Hinweise, dass eine organisierte Bande dahinter steckt, sind zahlreich. Die gefundenen DNA-Spuren ergaben, dass mindestens eine weitere Person beteiligt gewesen sein muss. Außerdem besitzen die mutmaßlichen Mitglieder fortlaufende Telefonnummern. Während den Taten hatten sie ständig Telefonkontakt. Eine Frau mietete den beiden eine Wohnung in Mannheim. Aus Rumänien wurde den beiden Geld überwiesen.
Doch stichhaltige Beweise für die Überführung der Hintermänner fehlen, und ihre Identifizierung ist schwer. Der eigentlichen Drahtzieher habhaft zu werden, ist in den meisten Fällen unmöglich. Die gefassten Täter sind "nur zwei kleine Räder in einem großen Getriebe", so der Kripobeamte.
Verurteilt wurden die beiden zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung. Absitzen müssen sie die Strafe jedoch nicht ganz, da sie vorher nach Rumänien abgeschoben werden.
(Erschienen: 27.03.2009 01:00)
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