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Neuer Schwerpunkt nimmt sich einem "anatomischen Meisterwerk" an

TETTNANG / sw Auf großes Publikumsinteresse ist der Vortrag "Was tun, wenn mein Fuß weh tut?" von Dr. Martin Teschner, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, an der Klinik Tettnang, gestoßen. Über 100 Besucher kamen zu dem spannenden Informationsabend.

Im Zuge der Vortragsreihe "Mittwochs bei den Waldburg-Zeil-Kliniken" stellte Teschner den Schwerpunkt Fußchirurgie erstmals öffentlich vor, der mit seiner Unterstützung in den Vormonaten innerhalb der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie an Tettnangs Klinik etabliert wurde.

"Fußprobleme sind eine der häufigsten Beschwerden der Menschen. Obwohl uns unsere Füße überall hintragen sollen, vernachlässigen wir sie doch häufig", führte Teschner ins The-ma ein. "Der Fuß ist mit 26 Knochen, 22 Gelenken, 107 Bändern und 19 Muskeln eine hochkomplexe Extremität. Er benötigt als anatomisches Meisterwerk ein sorgfältige Behandlung und Pflege. Deshalb sind Operationen an diesem Körperteil zu einem Gebiet für Spezialisten geworden. Falsche Behandlungen hätten zum Teil Folgen mit erheblicher Tragweite, die bis zur Gehunfähigkeit führen können."

Viele Erwachsene haben Probleme mit Überlastungen ihrer Füße - von Hühneraugen bis zur Fehlstellung der Großzehe, dem Hallux valgus. "Hinzutretende Durchblutungsstörungen oder eine Zuckerkrankheit können die Beschwerden in höherem Alter verschlimmern", erklärt Teschner. "Daher ist es besonders wichtig, Störungen der Fußmechanik, Belastung oder Veränderungen an Knochen und Weichteilen früh zu erkennen und wenn möglich zu behandeln. Wer Fußchirurgie betreibt, muss ganzheitlich denken und bemüht sein, funktionelle Störungen und schmerzhafte Fußerkrankungen anatomisch-rekonstruktiv wieder herzustellen und so Spätschäden durch rechtzeitige, korrigierende Eingriffe zu vermeiden. Er darf deshalb nicht nur Vorfuß-Chirurg, sondern muss Chirurg des ganzen Fußes sein.

Teschner erläuterte konventionelle als auch operative Behandlungsmöglichkeiten von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Fußes und des Sprunggelenkes. Insbesondere ging er dabei auf das Thema des "erworbenen Plattfußes des Erwachsenen" ein. Dessen frühzeitige Erkennung und Behandlung liegt ihm besonders am Herzen: "Im Gegensatz zum kindlichen Fuß, bei dem sich das Fußlängsgewölbe nach und nach entwickelt, kann die Erkrankung der Tibialis posterior Sehne beim Erwachsenen zur zunehmenden, sehr schmerzhaften Fehlstellung von Fuß und Sprunggelenk führen. Der Fuß verliert durch die Plattfußstellung an Stabilität und Dynamik und steift bei längeren Verläufen in dieser Fehlstellung ein, was die Gehfähigkeit erheblich beeinträchtigt", erklärt Teschner. "Gerade deshalb sind frühzeitiges Erkennen und frühzeitige Therapie dieser Sehnenerkrankung so wichtig. Die Aufklärungs- und Zusammenarbeit eines spezialisierten Teams aus Orthopäden, Krankengymnasten und Orthopädietechnikern trägt dazu bei."

(Erschienen: 04.07.2009 00:06)

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