Nachfahren gesucht
Der Ortsteil Tafertsweiler war nicht nur bei der Schlacht bei Ostrach von 1799 im Brennpunkt der kriegerischen Auseinandersetzung, sondern musste auch Soldaten für Napoleons folgende Kriegszüge stellen. Eine Anfrage aus Spanien mit der Bitte um Nachforschung flatterte dieser Tage auf den Schreibtisch von Bürgermeister Christoph Schulz.
Ein kurzer geschichtlicher Rückblick: Der Preis für die Unterstützung Napoleons durch den ersten König Württembergs Friedrich I. war hoch. Als Bundesgenosse Napoleons musste er Soldaten für die vielen Kriege Napoleons stellen. So zogen im Russlandfeldzug Napoleons 1812 etwa 15 000 Soldaten aus Württemberg nach Moskau; etwa 500 davon kamen lebend zurück. Auch im spanischen Unabhängigkeitskrieg von 1807 bis 1814 kämpften Württemberger in der französischen Besatzungsarmee. In der Schlacht von Bailén 1808 kreisten spanische Kräfte die Franzosen unter General Dupont ein. 18 000 Mann mussten kapitulieren. Ein Teil der Gefangenen wurde auf die "Ziegeninsel" Caprera, die südlich von Mallorca liegt, verbracht. Ohne ausreichend Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung zu haben, starben dort Schätzungen zur Folge zwischen 3500 und 5000 Soldaten. Unter den Gefangenen befanden sich auch württembergische Soldaten. Wie viele es waren, wird zurzeit in Palma erforscht. Die Ergebnisse fließen in eine Ausstellung, die Ende Oktober in Palma de Mallorca eröffnet wird, ein. In einem Buch über eine württembergische Auszeichnung werden vier Soldaten aus Tafertsweiler namentlich erwähnt. Es waren dies Vincent Matthias, Laurent Halder, Jean Welte und Mathieu Nassal. Dabei muss man davon ausgehen, dass die Vornamen französisch geschrieben wurden. Sie wurden mit der "Medailles de Sainte Helene" ausgezeichnet. Dr. Hiltrud Friedrich-Stegmann, die an der Ausstellung mitarbeitet, sucht nun Nachfahren der ehemaligen Soldaten, die auf der Insel Caprera gefangen waren, 1814 befreit wurden und möglicherweise wieder nach Tafertsweiler zurückgekehrt sind. Besonders interessiert ist sie dabei an der Auszeichnung, die sie gerne als Leihgabe für die Ausstellung haben würde.(rsp)
(Erschienen: 26.08.2009 00:06)
Der Ortsteil Tafertsweiler war nicht nur bei der Schlacht bei Ostrach von 1799 im Brennpunkt der kriegerischen Auseinandersetzung, sondern musste auch Soldaten für Napoleons folgende Kriegszüge stellen. Eine Anfrage aus Spanien mit der Bitte um Nachforschung flatterte dieser Tage auf den Schreibtisch von Bürgermeister Christoph Schulz.
Ein kurzer geschichtlicher Rückblick: Der Preis für die Unterstützung Napoleons durch den ersten König Württembergs Friedrich I. war hoch. Als Bundesgenosse Napoleons musste er Soldaten für die vielen Kriege Napoleons stellen. So zogen im Russlandfeldzug Napoleons 1812 etwa 15 000 Soldaten aus Württemberg nach Moskau; etwa 500 davon kamen lebend zurück. Auch im spanischen Unabhängigkeitskrieg von 1807 bis 1814 kämpften Württemberger in der französischen Besatzungsarmee. In der Schlacht von Bailén 1808 kreisten spanische Kräfte die Franzosen unter General Dupont ein. 18 000 Mann mussten kapitulieren. Ein Teil der Gefangenen wurde auf die "Ziegeninsel" Caprera, die südlich von Mallorca liegt, verbracht. Ohne ausreichend Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung zu haben, starben dort Schätzungen zur Folge zwischen 3500 und 5000 Soldaten. Unter den Gefangenen befanden sich auch württembergische Soldaten. Wie viele es waren, wird zurzeit in Palma erforscht. Die Ergebnisse fließen in eine Ausstellung, die Ende Oktober in Palma de Mallorca eröffnet wird, ein. In einem Buch über eine württembergische Auszeichnung werden vier Soldaten aus Tafertsweiler namentlich erwähnt. Es waren dies Vincent Matthias, Laurent Halder, Jean Welte und Mathieu Nassal. Dabei muss man davon ausgehen, dass die Vornamen französisch geschrieben wurden. Sie wurden mit der "Medailles de Sainte Helene" ausgezeichnet. Dr. Hiltrud Friedrich-Stegmann, die an der Ausstellung mitarbeitet, sucht nun Nachfahren der ehemaligen Soldaten, die auf der Insel Caprera gefangen waren, 1814 befreit wurden und möglicherweise wieder nach Tafertsweiler zurückgekehrt sind. Besonders interessiert ist sie dabei an der Auszeichnung, die sie gerne als Leihgabe für die Ausstellung haben würde.(rsp)
(Erschienen: 26.08.2009 00:06)
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