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Musik ist Medizin für Körper und Seele

NONNENHORN / eka Nonnenhorn verfügt nicht nur über einen guten Draht zum Gesang, sondern auch zu seinen benachbarten Freunden aus Württemberg. Dies zeigte das Jahreskonzert des Männergesangvereins Liederkranz Nonnenhorn. Stürmischen Beifall erntete dabei der neue junge Chor "Nonnenhorn inTakt".

So stellt man sich gute Nachbarschaft vor: Zwei Chöre aus zwei Gemeinden in zwei Ländern helfen einander. Für den Männergesangsverein Liederkranz Nonnenhorn und seine Sangesbrüder aus dem württembergischen Kressbronn ist dies - wie für manch andere Vereine in den beiden Seegemeinden ebenso - eine Selbstverständlichkeit.

So sangen auch diesmal wieder etliche württembergische Leihstimmen im ersten Teil des Jahreskonzertes im Stedi mit. Unter den rund 600 Zuhörern in den beiden Veranstaltungen befanden sich neben den Dorfhonoratioren auch der württembergische Präsident des Oberschwäbischen Chorverbandes Achim Schwörer und Ulrich Ried, zweiter Vorsitzende des bayerischen Bodensee-Sängerkreises. Der MGV Liederkranz Nonnenhorn (Solisten Ralph Schmitt und Gebhard Ammann) brachte mit seinen einleitenden Liedvorträgen wie "Die launige Forelle" oder "Santa Lucia" die Gäste richtig in Schwung.

Bei den heiteren Liedern des MGV und den anschließenden Vorträgen der meist jungen Sängerinnen und Sänger der "TonArt Neukirch" im zweiten Programmteil kristallisierte sich immer mehr Dirigent Stefan Marinov aus Konstanz als Publikumsliebling heraus. Marinov dirigert nicht nur beide Chöre mit sichtbar glücklichem Händchen. Diese besaß er auch bei seinem Klaviersolo "Liebesträume" von Franz Liszt.

Die flotten Beiträge der Sängerinnen und Sänger aus Neukirch (am Klavier Anna Immerz) zeigten, dass Singen und Musik eine überall verstandene Weltsprache ist. Ein solcher Konzertbesuch kann Anregung sein, die eigene Schwellenangst zu überwinden, um sich selbst ebenfalls einem Chor anzuschließen.

Gesang ist, so zeigte ein Blick in die strahlenden Gesichter der Vortragen-den, auch Medizin für Körper und Seele. Ein genauerer Blick zum Dirigenten und den Chören verriet in der Körpersprache außerdem, dass hier die Chemie zwischen allen stimmt.

Chorgesang mit Echo

Nach Neukirch kam die Pause und danach im dritten Programmteil die große Überraschung des Abends. Das Publikum staunte und spendete immer wieder Riesenbeifall dafür, wie die erst vor zwei Jahren entstandene gemischte Gruppe "Nonnenhorn inTakt" auftrat und mit Swing, Jazz und Gospels das Publikum verzauberte. Dirigent Marinov, der auch komponiert und schon als zweiter Dirigent des bulgarischen Chores bei den Bregenzer Festspielen wirkte, hat in nur zwei Jahren aus großenteils jungen Stimmen etwas geschaffen, was wohl viele vorher nicht für möglich hielten.

Er bewies nebenbei, dass sich mit dem entsprechenden Liedgut auch heute junge Leute für den Gesang begeistern lassen. Ein besonderes Schmankerl bildete schließlich die Zugabe "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern von "Nonnenhorn inTakt" mit den Neukirchern als Echo am Saal-ende.

Neben Dirigent und Chor erhielt im dritten Konzertteil vor allem die 14-jährige Solistin Anuschka Schnell für "Hero" tosenden Beifall. Papa Stefan Schnell begleitete sie und den "Nonnenhorn inTakt" am Piano. Die nur leicht ausschauende Aufgabe, durchs Programm zu führen, erledigten Gisela Schnell und Christian Hogenmüller mit Bravour.

(Erschienen: 25.05.2009 06:07)

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