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Motoryacht sinkt vor Seemoos

FRIEDRICHSHAFEN - Bei einem Wendemanöver ist gestern um kurz nach 14 Uhr vor Seemoos eine Motoryacht übergerollt und gesunken. Alle elf Besatzungsmitglieder konnten von einer Segelyacht aufgenommen und gerettet werden. Die Verletzten wurden von der Wasserschutzpolizei und der DLRG an Land gebracht.

In goldene Thermoschutzdecken verpackt warten die unterkühlten Ausflügler am Württemberger Yacht-Club auf die Rettungswagen. DLRG und Wasserschutzpolizei haben sie gerade an Land gebracht, nachdem ihr Boot vor Seemoos gesunken ist. Die Yacht hatten die Urlauber, die aus dem Raum Stuttgart stammen, in Konstanz gechartert, um damit einen Tagesausflug zu unternehmen.

Segler retten Schiffbrüchige

Vor Seemoos sei das Boot schließlich bei einem Kreismanöver überrollt und gekentert, anschließend gesunken, erzählt Markus Blume, Sanitäter im Rettungshubschrauber, der als einer der Ersten an der Unglücksstelle eintraf. "Hätte die Mannschaft der vorbeifahrenden Segelyacht die im Wasser treibenden Menschen nicht an Bord nehmen können, hätten wir Rettungsinseln abgeworfen. Im absoluten Notfall wäre auch von uns jemand ins Wasser gesprungen". Das aber war nicht nötig. Trotzdem spricht Markus Blume von einer dramatischen Rettungsaktion. Nach der Meldung von Bord der Segelyacht liefen Wasserschutzpolizei, Feuerwehr und DLRG mit ihren Booten aus, um die Verletzten aufzunehmen. Neun Personen hatten sich auf, zwei unter Deck befunden. Sie mussten Fensterscheiben zertrümmern, um sich aus dem sinkenden Wasserfahrzeug zu retten. Dabei zogen sie sich schwerere Verletzungen zu. Anders hätten sie sich nicht befreien können, heißt es am Yachthafen. Die Ärzte sprechen von elf Verletzten, da alle Beteiligten durch die Zeit im Wasser unterkühlt gewesen seien, einige stünden unter Schock.

Kleider aus dem DRK-Lager

In der Hafenmeisterei wurden die Verletzten von der Ärztin des Hubschraubers auf Verletzungen untersucht. Vom Seeufer wurden die Schiffbrüchigen zunächst ins DRK-Lager gebracht, um sich mit trockenen Kleidern versorgen zu können.

Laut Polizei Friedrichshafen sei die genaue Ursache der Havarie noch nicht geklärt. Die Ermittlungen dazu haben Beamte der Wasserschutzpolizei übernommen, sie dauern noch an. Das Motorboot, so vermuten die Fachleute, liege in einer Tiefe zwischen 20 und 80 Metern. Laut Polizei werde der Eigner nun das Schiff heben lassen, da durch Schmierstoffe und Dieselkraftstoffe eine Gefahr für die Umwelt ausgehe. Den Schaden konnte die Polizei nicht näher beziffern.

(Erschienen: 12.06.2007 00:11)

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