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Moderne Schatzsucher nutzen die Elektronik

MESSKIRCH - Der Obere-Donau-Gau im Schwäbischen Albverein hat zu einem Lehrgang nach Meßkirch eingeladen. Drei Spezialisten der Meßkircher Familiengruppe unterrichteten 20 Mitglieder des Gaus in Theorie und Praxis über die Möglichkeiten der modernen Schatzsuche mit satellitenunterstützten GPS-Geräten. Seit drei Jahren bastele sie mit ihrem Computer und dem GPS-Gerät herum, sagte Doris Neusch aus Veringenstadt.

Seit drei Jahren bastele sie mit ihrem Computer und dem GPS-Gerät herum, sagte Doris Neusch aus Veringenstadt. Eben hatte sie die Filmdose am Holzsockel des Feldkreuzes gefunden. Dabei hatte Jochen Metz in seinen Ausführungen im theoretischen Teil des Nachmittags vorgehalten, dass die Einweisung nur ein Heranführen an die gesamte große Palette der modernen Schnitzeljagd bedeuten könne.

Beim Ehnriedhof waren die 20 Teilnehmer des Workshops in den praktischen Teil eingestiegen. In zwei Gruppen eingeteilt, war ihnen dort von ihren Ausbildern die erste Aufgabe erteilt worden: "Geben sie die Koordinaten: Nord 47 Grad 59.078 und als Ostwert 009 Grad 06.142 ein und suchen sie dort einen Microcache, der die nächsten Informationen enthält".

Auch diese Umstellung auf Grad und Minuten hatte Metz zuvor erklärt, "damit das Zusammenspiel zwischen Computer und Gerät funktioniert." Reinhold Kaltenbach und Peter Roggenbuck als Ausbilder der Gruppe mussten die Handgriffe beim ersten Mal noch erklären, doch schon am Feldweg klappten die Eingaben in Zuarbeit mit den Spezialisten. Die nächsten Daten führten zu einem Hinweis auf den berühmtesten Sohn der Stadt am oberen Hofgartentor und zu den Erläuterungen von Peter Roggenbuck über den Philosophen Martin Heidegger: "Wenn Rätsel einander drängten und kein Ausweg sich bot, dann half der Feldweg", schrieb dieser in seinem Aufsatz.

Thema ist lokale Geschichte

Den Albvereinlern boten sich keine Rätsel - die nächste Anweisung führte sie zur ehemaligen Herz-Jesu-Kirche des Johann Caspar Bagnato. Auch dort gab es ausführliche Beschreibungen der Geschichte des Gebäudes mit den kunstvollen Ornamenten der Beu-roner Kunstschule. Mächtig rauschten Schmelzwasser aus den Äckern entlang der einstigen Straße nach Heudorf zur Rudolfskapelle mit einem "echten" Versteck. Diese Strecke mussten die Schnitzeljäger einer Route entnehmen , die ebenfalls in der Theorie am Computer ausgearbeitet und auf das GPS-Gerät übertragen worden war. "Haben sie noch die Kilometer von Punkt fünf parat?" Prompt führten diese an die Talmühle, das Geburtshaus des Meßkircher Komponisten Conradin Kreutzer. Dass das Mitführen einer Wanderkarte unabdingbar bei solch einer Unternehmung ist, war zuvor von Jochen Metz angesprochen worden, ebenso wie das Rücksichtnehmen auf die Natur und die landwirtschaftlichen Flächen: "Das Geocaching ist nicht unumstritten, aber wir sind nicht naturschädigend unterwegs im Albverein", sagt er.

(Erschienen: 02.03.2009 00:07)

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