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Liesegangs „Kabul Mails“: Feldpost vom PC

Im "Ars vivendi" hat Claus Liesegang aus seinen "Kabul Mails" gelesen.
Im "Ars vivendi" hat Claus Liesegang aus seinen "Kabul Mails" gelesen.

Ellwangen / ard Sie sind Geschichten und im Prinzip schon Geschichte, die „Kabul Mails“ von Claus Liesegang. Und dennoch erscheinen sie aktueller denn je.Im Café „Ars Vivendi“ haben Autor und Verlag die zum Buch gewordene, gewiss nicht alltägliche „Feldpost“ präsentiert.

Im Plauderton las Claus Liesegang, Regionalleiter der Ipf- und Jagst-Zeitung/Aalener Nachrichten, Bundeswehr-Hauptmann der Reserve und von Oktober 2003 bis Januar 2004 im ISAF-Einsatz in Afghanistan, sechs seiner 18 „Kabul Mails“ vor. Untermalt von Fotos und anschaulich gemacht mit einigen Utensilien, vom Turban bis zur Burka.

Vor sechs Jahren, während seiner Zeit im Camp Warehouse in Kabul, hat Liesegang seine E-Mails nach Hause geschickt. Elektronische Feldpost sozusagen, statt der üblichen Gruß-Floskeln jeweils kleine Geschichten und Episoden, in denen er seine Eindrücke und Erlebnisse schildert. Spannend, flott und informativ formuliert, manchmal mit der nötigen, süffisanten Distanz, mit einer guten Portion Humor, aber nie, ohne die ernsthaften Hintergründe aus den Augen zu verlieren. Zusammen mit dem Verlag der Druckerei Opferkuch sind die „Kabul Mails“ nun zu einem kleinen Buch geworden. Den Erlös aus dem Verkauf geht an ein Hilfsprojekt in Afghanistan und an die Familien jener Bundeswehr-Soldaten, die am Hindukusch ihr Leben lassen mussten.

„Die Verteidigung unserer Heimat findet längst nicht mehr vor dem Ellwanger Kasernentor statt“, war einer der Schlüsse, die Druckereichef und Verleger Berthold Opferkuch aus Liesegangs E-Mails in die Heimat zog. Passend zum Spagat zwischen ernstem Hintergrund und schmunzelnder Betrachtung mochte auch die musikalische Untermalung scheinen: Hannes Opferkuch bot am Piano einen Einblick in seine erste, jüngst professionell eingespielte CD. Ein Stück darauf: „Last Liberty“ – letzte Freiheit.

Ob sie in Afghanistan gelingen wird? „Sie muss“, meinte Claus Liesegang am Ende. Wenn der Einsatz dort schiefgehe, wäre nicht nur Afghanistan gescheitert, dann würde auch die Nato, ja die ganze Weltgemeinschaft scheitern. Die Beststeller-Autorin Siba Shakib formuliert es im Nachwort zu Liesegangs Buch so: „Obwohl die Afghanen viel verloren haben in den vergangenen 30 Jahren, haben sie noch Vertrauen in die internationale Gemeinschaft.“

INFO Claus Liesegang: Kabul Mails. Verlag Druckerei Opferkuch. ISBN 978-3-9811422-9-7. Erhältlich im Buchhandel für 13,80 Euro.

(Erschienen: 01.12.2009 16:30)

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