Korruption: Fahnder jagen Wurmlinger Unternehmer
Konkret interessiert sich die Stuttgarter Staatsanwaltschaft für die Lieferung von Krankenhausinventar an eine Moskauer Firma.
Solch eine Lieferung ist Alltag für die Wurmlinger Firma fintec holding GmbH, die sich nach eigenen Angaben mit weltweit 40 Vertretungen "der Bereitstellung eines hoch spezialisierten, ganzheitlichen Dienstleistungsservices für private und staatliche Kunden im Gesundheitswesen" widmet. Der Projektentwickler plant und baut komplette Krankenhäuser, richtet sie ein, hält Serviceangebote vor und schult auch das Personal. Zu der Gruppe mit 40 Mitarbeitern gehören die Firmen GerTech GmbH, Hospital Engineering GmbH, Pharmadrug GmbH und Stericon GmbH, alle mit Sitz in Wurmlingen.
Auf einer Internetseite der Bundesregierung wird die Arbeit der Wurmlinger ausführlich gelobt: "Über 100 Projekte hat die Firmengruppe weltweit bisher realisiert - eine gute Werbung für deutsche Technologie, aber auch für deutschen Unternehmergeist, der auch manchmal schwierige Märkte nicht scheut."
Der schwierige Markt Russland hat die Wurmlinger nun ins Visier der Ermittler gebracht. Denn die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat offenbar den Verdacht, dass ein Großteil der im konkreten Russland-Projekt ausgegebenen Summe Bestechungsgelder sind, die als Betriebsausgaben getarnt worden seien. Von einem 27 Millionen Euro schweren Auftrag sollen mit Hilfe von Briefkastenfirmen rund elf Millionen für dubiose Geschäfte abgezweigt worden seien.
Eine Sprecherin der Behörde sagte, dass die Untersuchungen noch andauerten, da Auslandsermittlungen notwendig seien. Auch gegen Bianca Buchmanns Mann Gerhard, der die Firma mit betreibt, werde ermittelt.
Ehemalige Mitarbeiter der Buchmanns - einer davon soll nach Informationen unserer Zeitung ein entlassener, ehemaliger Geschäftsführer aus dem arabischen Raum sein - weiten die Vorwürfe aus, wie es auf "Spiegel online" heißt: Nicht nur in Russland, sondern auch in Ghana und Libyen soll es zu fragwürdigen Geschäftsabrechnungen gekommen sein.
Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte Bianca Buchmann gestern Abend, dass ein Verfahren anhängig sei: "Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit 2007, aber ohne Fortschritt, das Verfahren bezieht sich auf Russland." Von Korruptionsvorwürfen wisse sie nichts, ebenso wenig von "Briefkastenfirmen," sagte die Unternehmerin, die neben ihrer Tätigkeit in der Firmengruppe auch im Vorstand des CDU-Wirtschaftsrates im Landkreis Tuttlingen aktiv ist und sich im Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft als Vorsitzende engagiert.
"Verschiedene Auffassungen"
Im Grunde, so erläuterte Buchmann, gehe es um verschiedene Auffassungen ihrer Firma und der Steuerbehörden, was betrieblich veranlasste Aufwendungen seien: "Wir haben zuverlässige Geschäftspartner, die entlohnt werden müssen." Das hausinterne Prüfsystem vertrete die Meinung, "dass alles nachvollziehbar ist und klar wird, welche Leistung wie hoch entlohnt wurde."
Für Außenstehende sei es unvorstellbar, welche Kosten bei Auslandsgeschäften bisweilen anfallen könnten: "Es gibt Gebühren, von denen man in Deutschland noch nie gehört hat, die aber gezahlt werden müssen." Das erhöhe die Betriebskosten im Vergleich zu Deutschland enorm. Das Exportrisiko müsse finanziell abgesichert werden.
(Erschienen: 01.12.2008 00:08)
Konkret interessiert sich die Stuttgarter Staatsanwaltschaft für die Lieferung von Krankenhausinventar an eine Moskauer Firma.
Solch eine Lieferung ist Alltag für die Wurmlinger Firma fintec holding GmbH, die sich nach eigenen Angaben mit weltweit 40 Vertretungen "der Bereitstellung eines hoch spezialisierten, ganzheitlichen Dienstleistungsservices für private und staatliche Kunden im Gesundheitswesen" widmet. Der Projektentwickler plant und baut komplette Krankenhäuser, richtet sie ein, hält Serviceangebote vor und schult auch das Personal. Zu der Gruppe mit 40 Mitarbeitern gehören die Firmen GerTech GmbH, Hospital Engineering GmbH, Pharmadrug GmbH und Stericon GmbH, alle mit Sitz in Wurmlingen.
Auf einer Internetseite der Bundesregierung wird die Arbeit der Wurmlinger ausführlich gelobt: "Über 100 Projekte hat die Firmengruppe weltweit bisher realisiert - eine gute Werbung für deutsche Technologie, aber auch für deutschen Unternehmergeist, der auch manchmal schwierige Märkte nicht scheut."
Der schwierige Markt Russland hat die Wurmlinger nun ins Visier der Ermittler gebracht. Denn die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat offenbar den Verdacht, dass ein Großteil der im konkreten Russland-Projekt ausgegebenen Summe Bestechungsgelder sind, die als Betriebsausgaben getarnt worden seien. Von einem 27 Millionen Euro schweren Auftrag sollen mit Hilfe von Briefkastenfirmen rund elf Millionen für dubiose Geschäfte abgezweigt worden seien.
Eine Sprecherin der Behörde sagte, dass die Untersuchungen noch andauerten, da Auslandsermittlungen notwendig seien. Auch gegen Bianca Buchmanns Mann Gerhard, der die Firma mit betreibt, werde ermittelt.
Ehemalige Mitarbeiter der Buchmanns - einer davon soll nach Informationen unserer Zeitung ein entlassener, ehemaliger Geschäftsführer aus dem arabischen Raum sein - weiten die Vorwürfe aus, wie es auf "Spiegel online" heißt: Nicht nur in Russland, sondern auch in Ghana und Libyen soll es zu fragwürdigen Geschäftsabrechnungen gekommen sein.
Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte Bianca Buchmann gestern Abend, dass ein Verfahren anhängig sei: "Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit 2007, aber ohne Fortschritt, das Verfahren bezieht sich auf Russland." Von Korruptionsvorwürfen wisse sie nichts, ebenso wenig von "Briefkastenfirmen," sagte die Unternehmerin, die neben ihrer Tätigkeit in der Firmengruppe auch im Vorstand des CDU-Wirtschaftsrates im Landkreis Tuttlingen aktiv ist und sich im Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft als Vorsitzende engagiert.
"Verschiedene Auffassungen"
Im Grunde, so erläuterte Buchmann, gehe es um verschiedene Auffassungen ihrer Firma und der Steuerbehörden, was betrieblich veranlasste Aufwendungen seien: "Wir haben zuverlässige Geschäftspartner, die entlohnt werden müssen." Das hausinterne Prüfsystem vertrete die Meinung, "dass alles nachvollziehbar ist und klar wird, welche Leistung wie hoch entlohnt wurde."
Für Außenstehende sei es unvorstellbar, welche Kosten bei Auslandsgeschäften bisweilen anfallen könnten: "Es gibt Gebühren, von denen man in Deutschland noch nie gehört hat, die aber gezahlt werden müssen." Das erhöhe die Betriebskosten im Vergleich zu Deutschland enorm. Das Exportrisiko müsse finanziell abgesichert werden.
(Erschienen: 01.12.2008 00:08)





























































