Kneipp: „Ich weiß, auf was ich mich einlasse“
Herr Kneipp, Sie sind mit 34 Jahren der jüngste der drei Kandidaten. Ein Vor- oder Nachteil?
Ich werde darauf immer wieder angesprochen, bislang bekomme ich darauf aber durchweg positive Rückmeldungen. Vielleicht liegt das auch daran, dass Herr Stolz bei seinem Amtsantritt im Jahr 1986 noch jünger war, nämlich 28. Ich glaube, die Leute trauen es mir zu, neue, frische Ideen mitzubringen.
Und welche Ideen sind das?
Das sind zum einen Ideen, die ich durch meine jetzige Arbeit aufgreife. Ich berate Kommunen in ihren Arbeitsabläufen und beim Einsatz von Software. Dadurch habe ich einen regen Kontakt mit Bürgermeistern, Amtsleitern, Rathausmitarbeitern. Daraus ergeben sich viele Ideen: Was tut man für die Jugendarbeit, für die Gestaltung der Gemeinde? Und natürlich in Sachen Wirtschaft, weil ich dort beide Seiten sehr gut kenne, Verwaltung wie Unternehmen.
Wie wollen Sie diese Erkenntnisse nutzen?
Das ist eine Frage des Dialogs mit den Gewerbetreibenden. Der Fokus liegt natürlich auf den Unternehmen, die wir in Merklingen schon haben. Wie geht es denen, wo geht der Weg hin? Wie kann die Gemeinde sie unterstützen? Bei der wirtschaftlichen Situation geht es in den nächsten zwei, drei Jahren vorrangig um die Bestandspflege. Es wird nicht so einfach sein, neue Betriebe anzusiedeln, große schon gar nicht. Aber man kann auch mit der Ansiedlung des ein oder anderen kleinen Betriebes neue Impulse setzen, etwa in Richtung Energiedorf.
Sie sind Diplom-Verwaltungswirt, beraten derzeit Kommunen. Haben Sie darauf hingearbeitet, Bürgermeister zu werden?
Nein, definitiv nicht. Ich war eher umgekehrt der Meinung, dass Bürgermeister ein sehr schwieriger Job ist. Je mehr ich aber mit Kommunen zu tun hatte, desto öfter habe ich mich gefragt: Wie würde ich dieses Problem oder jenes lösen? Mein Wunsch, Bürgermeister zu werden, beschränkt sich ausschließlich auf Merklingen. Ich bin hier ab dem zehnten Lebensjahr aufgewachsen, habe bis vor zehn Jahren hier gelebt. Ich kenne Merklingen, die Menschen, das Umfeld. Anderswo würde ich kein Bürgermeister werden wollen, dazu habe ich einen viel zu attraktiven Job.
Was sind die Themen, die Sie als Bürgermeister anpacken würden?
Als nächstes steht der Abschluss der Nord-Ost-Tangente an. Die ist praktisch fertig, muss aber noch angeschlossen werden. Auch das Konzept des Kindergartens mit der Kleinkindbetreuung muss nach der Fertigstellung weitergeführt werden. Und dann ist da das große Thema Gestaltung der Ortsmitte, speziell in der Langgasse, wo man entscheiden muss, was mit der alten Kindergartenfläche geschieht. Auch die Vermarktung der restlichen Bauplätze im Gebiet Lindenstraße wird ein Thema sein. Ich möchte das kontinuierliche, behutsame Wachstum fortsetzen.
Die großen Themen in Merklingen wie die Nord-Ost-Tangente oder die Kinderbetreuung hat Günter Stolz noch sehr weit vorangebracht. Ist das ein Problem für den Nachfolger?
Keine Frage, Herr Stolz hat sehr, sehr gute Arbeit geleistet und die Kernthemen vorangetrieben, sei es nun der Bau der Gemeindehalle, die Umgehungsstraße, die Kläranlage oder die Kinderbetreuung. Es werden sich aber im Lauf der Zeit immer neue Themen ergeben, die sein Nachfolger angehen muss. Langweilig wird es in Merklingen sicherlich nie.
Das liegt auch an den Arbeitszeiten eines Bürgermeisters. Schrecken Sie die vielen Abendtermine, die Arbeitszeit von 70 oder 80 Stunden?
Nein. Ich komme derzeit pro Woche auch auf 50 bis 60 Stunden. Der Arbeitsbelastung sehe ich gelassen entgegen. Es ist als Bürgermeister wichtig, dass man immer präsent ist, immer ein offenes Ohr für die Menschen hat, das gehört einfach dazu. Ohne geht es nicht. Ich weiß schon, auf was ich mich einlasse.
(Erschienen: 18.09.2009 07:00)
Herr Kneipp, Sie sind mit 34 Jahren der jüngste der drei Kandidaten. Ein Vor- oder Nachteil?
Ich werde darauf immer wieder angesprochen, bislang bekomme ich darauf aber durchweg positive Rückmeldungen. Vielleicht liegt das auch daran, dass Herr Stolz bei seinem Amtsantritt im Jahr 1986 noch jünger war, nämlich 28. Ich glaube, die Leute trauen es mir zu, neue, frische Ideen mitzubringen.
Und welche Ideen sind das?
Das sind zum einen Ideen, die ich durch meine jetzige Arbeit aufgreife. Ich berate Kommunen in ihren Arbeitsabläufen und beim Einsatz von Software. Dadurch habe ich einen regen Kontakt mit Bürgermeistern, Amtsleitern, Rathausmitarbeitern. Daraus ergeben sich viele Ideen: Was tut man für die Jugendarbeit, für die Gestaltung der Gemeinde? Und natürlich in Sachen Wirtschaft, weil ich dort beide Seiten sehr gut kenne, Verwaltung wie Unternehmen.
Wie wollen Sie diese Erkenntnisse nutzen?
Das ist eine Frage des Dialogs mit den Gewerbetreibenden. Der Fokus liegt natürlich auf den Unternehmen, die wir in Merklingen schon haben. Wie geht es denen, wo geht der Weg hin? Wie kann die Gemeinde sie unterstützen? Bei der wirtschaftlichen Situation geht es in den nächsten zwei, drei Jahren vorrangig um die Bestandspflege. Es wird nicht so einfach sein, neue Betriebe anzusiedeln, große schon gar nicht. Aber man kann auch mit der Ansiedlung des ein oder anderen kleinen Betriebes neue Impulse setzen, etwa in Richtung Energiedorf.
Sie sind Diplom-Verwaltungswirt, beraten derzeit Kommunen. Haben Sie darauf hingearbeitet, Bürgermeister zu werden?
Nein, definitiv nicht. Ich war eher umgekehrt der Meinung, dass Bürgermeister ein sehr schwieriger Job ist. Je mehr ich aber mit Kommunen zu tun hatte, desto öfter habe ich mich gefragt: Wie würde ich dieses Problem oder jenes lösen? Mein Wunsch, Bürgermeister zu werden, beschränkt sich ausschließlich auf Merklingen. Ich bin hier ab dem zehnten Lebensjahr aufgewachsen, habe bis vor zehn Jahren hier gelebt. Ich kenne Merklingen, die Menschen, das Umfeld. Anderswo würde ich kein Bürgermeister werden wollen, dazu habe ich einen viel zu attraktiven Job.
Was sind die Themen, die Sie als Bürgermeister anpacken würden?
Als nächstes steht der Abschluss der Nord-Ost-Tangente an. Die ist praktisch fertig, muss aber noch angeschlossen werden. Auch das Konzept des Kindergartens mit der Kleinkindbetreuung muss nach der Fertigstellung weitergeführt werden. Und dann ist da das große Thema Gestaltung der Ortsmitte, speziell in der Langgasse, wo man entscheiden muss, was mit der alten Kindergartenfläche geschieht. Auch die Vermarktung der restlichen Bauplätze im Gebiet Lindenstraße wird ein Thema sein. Ich möchte das kontinuierliche, behutsame Wachstum fortsetzen.
Die großen Themen in Merklingen wie die Nord-Ost-Tangente oder die Kinderbetreuung hat Günter Stolz noch sehr weit vorangebracht. Ist das ein Problem für den Nachfolger?
Keine Frage, Herr Stolz hat sehr, sehr gute Arbeit geleistet und die Kernthemen vorangetrieben, sei es nun der Bau der Gemeindehalle, die Umgehungsstraße, die Kläranlage oder die Kinderbetreuung. Es werden sich aber im Lauf der Zeit immer neue Themen ergeben, die sein Nachfolger angehen muss. Langweilig wird es in Merklingen sicherlich nie.
Das liegt auch an den Arbeitszeiten eines Bürgermeisters. Schrecken Sie die vielen Abendtermine, die Arbeitszeit von 70 oder 80 Stunden?
Nein. Ich komme derzeit pro Woche auch auf 50 bis 60 Stunden. Der Arbeitsbelastung sehe ich gelassen entgegen. Es ist als Bürgermeister wichtig, dass man immer präsent ist, immer ein offenes Ohr für die Menschen hat, das gehört einfach dazu. Ohne geht es nicht. Ich weiß schon, auf was ich mich einlasse.
(Erschienen: 18.09.2009 07:00)





























































