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Klinik dementiert Patienten-Verlegung

ULM / mru Der seit Wochen andauernde Streik am Universitätsklinikum Ulm hat sich offenbar weiter verschärft. Nach Angaben der Ärztegewerkschaft Marburger Bund werden jetzt aufgrund des Arbeitskampfes die ersten Patienten in andere Krankenhäuser verlegt. Die Klinikleitung hat dies gestern aber dementiert.

Zwar soll das Klinikum nicht geräumt werden, wie beispielsweise in Heidelberg. Doch immerhin 50 Patienten sollen in den nächsten Tagen laut Marburger Bund in andere Häuser gebracht werden. Die Klinikleitung dementiert dies. Über Verlegungen entscheide immer noch der Chef und nicht der Marburger Bund.

Streik bedingte Patienten-Verlegungen oder eine teilweise Räumung des Universitätsklinikums fänden nicht statt, teilte Leitender Ärztlicher Direktor Prof. Reinhard Marre mit. Auch die Notfallambulanz der Kinderklinik stehe für Notfälle bereit. Dass Patienten ab und zu verlegt würden, sei in einem Haus mit 1200 Betten etwas ganz normales - sei es, weil sie der Behandlung an der Uniklinik nicht mehr bedürften oder weil ihre Plätze für andere Patienten benötigt würden.

Ärztesprecher Frank Reuther, Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes, stellt die Angelegenheit anders dar. Die ersten Patienten, die normalerweise noch an der Uniklinik weiter behandelt worden wären, seien bereits verlegt worden. Die Ärzte wollten mit dieser Aktion nochmals ausdrücken: "So geht"s nicht weiter." Die Mediziner streiken seit Wochen für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld. Nach Abschluss eines Tarifvertrags für die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst der Länder zwischen Verdi und den Arbeitgebern drängt der Marburger Bund auf einen eigenen Vertrag für die Uni-Ärzte.

"Entscheidungen über Verlegungen trifft der behandelnde Arzt, also der Facharzt und nicht der Chef", sagt Reuther. Eine komplette Räumung sei natürlich nicht möglich, weil die Uniklinik das einzige Krankenhaus mit Maximalversorgung in der Region sei. Es würden auch keine Notfälle verlegt, sondern nur Patienten, bei denen es medizinisch vertretbar sei - beispielsweise jemand, dessen Operation schon einige Tage zurück liegt, der aber noch nicht nach Hause darf. Die Verlegung erfolge möglichst wohnortnah und nur mit Einverständnis des Patienten. Reinhard Marre hofft, dass die Verhandlungen auch politisch zur Chefsache werden und es bald eine Einigung gibt: "Es wäre zu begrüßen, wenn der Ministerpräsident den Knoten durchschlägt und dieser unsägliche Zustand beendet wird."}

Die Leitung der Ulmer Uni-Klinik hat gestern Meldungen dementiert, wonach wegen des Ärztestreiks wie in Heidelberg - dort entstand das Bild - Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Foto: dpa

(Erschienen: 08.06.2006 00:16)

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