Karin Böhme erlebt bewegende Momente
Inzwischen habe ich meine Arbeit in Palästina aufgenommen und viele bewegende Momente gehabt. Es ist etwas anderes, von der Situation der Menschen hier nur gelesen zu haben, oder diese selbst miterleben zu können. Es macht einerseits traurig, motiviert aber andererseits auch, als Zeuge für Ungerechtigkeiten in diesem Land aufzutreten.
Vielleicht erinnern Sie sich an die Geschichte im Alten Testament von König Ahab aus Samaria. Er will von seinem Nachbarn Naboth dessen Weinberg haben, dies nur deshalb, um an dieser Stelle einen Gemüsegarten für sich selbst anzulegen. Naboth weist das Anliegen zurück. Wegen falscher Beschuldigungen, die Ahabs Frau Jezebel angezettelt hat, kommt es zur Steinigung Naboths, der Weinberg wird konfisziert und gelangt letztlich doch in den Besitz des Königs.
Ich will Ihnen eine ähnliche Geschichte erzählen, die in dem kleinen Ort Yanoun mit nur einhundert Einwohnern spielt und wo auch ich drei Monate leben werde. Es ist allerdings nicht nur eine Geschichte, sondern leider bittere Realität. Seit vielen Generationen leben hier palästinensische Familien, die mit Schafen und dem Ertrag ihrer Olivenbäume ihren Lebensunterhalt verdienen. Auf den Höhen rings um den Ort lassen sich seit rund 15 Jahren immer mehr israelische Siedler unrechtmäßig nieder und beanspruchen immer mehr Land der Dorfbewohner. Zurzeit werden dort Weinberge angelegt, wo früher die Schafe palästinensischer Familien weideten. Ich kann gut verstehen, dass diese Menschen das Land ihrer Vorfahren nicht aufgeben wollen und unter sehr schwierigen Umständen hier versuchen weiterzuleben. Und genau wie Naboth einen Zeugen für das ihm und seiner Familie angetane Unrecht brauchte, brauchen auch die Menschen in Yanoun und vielen anderen Orten auf dieser Welt Zeugen für getanes Unrecht .
(Erschienen: 28.08.2009 20:50)
Inzwischen habe ich meine Arbeit in Palästina aufgenommen und viele bewegende Momente gehabt. Es ist etwas anderes, von der Situation der Menschen hier nur gelesen zu haben, oder diese selbst miterleben zu können. Es macht einerseits traurig, motiviert aber andererseits auch, als Zeuge für Ungerechtigkeiten in diesem Land aufzutreten.
Vielleicht erinnern Sie sich an die Geschichte im Alten Testament von König Ahab aus Samaria. Er will von seinem Nachbarn Naboth dessen Weinberg haben, dies nur deshalb, um an dieser Stelle einen Gemüsegarten für sich selbst anzulegen. Naboth weist das Anliegen zurück. Wegen falscher Beschuldigungen, die Ahabs Frau Jezebel angezettelt hat, kommt es zur Steinigung Naboths, der Weinberg wird konfisziert und gelangt letztlich doch in den Besitz des Königs.
Ich will Ihnen eine ähnliche Geschichte erzählen, die in dem kleinen Ort Yanoun mit nur einhundert Einwohnern spielt und wo auch ich drei Monate leben werde. Es ist allerdings nicht nur eine Geschichte, sondern leider bittere Realität. Seit vielen Generationen leben hier palästinensische Familien, die mit Schafen und dem Ertrag ihrer Olivenbäume ihren Lebensunterhalt verdienen. Auf den Höhen rings um den Ort lassen sich seit rund 15 Jahren immer mehr israelische Siedler unrechtmäßig nieder und beanspruchen immer mehr Land der Dorfbewohner. Zurzeit werden dort Weinberge angelegt, wo früher die Schafe palästinensischer Familien weideten. Ich kann gut verstehen, dass diese Menschen das Land ihrer Vorfahren nicht aufgeben wollen und unter sehr schwierigen Umständen hier versuchen weiterzuleben. Und genau wie Naboth einen Zeugen für das ihm und seiner Familie angetane Unrecht brauchte, brauchen auch die Menschen in Yanoun und vielen anderen Orten auf dieser Welt Zeugen für getanes Unrecht .
(Erschienen: 28.08.2009 20:50)
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