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KaVo: Stegmann kritisiert Spekulantentum

LEUTKIRCH - Oberbürgermeister Elmar Stegmann hat den KaVo-Beschäftigten seine Unterstützung zugesagt: "Unser gemeinsames Ziel ist es, für den Erhalt des Standortes Leutkirch und aller Arbeitsplätze zu kämpfen." Von unserem Redakteur Michael Wulf In der Mitgliederversammlung im Vereinsheim, zu der gestern am frühen Abend die IG Metall und der KaVo-Betriebsrat eingeladen hatten, sagte Stegmann vor knapp 200 Beschäftigten, dass man sich auf eine lange Auseinandersetzung einstellen müsse. Aber er sei sich mit seinen Amtskollegen in Biberach und Warthausen einig darüber, dass alle drei Standorten erhalten bleiben müssten.

Von unserem Redakteur Michael Wulf

In der Mitgliederversammlung im Vereinsheim, zu der gestern am frühen Abend die IG Metall und der KaVo-Betriebsrat eingeladen hatten, sagte Stegmann vor knapp 200 Beschäftigten, dass man sich auf eine lange Auseinandersetzung einstellen müsse. Aber er sei sich mit seinen Amtskollegen in Biberach und Warthausen einig darüber, dass alle drei Standorten erhalten bleiben müssten. "Die Verantwortung liegt jetzt bei der Geschäftsleitung, und sonst bei niemandem." Man müsse deutlich machen, welche Bedeutung das Unternehmen für die gesamte Region habe. "Es ist traurig, wenn Shareholder Value und Spekulantentum die wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse in so einem hohen Maße beeinflussen und die Interessen der Mitarbeiter, die das Unternehmen aufgebaut haben, kurzfristigen Erfolgen geopfert werden", sagte Stegmann. "Es ist einfach unanständig, wenn Managergehälter an den Aktienkurs gekoppelt werden und umso höher steigen, je mehr Menschen wegrationalisiert werden."

Zuvor hatte Betriebsratsvorsitzender Klaus Knippschild erklärt, dass man die von der Unternehmensleitung geplante Verlagerung nicht hinnehmen und für den Standort Leutkirch, aber auch für die in Biberach und Warthausen, kämpfen werde. "Wir werden mobilisieren, was wir mobilisieren können."

Lilo Rademacher, die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben, warf der KaVo-Unternehmensleitung um Geschäftsführer Martin Rickert vor, die vorgestellte Konzeption zur Umstrukturierung nicht mit Zahlen untermauert zu haben. "Das ist arrogant", sagt Rademacher. Die Unternehmensleitung sei nur noch ein Gehilfe der US-amerikanischen Mutterfirma Danaher. "Herr Rickert hat sich als willenloses Werkzeug präsentiert. Er hat keinen eigenen Willen und ist nur noch ausführendes Organ der amerikanischen Shareholder. Das ist moralische verwerflich." Zu den bevorstehenden Interessensaus gleichsverhandlungen erklärte Rademacher: "Aus dieser Auseinandersetzung werden die Unternehmensleitung und die Shareholder nicht ungeschoren herauskommen."

(Erschienen: 16.11.2004 00:21)

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