Jeder soll sich gegen Pocken impfen lassen können
Zu Beginn betonte Karl J. Müller, der auch Mitarbeiter der Schweizer Wochenzeitung "Zeit-Fragen" ist, daran, dass die Frage von Krieg und Frieden nicht in einer abgehobenen akademischen Form theoretisch abgehandelt werden könne. Krieg sei die furchtbarste Erfahrung, die ein Mensch oder eine Nation machen könne. Aus den schrecklichen Erfahrungen der letzten zwei Weltkriege habe die Menschheit durch internationale Vereinbarungen Sicherungsmechanismen entwickelt, die einen weiteren und vermutlich letzten - weil alles vernichtenden - Weltkrieg verhindern sollen.
Umso unerträglicher sei das Vorgehen der US-Regierung und der hinter ihr stehenden Kreise, die mit aller Macht einen Krieg gegen den Irak herbeiführen wollten. Offensichtlich gehe es der US-Regierung nicht um Menschenrechte und Demokratie, auch nicht ums Öl allein, sondern um den Ausbau der amerikanischen Hegemonialmacht.
In einem zweiten Teil ging der Referent auf die Frage ein, welche Konsequenzen ein Irak-Krieg und eine deutsche, auch passive Beteiligung daran für die Bevölkerung in Deutschland haben könnte. Es sei eine Illusion zu glauben, mit Kriegen den Terrorismus bekämpfen zu können. Statt dessen sei mit vermehrten Terroranschlägen zu rechnen, die dann auch Deutschland treffen könnten. Eine große Gefahr sei dann auch ein terroristischer Anschlag mit Biowaffen. Das wüssten auch die Regierungen der USA, Großbritanniens und Deutschlands. Um dem zu begegnen, hätten alle Regierungen zum Beispiel große Mengen an Impfstoff gegen Pockenviren angeschafft beziehungsweise bestellt - die deutsche Regierung 35 Millionen Dosen. Diskussionen um vorbeugende Impfmöglichkeiten für die Bevölkerung seien in den USA und in Großbritannien eine Selbstverständlichkeit. Es sei unverständlich und unverantwortlich, dass die deutsche Regierung der Bevölkerung die Möglichkeit verweigere, dass sich jeder, der dies möchte, impfen lassen könne.
Alle Teilnehmer des Abends forderten eine öffentliche Debatte auch in Deutschland. Jeder, der dies möchte, sollte - wie es bis 1980 üblich war - die Möglichkeit haben, sich gegen Pocken impfen zu lassen.
(Erschienen: 18.12.2002 23:30)
Zu Beginn betonte Karl J. Müller, der auch Mitarbeiter der Schweizer Wochenzeitung "Zeit-Fragen" ist, daran, dass die Frage von Krieg und Frieden nicht in einer abgehobenen akademischen Form theoretisch abgehandelt werden könne. Krieg sei die furchtbarste Erfahrung, die ein Mensch oder eine Nation machen könne. Aus den schrecklichen Erfahrungen der letzten zwei Weltkriege habe die Menschheit durch internationale Vereinbarungen Sicherungsmechanismen entwickelt, die einen weiteren und vermutlich letzten - weil alles vernichtenden - Weltkrieg verhindern sollen.
Umso unerträglicher sei das Vorgehen der US-Regierung und der hinter ihr stehenden Kreise, die mit aller Macht einen Krieg gegen den Irak herbeiführen wollten. Offensichtlich gehe es der US-Regierung nicht um Menschenrechte und Demokratie, auch nicht ums Öl allein, sondern um den Ausbau der amerikanischen Hegemonialmacht.
In einem zweiten Teil ging der Referent auf die Frage ein, welche Konsequenzen ein Irak-Krieg und eine deutsche, auch passive Beteiligung daran für die Bevölkerung in Deutschland haben könnte. Es sei eine Illusion zu glauben, mit Kriegen den Terrorismus bekämpfen zu können. Statt dessen sei mit vermehrten Terroranschlägen zu rechnen, die dann auch Deutschland treffen könnten. Eine große Gefahr sei dann auch ein terroristischer Anschlag mit Biowaffen. Das wüssten auch die Regierungen der USA, Großbritanniens und Deutschlands. Um dem zu begegnen, hätten alle Regierungen zum Beispiel große Mengen an Impfstoff gegen Pockenviren angeschafft beziehungsweise bestellt - die deutsche Regierung 35 Millionen Dosen. Diskussionen um vorbeugende Impfmöglichkeiten für die Bevölkerung seien in den USA und in Großbritannien eine Selbstverständlichkeit. Es sei unverständlich und unverantwortlich, dass die deutsche Regierung der Bevölkerung die Möglichkeit verweigere, dass sich jeder, der dies möchte, impfen lassen könne.
Alle Teilnehmer des Abends forderten eine öffentliche Debatte auch in Deutschland. Jeder, der dies möchte, sollte - wie es bis 1980 üblich war - die Möglichkeit haben, sich gegen Pocken impfen zu lassen.
(Erschienen: 18.12.2002 23:30)
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