James Rizzi: Der Popart-Meister schärft in Rißtissen den Blick für Konturen
Mit traumwandlerischer Sicherheit, in einer Linie, zeichnet James Rizzi seine "Rizzi-Birds". Zu jeder Signatur ein kleiner lachender Vogel - und je länger man die Vögel betrachtet, umso auffälliger wird die Ähnlichkeit des Symbols mit dem Künstler. Der Vogel passt zu Rizzi schon deshalb, weil er dieselbe Perspektive auf die Welt hat wie der Künstler. Die Blicke auf sein geliebtes New York, den Big Apple, kommen von weitem, zeugen von einer heiteren Distanz, die Leichtigkeit und Witz ins Bild bringt. Die Skyline von New York bekommt plötzlich ein Gesicht - ist das nicht Sponge Bob, der einem da hundertfach entgegengrinst? Es sind Bilder zum Staunen, die den Betrachter spüren lassen, dass James Rizzi mehr Zeit im Atelier verbringen muss als auf dem Golfplatz - obwohl er dort am Sonntag so erfolgreich war.
Man könnte sie Wimmelbilder nennen, die 3D- Grafiken von Rizzi - minikleine Details, Menschenmengen am Strand von Coney Island, der Vergnügungspark im Hintergrund. Jede Figur hat eine Konturlinie. Viele davon sind ausgeschnitten und an dieselbe Stelle auf ein Schaumstoffpolster wieder aufgeklebt. "Bis zu acht Wochen zeichnet James Rizzi an einem mittleren Format", erklärt seine Übersetzerin Simone Neuber. "Dieselbe Zeit braucht er zum Kolorieren." Dann werden die Zeichnungen vervielfältigt und anschließend geschnitten. Mittlerweile beschäftigt der Künstler "Cutter", die Feinstarbeit leisten müssen. Denn Rizzis Vorgabe ist es, dass beim Schneiden jede noch so feine Konturlinie stehen bleiben muss.
Die Coney Island-Grafik signiert Rizzi dann für den Golfclub-Präsidenten Christian Dangel, aber auch andere Grafiken werden schnell aus den Rahmen gehoben, um eine persönliche Widmung auf dem Passepartout zu bekommen.
In letzter Zeit hat sich der Künstler der Acrylmalerei zugewandt. Auch hier wimmeln die Motive, klar abgegrenzt durch Konturen. Manchmal verbindet er die Konturen, die sich dann wie Linien durchs ganze Bild ziehen.
James Rizzi ist ein internationaler Star und zugleich ein besessener Arbeiter, ein "Workoholic" im produktivsten Sinne. Darüber hinaus weiß er, wie er sein Werk gut unter die Leute bringt. Seine Motive sind auf Briefmarken, genau so wie auf Rosenthal- Porzellan zu finden. James Rizzi ist eben auch eine Marke. Kunst zum Mitnehmen aus dem Museumsshop. Ein Teil dieses Merchandising stand am Sonntagabend neben Bildern als Preise für die Turnierteilnehmer zur Verfügung.
Ein Ehepaar mit schweizerdeutschem Akzent, das sich eine Rosenthal-Tasse vom Künstler signieren ließ, meinte: "Drünke mümer daraus ab'r nümme!"
(Erschienen: 06.05.2008 00:08)
Mit traumwandlerischer Sicherheit, in einer Linie, zeichnet James Rizzi seine "Rizzi-Birds". Zu jeder Signatur ein kleiner lachender Vogel - und je länger man die Vögel betrachtet, umso auffälliger wird die Ähnlichkeit des Symbols mit dem Künstler. Der Vogel passt zu Rizzi schon deshalb, weil er dieselbe Perspektive auf die Welt hat wie der Künstler. Die Blicke auf sein geliebtes New York, den Big Apple, kommen von weitem, zeugen von einer heiteren Distanz, die Leichtigkeit und Witz ins Bild bringt. Die Skyline von New York bekommt plötzlich ein Gesicht - ist das nicht Sponge Bob, der einem da hundertfach entgegengrinst? Es sind Bilder zum Staunen, die den Betrachter spüren lassen, dass James Rizzi mehr Zeit im Atelier verbringen muss als auf dem Golfplatz - obwohl er dort am Sonntag so erfolgreich war.
Man könnte sie Wimmelbilder nennen, die 3D- Grafiken von Rizzi - minikleine Details, Menschenmengen am Strand von Coney Island, der Vergnügungspark im Hintergrund. Jede Figur hat eine Konturlinie. Viele davon sind ausgeschnitten und an dieselbe Stelle auf ein Schaumstoffpolster wieder aufgeklebt. "Bis zu acht Wochen zeichnet James Rizzi an einem mittleren Format", erklärt seine Übersetzerin Simone Neuber. "Dieselbe Zeit braucht er zum Kolorieren." Dann werden die Zeichnungen vervielfältigt und anschließend geschnitten. Mittlerweile beschäftigt der Künstler "Cutter", die Feinstarbeit leisten müssen. Denn Rizzis Vorgabe ist es, dass beim Schneiden jede noch so feine Konturlinie stehen bleiben muss.
Die Coney Island-Grafik signiert Rizzi dann für den Golfclub-Präsidenten Christian Dangel, aber auch andere Grafiken werden schnell aus den Rahmen gehoben, um eine persönliche Widmung auf dem Passepartout zu bekommen.
In letzter Zeit hat sich der Künstler der Acrylmalerei zugewandt. Auch hier wimmeln die Motive, klar abgegrenzt durch Konturen. Manchmal verbindet er die Konturen, die sich dann wie Linien durchs ganze Bild ziehen.
James Rizzi ist ein internationaler Star und zugleich ein besessener Arbeiter, ein "Workoholic" im produktivsten Sinne. Darüber hinaus weiß er, wie er sein Werk gut unter die Leute bringt. Seine Motive sind auf Briefmarken, genau so wie auf Rosenthal- Porzellan zu finden. James Rizzi ist eben auch eine Marke. Kunst zum Mitnehmen aus dem Museumsshop. Ein Teil dieses Merchandising stand am Sonntagabend neben Bildern als Preise für die Turnierteilnehmer zur Verfügung.
Ein Ehepaar mit schweizerdeutschem Akzent, das sich eine Rosenthal-Tasse vom Künstler signieren ließ, meinte: "Drünke mümer daraus ab'r nümme!"
(Erschienen: 06.05.2008 00:08)
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