Inspiration bei frischer Landluft: Das Künstlerdorf Schöppingen
Esther Ernst lebt und arbeitet im Künstlerdorf im münsterländischen Schöppingen nahe der Grenze zu den Niederlanden. Sie ist eine von etwa 30 Literaten und bildenden Künstlern aus aller Welt, die in diesem Jahr ein Stipendium von der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen erhalten haben. Unterstützt durch rund 1000 Euro pro Monat dürfen die von einer Fachjury Ausgewählten auf den beiden denkmalgeschützten Gutshöfen der Stiftung wohnen und arbeiten - inmitten der idyllischen 8000-Seelen-Gemeinde im Kreis Borken.
«Die Ruhe hier auf dem Land ist für die Arbeit einfach super», sagt Esther Ernst. «Man wird nicht abgelenkt und hat jede Menge Freiraum.» Zwischen «hübschen Vorgärten, den Schützenfesten, Landluft und unglaublich vielen Schweinen» könne man sich besonders gut konzentrieren, meint die Künstlerin. Für ihr Projekt, ein zeichnerisches Tagebuch, finde sie hier jede Menge Inspiration.
Auch Achim Wagner, seines Zeichens Lyriker, findet die Atmosphäre im Künstlerdorf besonders angenehm. «Irgendwann kräht der Hahn und der Tag beginnt», sagt der 40 Jahre alte Kölner. In den großen, hellen Räumen der beiden alten Gutshöfe herrsche dann eine «Stimmung des Schaffens». Nicht nur am helllichten Tage, auch noch in tiefster Nacht. «Wenn ich über den Hof laufe und sehe, in einem Atelier brennt Licht, weil jemand noch arbeitet - das steckt dann an», sagt Wagner.
Wer in dem Kreativzentrum eine künstlerische Auszeit braucht, findet auf dem Gutshof genug Möglichkeiten. Beim Pingpong auf der grünen Wiese, beim Kaffee im Kaminzimmer oder beim Gläschen Wein in einem der Ateliers treffe man immer ein paar Kollegen, erzählen Wagner und Ernst. «Und wer mal ganz raus will, geht ins Schöppinger Schwimmbad oder dreht ein Ründchen auf dem Fahrrad», sagt Wagner. Dabei begegne man natürlich immer mal wieder Einheimischen. «Die Schöppinger grüßen immer ganz höflich und freundlich», erzählt der Autor, «die Westfalen sind ja gar nicht so stur.»
Ein Stipendium in der Einrichtung, die unter anderem von der Kunststiftung NRW und einem eigenen Förderverein unter Vorsitz von Christina Rau unterstützt wird, ist gefragt. «Wir haben in diesem Jahr weit mehr als 1000 Bewerbungen erhalten», sagt Geschäftsführer Josef Spiegel. Die Briefe mit den Mappen, Manuskripten und Videos kommen aus aller Welt. Mongolei, Südafrika, Peru, Neuseeland, Schweden - alles dabei. «Nur von der Arktis und der Antarktis hat noch niemand eine Bewerbung geschickt», sagt Spiegel lachend.
Kultureller Austausch unter Kunstschaffenden, das sei eines der Ziele gewesen, welche die Gründer der Einrichtung im Jahr 1989 erreichen wollten. «In erster Linie ist die Stiftung aber dafür gedacht, dass Künstler aus verschiedenen Disziplinen miteinander in Kontakt treten können», sagt Spiegel. Neben Schriftstellern und bildenden Künstlern werden seit einiger Zeit auch Vertreter der experimentellen Komposition und der Neuen Medien aufgenommen.
Maximal sechs Monate lang dürfen die Künstler die Unterstützung der Stiftung in Anspruch nehmen, danach müssen sie ihre Ateliers für die nächsten Stipendiaten freimachen. Auch Esther Ernst räumt dann das «kreative Chaos» von ihrem Schreibtisch. Ihr zeichnerisches Tagebuch hat dann ein Kapitel mehr: «Meine Zeit im Künstlerdorf Schöppingen».
(Erschienen: 03.08.2007 14:07)
Esther Ernst lebt und arbeitet im Künstlerdorf im münsterländischen Schöppingen nahe der Grenze zu den Niederlanden. Sie ist eine von etwa 30 Literaten und bildenden Künstlern aus aller Welt, die in diesem Jahr ein Stipendium von der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen erhalten haben. Unterstützt durch rund 1000 Euro pro Monat dürfen die von einer Fachjury Ausgewählten auf den beiden denkmalgeschützten Gutshöfen der Stiftung wohnen und arbeiten - inmitten der idyllischen 8000-Seelen-Gemeinde im Kreis Borken.
«Die Ruhe hier auf dem Land ist für die Arbeit einfach super», sagt Esther Ernst. «Man wird nicht abgelenkt und hat jede Menge Freiraum.» Zwischen «hübschen Vorgärten, den Schützenfesten, Landluft und unglaublich vielen Schweinen» könne man sich besonders gut konzentrieren, meint die Künstlerin. Für ihr Projekt, ein zeichnerisches Tagebuch, finde sie hier jede Menge Inspiration.
Auch Achim Wagner, seines Zeichens Lyriker, findet die Atmosphäre im Künstlerdorf besonders angenehm. «Irgendwann kräht der Hahn und der Tag beginnt», sagt der 40 Jahre alte Kölner. In den großen, hellen Räumen der beiden alten Gutshöfe herrsche dann eine «Stimmung des Schaffens». Nicht nur am helllichten Tage, auch noch in tiefster Nacht. «Wenn ich über den Hof laufe und sehe, in einem Atelier brennt Licht, weil jemand noch arbeitet - das steckt dann an», sagt Wagner.
Wer in dem Kreativzentrum eine künstlerische Auszeit braucht, findet auf dem Gutshof genug Möglichkeiten. Beim Pingpong auf der grünen Wiese, beim Kaffee im Kaminzimmer oder beim Gläschen Wein in einem der Ateliers treffe man immer ein paar Kollegen, erzählen Wagner und Ernst. «Und wer mal ganz raus will, geht ins Schöppinger Schwimmbad oder dreht ein Ründchen auf dem Fahrrad», sagt Wagner. Dabei begegne man natürlich immer mal wieder Einheimischen. «Die Schöppinger grüßen immer ganz höflich und freundlich», erzählt der Autor, «die Westfalen sind ja gar nicht so stur.»
Ein Stipendium in der Einrichtung, die unter anderem von der Kunststiftung NRW und einem eigenen Förderverein unter Vorsitz von Christina Rau unterstützt wird, ist gefragt. «Wir haben in diesem Jahr weit mehr als 1000 Bewerbungen erhalten», sagt Geschäftsführer Josef Spiegel. Die Briefe mit den Mappen, Manuskripten und Videos kommen aus aller Welt. Mongolei, Südafrika, Peru, Neuseeland, Schweden - alles dabei. «Nur von der Arktis und der Antarktis hat noch niemand eine Bewerbung geschickt», sagt Spiegel lachend.
Kultureller Austausch unter Kunstschaffenden, das sei eines der Ziele gewesen, welche die Gründer der Einrichtung im Jahr 1989 erreichen wollten. «In erster Linie ist die Stiftung aber dafür gedacht, dass Künstler aus verschiedenen Disziplinen miteinander in Kontakt treten können», sagt Spiegel. Neben Schriftstellern und bildenden Künstlern werden seit einiger Zeit auch Vertreter der experimentellen Komposition und der Neuen Medien aufgenommen.
Maximal sechs Monate lang dürfen die Künstler die Unterstützung der Stiftung in Anspruch nehmen, danach müssen sie ihre Ateliers für die nächsten Stipendiaten freimachen. Auch Esther Ernst räumt dann das «kreative Chaos» von ihrem Schreibtisch. Ihr zeichnerisches Tagebuch hat dann ein Kapitel mehr: «Meine Zeit im Künstlerdorf Schöppingen».
(Erschienen: 03.08.2007 14:07)
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