In Lindau ist Viktor Shtivelberg endlich angekommen
Das Orthaus blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Das "Orthus", übersetzt das Haus am Ort, sprich am Markt, der sich früher hier befand, ist kein gewöhnliches Haus, und auch die Malerei von Victor Shtivelberg fällt auf. Kulturamtsleiterin Angela Heilmann wünschte in Vertretung von OB Petra Seidl Shtivelberg und seiner Frau Ninelle mit einem Zitat von William Morgner einen guten Start: "Wer glücklich ist, soll bleiben. Denn das Glück ist ein transportempfindliches Möbelstück."
In Lindau stimme die Energie und gefühlsmäßig sei es hier wärmer als in so hektischen schnelllebigen Städten wie Frankfurt, wo Ninelle Shtivelberg beruflich tätig ist. Vor dem Umzug nach Lindau war die Galerie in Meersburg zu Hause. "Durch Zufall haben wir Meersburg entdeckt", erzählte Ninelle Shtivelberg von den Stationen des Malers, der seit 2003 in Deutschland lebt. Er ist Jahrgang 1960, hat an der Kunsthochschule Odessa studiert, bis seine Eltern nach Israel gingen. Er kam mit und machte erstmals die Erfahrung, dass Maler zu sein nichts Besonderes ist. Vielmehr musste er sich einen Platz unter vielen erobern. Von dort machte er einen großen Sprung nach Kanada. Weil seine Bilder in Deutschland mit Erfolg in Ausstellungen zu sehen waren, kam Shtivelberg schließlich an den See, der ihn an das Schwarze Meer erinnert.
Seine Bilder sind keinem Stil oder Richtung innerhalb der Malerei zuzuordnen. Sie bergen Ikonenhaftes, Naives und einen feinsinnigen Humor in sich, der, so Ninelle Shtivelberg, für in Odessa Geborene charakteristisch sei. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Figürlichem, das auf mystische Weise versetzt wird Zeichen und Symbolen aus den Kulturen Russlands und Israels. So sind die Bilder weder von einem wirklichen Realismus noch von Symbolismus geprägt, sondern bestehen auf der freien Wahl der Mittel.
Der Maler will in keine Schublade
In keine Schublade möchte Shtivelberg gesteckt werden und sagt, dass "jeder Künstler Mittler und nicht Schöpfer seiner Werke ist". Sich ganz den kreativen Energien hinzugeben, ist der Weg, um so Skurriles wie den hoch gestreckten Profilkopf zu schaffen, der auf seiner Nasenwurzel ein einer Schildkröte ähnliches Wesen balanciert, betitelt mit "Vor-Stellung", oder so Hintergründiges wie einen Tanz mit drei Kreiseln, das das Leben selbst als ein ewiges Karussell des Geschehens darstellen soll, das so schnell wie der Wind seine Richtung ändern kann. Auffallend sind an Shtivelbergs in Öl gemalten Bildern seine Präzision und die reliefartigen Strukturen, die den Eindruck von Mosaiken hervorrufen. Die Farbpalette reicht von feinster Abstufung in hellen Brauntönen bis zu einem warmen kräftigen Orange.
Liest man Shtivelbergs Ausstellungsliste, ist diese erstens lang und zweitens von weltweiten Orten geprägt. Außer seiner Heimatstadt finden sich darunter Galerien und Museen in Moskau, Haifa, Tel Aviv und Jerusalem, Toronto, Vancouver, New York, Paris, London, Frankfurt und jetzt Lindau. Viel gereist ist er, doch es ist ganz wichtig, auch mal anzukommen und zu bleiben!
(Erschienen: 22.10.2007 00:07)
Das Orthaus blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Das "Orthus", übersetzt das Haus am Ort, sprich am Markt, der sich früher hier befand, ist kein gewöhnliches Haus, und auch die Malerei von Victor Shtivelberg fällt auf. Kulturamtsleiterin Angela Heilmann wünschte in Vertretung von OB Petra Seidl Shtivelberg und seiner Frau Ninelle mit einem Zitat von William Morgner einen guten Start: "Wer glücklich ist, soll bleiben. Denn das Glück ist ein transportempfindliches Möbelstück."
In Lindau stimme die Energie und gefühlsmäßig sei es hier wärmer als in so hektischen schnelllebigen Städten wie Frankfurt, wo Ninelle Shtivelberg beruflich tätig ist. Vor dem Umzug nach Lindau war die Galerie in Meersburg zu Hause. "Durch Zufall haben wir Meersburg entdeckt", erzählte Ninelle Shtivelberg von den Stationen des Malers, der seit 2003 in Deutschland lebt. Er ist Jahrgang 1960, hat an der Kunsthochschule Odessa studiert, bis seine Eltern nach Israel gingen. Er kam mit und machte erstmals die Erfahrung, dass Maler zu sein nichts Besonderes ist. Vielmehr musste er sich einen Platz unter vielen erobern. Von dort machte er einen großen Sprung nach Kanada. Weil seine Bilder in Deutschland mit Erfolg in Ausstellungen zu sehen waren, kam Shtivelberg schließlich an den See, der ihn an das Schwarze Meer erinnert.
Seine Bilder sind keinem Stil oder Richtung innerhalb der Malerei zuzuordnen. Sie bergen Ikonenhaftes, Naives und einen feinsinnigen Humor in sich, der, so Ninelle Shtivelberg, für in Odessa Geborene charakteristisch sei. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Figürlichem, das auf mystische Weise versetzt wird Zeichen und Symbolen aus den Kulturen Russlands und Israels. So sind die Bilder weder von einem wirklichen Realismus noch von Symbolismus geprägt, sondern bestehen auf der freien Wahl der Mittel.
Der Maler will in keine Schublade
In keine Schublade möchte Shtivelberg gesteckt werden und sagt, dass "jeder Künstler Mittler und nicht Schöpfer seiner Werke ist". Sich ganz den kreativen Energien hinzugeben, ist der Weg, um so Skurriles wie den hoch gestreckten Profilkopf zu schaffen, der auf seiner Nasenwurzel ein einer Schildkröte ähnliches Wesen balanciert, betitelt mit "Vor-Stellung", oder so Hintergründiges wie einen Tanz mit drei Kreiseln, das das Leben selbst als ein ewiges Karussell des Geschehens darstellen soll, das so schnell wie der Wind seine Richtung ändern kann. Auffallend sind an Shtivelbergs in Öl gemalten Bildern seine Präzision und die reliefartigen Strukturen, die den Eindruck von Mosaiken hervorrufen. Die Farbpalette reicht von feinster Abstufung in hellen Brauntönen bis zu einem warmen kräftigen Orange.
Liest man Shtivelbergs Ausstellungsliste, ist diese erstens lang und zweitens von weltweiten Orten geprägt. Außer seiner Heimatstadt finden sich darunter Galerien und Museen in Moskau, Haifa, Tel Aviv und Jerusalem, Toronto, Vancouver, New York, Paris, London, Frankfurt und jetzt Lindau. Viel gereist ist er, doch es ist ganz wichtig, auch mal anzukommen und zu bleiben!
(Erschienen: 22.10.2007 00:07)
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