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Im neuen Jahr wird vieles anders

RAVENSBURG - Weit reichende strukturelle Veränderungen gibt es im neuen Jahr an den sechs Häusern der Oberschwabenklinik (OSK). Der Aufsichtsrat hat das von Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Harrison erarbeitete Konzept gut geheißen.

Von unserem Redakteur Anton Wassermann

"Wir gehen sehr stark auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ein und stellen uns entsprechend auf", beschreibt Harrison die Vorzüge dieses Konzepts und fügt hinzu: "Wir haben hier nicht das Rad neu erfunden, sondern orientieren uns an dem, was weltweite Marktführer im Klinikwesen bereits erfolgreich praktizieren." In den USA, woher Harrison herkommt, habe man mit dieser Organisations- und Arbeitsweise ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Die OSK hat mit Professor Dr. Jörg Beyer einen Medizinischer Direktor berufen, der keiner Abteilung angehört. Zur oberen Führungsebene gehört ferner ein Direktor für Patienten- und Prozessmanagement. Diese Funktion nimmt Uwe Petersen wahr, der ursprünglich aus dem Pflegebereich kommt.

Zu seinen Aufgaben gehört es, dafür zu sorgen, dass sich die Mediziner und Pflegekräfte unterschiedlicher Disziplinen in Teams um Patienten kümmern, um in Absprache mit den Patienten die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen festzulegen und ohne Verzögerung damit anzufangen. "Wir müssen das Krankenhaus aus dem Blickwinkel des Patienten betrachten. Das ist des Pudels Kern", meint Elisabeth Harrison. Sie weiß aber auch, dass sie allen Mitarbeitern eine große mentale Leistung abverlangt: "Jede Veränderung macht unsicher und erzeugt Angst. Daher machen wir, abgestimmt auf alle Bereiche, Mitarbeiter-Coachings und Management-Seminare."

Harrison verspricht sich von diesen Umstrukturierungen einen Imagewandel vor allem für das Elisabethenkrankenhaus in Ravensburg. Sie sieht darin aber auch ein probates Mittel, die OSK wieder aus der Verlustzone zu bringen. "Die OSK hatte 2004 ein Defizit von 5,8 Millionen Euro. Im laufenden Jahr werden wir unter drei Millionen Euro bleiben. Spätestens 2007 sollen wieder schwarze Zahlen in der Bilanz stehen", verspricht sie. Defizite baue man aber nicht dadurch ab, dass man die Qualität reduziere. Das Gegenteil sei der Fall, meint der Medizinische Direktor Jörg Beyer: "Wir stellen beispielsweise in der Notaufnahme zusätzliche Leute ein. Man muss die Betriebsabläufe verbessern und Doppelstrukturen beseitigen. Das spart unnötige Ausgaben und kommt dem Patienten unmittelbar zugute."

Apparate-Wettrüsten hört auf

Medizinische Geräte könnten besser ausgelastet und das Apparate-Wettrüsten zwischen einzelnen Abteilungen und Häusern vermieden werden, wenn die Mitarbeiter mehr im Blick haben als ihre Abteilung oder ihr Haus, sagt der Medizinische Direktor: "Wenn wir bestimmte aufwendige Untersuchungen und Operationen, die bisher an einem anderen Haus nur noch vereinzelt stattgefunden haben, ausschließlich am EK vornehmen, verschlechtern wir nicht das medizinische Angebot im Kreis, sondern geben dem Patienten mehr Sicherheit, weil er die Gewähr hat, dass er sich einem in dieser Technik erfahrenen und routinierten Mediziner anvertraut."

Aufnahme an allen Häusern

Die neue innerbetriebliche Struktur der OSK erlaubt es laut Geschäftsführerin Harrison, verlustfrei zu wirtschaften und gleichzeitig eine flächendeckende qualitativ hoch stehende medizinische Versorgung anzubieten: "Jeder kann sich an das nächst gelegene Krankenhaus wenden. Ein qualifiziertes Team von Medizinern entscheidet bei der Aufnahme, ob der Patient an Ort und Stelle ambulant oder stationär behandelt werden kann oder umgehend nach Wangen oder Ravensburg verlegt werden muss.

(Erschienen: 23.12.2005 00:16)

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