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Hitzlsperger: Kritischer Kopf mit viel Sinn für Spaß

Stuttgart / dpa Als schussgewaltiger Mittelfeldmann beim VfB Stuttgart und in der Nationalmannschaft ist Thomas Hitzlsperger längst eine feste Größe. Aber der 26 Jahre alte Profi hat auch andere Qualitäten als seinen legendären "Hammer", nur dass diese in der Öffentlichkeit wenig bekannt und für einen Fußballspieler eher ungewöhnlich sind. Hitzlsperger ist ein kritischer Kopf mit großem Interesse für gesellschaftspolitische Fragen und viel Sinn für Humor.

Aber der 26 Jahre alte Profi hat auch andere Qualitäten als seinen legendären "Hammer", nur dass diese in der Öffentlichkeit wenig bekannt und für einen Fußballspieler eher ungewöhnlich sind. Hitzlsperger ist ein kritischer Kopf mit großem Interesse für gesellschaftspolitische Fragen und viel Sinn für Humor. "Fußball ist nicht alles im Leben, auch wenn er bei mir natürlich absolute Priorität genießt", sagte der wegen einer Fleischwunde gegen den 1. FC Nürnberg verletzt Ausfallende der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Ich will mich über das Zeitgeschehen informieren."

Vor allem sein Engagement gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus ist eher untypisch für diesen Berufszweig. Als die Wochenzeitung "Die Zeit" ihn bat, Beiträge für ihren Internet-Blog "Störungsmelder" zu verfassen, zögerte Hitzlsperger nicht. "Ich stehe ganz deutlich dafür, mich gegen Nazis auszusprechen", sagte er. Deshalb sei es für ihn auch selbstverständlich, seine Texte selbst zu verfassen. "Als Fußballer begegnet mir das Thema Ausländerfeindlichkeit immer wieder", schrieb er in einem Online- Auftritt, der viele - überwiegend positive - Reaktionen auslöste. Er habe erlebt, auch in seinen fünf Jahren beim britischen Premier-Club Aston Villa, "wie Mitspieler aufgrund ihrer Hautfarbe beschimpft wurden, und die Aggressivität hat sich unterschieden von den üblichen Beschimpfungen, denen man im Fußballstadion ausgesetzt ist".

Wenn es um Spaß und Scherze geht, ist der nach eigener Einschätzung eher ruhige und sachliche Oberbayer aber auch voll dabei. Vor allem mit seinen VfB-Kumpels Mario Gomez, Ludovic Magnin und Raphael Schäfer heckt Hitzlsperger gerne Streiche aus, die auch einen aus der "Viererbande" selbst treffen können. So wunderte sich Schlussmann Schäfer vor einigen Wochen, weshalb er plötzlich Anrufe auf seinem Privathandy wegen des Verkaufs seines Autos erhielt. "Ich habe vielleicht die besten Internetkenntnisse", räumte Hitzlsperger indirekt ein, die fingierte Anzeige ins Netz gestellt zu haben.

Sportlich hat "Hämmerle", wie er in Anspielung auf seinen Spitznamen "The Hammer" schwäbisch verniedlicht manchmal gerufen wird, in diesem Jahr zwei große Ziele: Mit dem VfB will er "mindestens Platz fünf" erreichen, nachdem der Meisterschaftszug längst abgefahren ist: "Wir dürfen nach dem Rückschlag gegen Leverkusen nur nicht unruhig werden." Mit der Nationalmannschaft will er eine gute EM spielen. "Wir haben das Potenzial, Europameister zu werden, und zählen sicher zu den Mitfavoriten. Aber es wird schwer, da es viele andere Titelkandidaten gibt", sagte er. Persönlich strebt Hitzlsperger "mehr Einsätze bei der EM" an. "Stammspieler" gibt er bewusst nicht als Ziel aus, da dies "nur für wenige" zutreffe.

Obwohl Hitzlsperger seine eigene Leistung kritisch beäugt und beurteilt, sieht er sich in einer wesentlich stärkeren Position als während der WM. Dort durfte er im "kleinen Finale" gegen Portugal ein paar Minuten mitspielen, wohl als Dank für sein klagloses Stillhalten. "Ich habe mich weiterentwickelt und die Zeit seither genutzt", sagte er. "Ich möchte mich in der Nationalmannschaft festbeißen." Nach gewissen Eingewöhnungsschwierigkeiten fühlt sich Hitzlsperger längst wohl im Schwabenland. Im vergangenen August verlängerte er seinen Vertrag bis Ende Juni 2010 und kann sich durchaus vorstellen, noch länger für den VfB zu spielen, "wenn wir Erfolg haben". Er "warte nicht auf einen Anruf aus München", auch wenn er aus familiären Gründen häufig nach Bayern fahre.

(Erschienen: 16.04.2008 12:17)

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