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Historischer Machtwechsel in Paraguay

Asunción / dpa Der frühere katholische Armen-Bischof Fernando Lugo hat die Präsidentenwahl in Paraguay am Sonntag mit 40 Prozent klar gewonnen und damit einen historischen Machtwechsel erzwungen. «Ich werde für die Armen und die Schwachen arbeiten, und dieses Land soll für seine Ehrlichkeit und nicht mehr für seine Korruption bekannt sein», sagte der sozialdemokratisch ausgerichtete Politikneuling bei einer Rede vor Zehntausenden Anhängern. In den Straßen der Hauptstadt Asunción feierten unterdessen Zehntausende Menschen den Sieg Lugos und das Ende der Hegemonie der seit 61 Jahren ununterbrochen regierenden Colorado-Partei.

«Ich werde für die Armen und die Schwachen arbeiten, und dieses Land soll für seine Ehrlichkeit und nicht mehr für seine Korruption bekannt sein», sagte der sozialdemokratisch ausgerichtete Politikneuling bei einer Rede vor Zehntausenden Anhängern. In den Straßen der Hauptstadt Asunción feierten unterdessen Zehntausende Menschen den Sieg Lugos und das Ende der Hegemonie der seit 61 Jahren ununterbrochen regierenden Colorado-Partei. «Lugo hat Herz», sangen die Menschen eines der Wahlkampflieder.

Die Colorado-Kandidatin Blanca Ovelar kam auf etwa 30 Prozent und gestand ihre Niederlage ein. «Die Ergebnisse sind unumkehrbar und wir erkennen den Triumph Fernando Lugos an», sagte sie nach Auszählung von knapp 90 Prozent der Stimmen. In beiden Kammern des Parlaments verfehlte Lugo mit seiner Patriotischen Allianz für den Wandel (APC) jedoch eine Mehrheit. Die APC besteht aus zehn Parteien und einem Dutzend sozialer Bewegungen von ganz links bis rechts. Auf Platz drei kam mit 21,8 Prozent der frühere Putschist und General im Ruhestand Lino Oviedo. Platz vier belegte der Unternehmer Pedro Fadul, für den 2,4 Prozent stimmten.

Neben der Bekämpfung der Korruption hatte Lugo im Wahlkampf eine Agrarreform und eine gerechtere Verteilung der Gewinne aus dem gemeinsam mit Brasilien betriebenen Wasserkraftwerk Itaipú angekündigt. Bei diesen Vorhaben dürfte er allerdings auf erbitterten Widerstand der Großgrundbesitzer, Brasiliens und der Colorado-Partei stoßen. Die Colorado-Partei, die etwa eine Millionen Mitglieder hat und damit die mit Abstand größte Organisation des Agrarstaates ist, hatte es seit dem Ende der Diktatur des deutschstämmigen Alfredo Stroessner 1989 nicht geschafft, die Bedürfnisse der breiten Massen zu befriedigen.

Obwohl Paraguay ein großer Erzeuger von Soja und Rindfleisch ist, deren Weltmarktpreise in den vergangenen Jahren explodiert sind, lebt die Mehrheit der Menschen in Armut. Unter Amtsinhaber Nicanor Duarte Frutos kam der Geldsegen aus den Agrarexporten nur einer kleinen Minderheit zu Gute.

Während Nachbarländer wie Argentinien und Uruguay sich wirtschaftlich erholen konnten, kehrten deshalb immer mehr Paraguayer der wirtschaftlichen Not in ihrer Heimat den Rücken und wanderten vor allem nach Spanien aus. «In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der Immigranten aus Paraguay in die Höhe geschnellt. Etwa 120 000 leben in Spanien, davon nur 20 000 legal», sagte ein spanischer Diplomat der Deutschen Presse-Agentur dpa.

(Erschienen: 21.04.2008 08:00)

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