Henri Ullrich fängt die Sterne am Himmel ein
Die Nacht hat sich über Maselheim gelegt. Die beiden Straßenlaternen vor den Haus erlöschen und am klaren Himmel leuchten die Sterne. Höchste Zeit für Henri Ullrich, der nun das Dach seiner Sternwarte aufschiebt und die Technik einstellt. "Da oben gibt es so viel zu entdecken, ein Menschenleben reicht dafür gar nicht", sagt der Hobby-Astronom. Lange habe er sich schöne Bilder von anderen angeschaut. Vor 15 Jahren hat er sich ein Teleskop gekauft. Seither verbringt er rund 30 Nächte im Jahr in seiner Warte, die von außen eher wie ein Geräteschuppen anmutet. Darin verbirgt sich jedoch ein Teleskop, eine modifizierte Spiegelreflexkamera, ein Rechner mit Internetzugang und eine Alarmanlage.
"Das Frühjahr ist Galaxienzeit", sagt Ullrich. Die kleinen, leuchtenden Flecken im Himmel faszinieren ihn. "Wenn ich das heute anschaue, dann ist das Licht losgeschickt worden, als die Dinos noch auf der Welt waren", beschreibt er die Entfernung von 60 Millionen Lichtjahren.
Astrofotos brauchen Zeit
Um das auf einem Foto einzufangen, verbringt er fast zwei Stunden in seiner Sternwarte. Die Astrofotografie sei ein langwieriges Unterfangen. Die an das Teleskop angebrachte Kamera belichtet ein Bild zu acht Minuten. "So wie die Sonne tagsüber die Erde umwandert, so machen das auch die Sternenbilder", erklärt Ullrich. Die Erdrotation müsse er exakt ausgleichen. Also führt er das Teleskop mit, während die Kamera belichtet. Eine Steuerung hilft ihm dabei. 15 Bilder können so in einer Stunde entstehen. Nur wenn er diese später mittels eines Computerprogramms übereinander lappt, ergibt sich ein gutes Bild. Nach einer Nacht in der Sternwarte verbringt er einen ganzen Tag am Rechner.
Einige seiner Bilder zeigt der Hobby-Astronom derzeit in einer Ausstellung im Maselheimer Rathaus. Er zeigt Fotos aus allen Jahreszeiten. Bei einem Vortrag hat er erzählt, wie die Fotos entstanden sind. Auch ein 60 auf 90 Zentimeter großes Bild des Mondes wird darunter sein. Darauf wirkt der Mond, als sei er ganz nah. Riesige Krater sind erkennbar und auch die sogenannten Mondalpen. Weitere Bilder zeigen Gasnebel, Kugelhaufen, offene Sternenhaufen und planetarische Nebel. Henri Ullrich, der seit 2002 Beobachtungsleiter der Sternwarte in Laupheim ist, beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Astrologie. Wenn er andere Menschen dafür begeistern kann und sein Wissen teilen darf, freut er sich.
(Erschienen: 28.04.2009 00:07)
Die Nacht hat sich über Maselheim gelegt. Die beiden Straßenlaternen vor den Haus erlöschen und am klaren Himmel leuchten die Sterne. Höchste Zeit für Henri Ullrich, der nun das Dach seiner Sternwarte aufschiebt und die Technik einstellt. "Da oben gibt es so viel zu entdecken, ein Menschenleben reicht dafür gar nicht", sagt der Hobby-Astronom. Lange habe er sich schöne Bilder von anderen angeschaut. Vor 15 Jahren hat er sich ein Teleskop gekauft. Seither verbringt er rund 30 Nächte im Jahr in seiner Warte, die von außen eher wie ein Geräteschuppen anmutet. Darin verbirgt sich jedoch ein Teleskop, eine modifizierte Spiegelreflexkamera, ein Rechner mit Internetzugang und eine Alarmanlage.
"Das Frühjahr ist Galaxienzeit", sagt Ullrich. Die kleinen, leuchtenden Flecken im Himmel faszinieren ihn. "Wenn ich das heute anschaue, dann ist das Licht losgeschickt worden, als die Dinos noch auf der Welt waren", beschreibt er die Entfernung von 60 Millionen Lichtjahren.
Astrofotos brauchen Zeit
Um das auf einem Foto einzufangen, verbringt er fast zwei Stunden in seiner Sternwarte. Die Astrofotografie sei ein langwieriges Unterfangen. Die an das Teleskop angebrachte Kamera belichtet ein Bild zu acht Minuten. "So wie die Sonne tagsüber die Erde umwandert, so machen das auch die Sternenbilder", erklärt Ullrich. Die Erdrotation müsse er exakt ausgleichen. Also führt er das Teleskop mit, während die Kamera belichtet. Eine Steuerung hilft ihm dabei. 15 Bilder können so in einer Stunde entstehen. Nur wenn er diese später mittels eines Computerprogramms übereinander lappt, ergibt sich ein gutes Bild. Nach einer Nacht in der Sternwarte verbringt er einen ganzen Tag am Rechner.
Einige seiner Bilder zeigt der Hobby-Astronom derzeit in einer Ausstellung im Maselheimer Rathaus. Er zeigt Fotos aus allen Jahreszeiten. Bei einem Vortrag hat er erzählt, wie die Fotos entstanden sind. Auch ein 60 auf 90 Zentimeter großes Bild des Mondes wird darunter sein. Darauf wirkt der Mond, als sei er ganz nah. Riesige Krater sind erkennbar und auch die sogenannten Mondalpen. Weitere Bilder zeigen Gasnebel, Kugelhaufen, offene Sternenhaufen und planetarische Nebel. Henri Ullrich, der seit 2002 Beobachtungsleiter der Sternwarte in Laupheim ist, beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Astrologie. Wenn er andere Menschen dafür begeistern kann und sein Wissen teilen darf, freut er sich.
(Erschienen: 28.04.2009 00:07)
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