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Harald Christ: Arbeiterkind und Multimillionär

Berlin / dpa Der Sozialdemokrat Harald Christ (37) ist ein Manager aus dem Arbeitermilieu, der in der Finanzbranche eine steile Karriere machte. Der gebürtige Rheinhesse begann nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann als 19-Jähriger beim Finanzdienstleister BHW, kam mit 27 als Vertriebsdirektor zur Deutschen Bank und wurde als Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft HCI (2002 bis 2007) zum Multimillionär. Der Sohn eines Opel-Arbeiters aus Gimbsheim bei Worms (Rheinland- Pfalz) trat schon mit 16 Jahren in die SPD ein.

Der gebürtige Rheinhesse begann nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann als 19-Jähriger beim Finanzdienstleister BHW, kam mit 27 als Vertriebsdirektor zur Deutschen Bank und wurde als Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft HCI (2002 bis 2007) zum Multimillionär.

Der Sohn eines Opel-Arbeiters aus Gimbsheim bei Worms (Rheinland- Pfalz) trat schon mit 16 Jahren in die SPD ein. Eigentlich wollte er schon damals in die Politik. Dann zog er doch die Laufbahn in der Wirtschaft vor. Christ bezeichnet sich selbst als leidenschaftlichen Vertriebsprofi. Sein Rezept? «Ich habe schon immer sehr hart gearbeitet, ich wusste immer sehr genau, was ich wollte, ich habe immer gesagt, was ich wollte, und ich habe getan, was ich gesagt habe.»

Nach den fünf Jahren bei HCI in Hamburg wechselte er zur Berliner Weberbank, die er nach neun Monaten wieder verließ, weil ihm der Sprung an die Vorstandsspitze versagt blieb. Christ lebt auch heute noch mit seinem Lebensgefährten in Berlin und beteiligt sich als selbstständiger Finanzinvestor an mittelständischen Unternehmen, zuletzt an der Biomarktkette Vitalia und dem Büromöbelhersteller Samas.

In dem Buch «Auf der Höhe der Zeit» (Mitherausgeber: Frank-Walter Steinmeier) verteidigte Christ 2007 die in der SPD umstrittene Reformpolitik Gerhard Schröders als mutig und wandte sich gegen einen «Versorgungsstaat». «Die SPD wird in ihrem Selbstverständnis noch immer geprägt durch eine Underdog-Perspektive, eine Opfer- und Oppositionsmentalität, die sicherlich das Resultat ihrer 150-jährigen Geschichte ist», schrieb er. Die SPD müsse diese Grundhaltung überwinden, um auf den Weg in die Mitte der Gesellschaft zu gelangen, «wo die Wahlen gewonnen oder verloren werden».

(Erschienen: 30.07.2009 16:15)

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