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Flughafen wächst auf dreifache Größe

FRIEDRICHSHAFEN - Weil man Flugzeuge laut Airport-Chef Hans Weiss "nicht stapeln und Leute nicht stauchen kann", wird"s am Flughafen in Spitzenzeiten eng. Drängeln sich derzeit 670 000 Passagiere pro Jahr an den Schaltern, werden für 2015 über 1 Million jährlich prognostiziert. Darum wird nun kräftig erweitert.

"Die Entwicklung im Luftverkehr hat unsere Planungen noch immer überholt", beschreibt Hans Weiss, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH, die aktuelle Lage. Zu Stoßzeiten quetschen sich die Passagiere an den Schaltern oder ärgern sich über lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen. Die Zollbeamten kriegen bei Massenankünften ebenfalls schon mal Probleme - im krassen Fall schütten 14 Boeings am Tag Skitouristen in Friedrichshafen aus. "Wir wollen die 450 Passagiere, die wir im Moment pro Stunde abfertigen können, auf 750 steigern", sagt Weiss. Grund genug also, um den Bodensee Airport zu erweitern. Was freilich so einfach nicht ist, da der Platz, um sich auszudehnen, begrenzt ist: "Wir sind eingezwängt zwischen Rollfeld, Straße und Bahnlinie", beschreibt Weiss. Darum muss der Flughafen in die Länge wachsen.

Fläche verdreifacht sich

Und er wächst ganz gehörig in den nächsten Jahren: Bis 2010 soll die Fläche von derzeit 2000 auf 6000 Quadratmeter verdreifacht werden, wie der Esslinger Architekt Hartmut Kopper erläutert. Er hat auch das bestehende Flughafengebäude entworfen und ist daher darauf bedacht, dass die zusätzlichen Elemente dazu passen "wie aus einem Guss". So hat Kopper den Anbauten, welche sich auf beiden Seiten an die jetzige Ankunftshalle anschließen, "aufgelöste Glasfassaden" und ausladende Vordächer verpasst. Das Gesamt-Ensemble wird am Ende vor allem deshalb anders ausschauen, weil die Neubauten tiefer in die momentane Zufahrtsstraße hineinragen - auf diese Weise entsteht vor der jetzigen Ankunftshalle ein Vorplatz, auf dem "durchaus mal was stattfinden kann" und eine Café-Außenbestuhlung denkbar ist, wie Kopper ausführt.

Insgesamt soll die Neuplanung "für mehr Bewegungsräume der Passagiere sorgen", macht der Architekt deutlich. Dem es zudem darum geht, den Service etwa mit Behinderten-Toilette oder besseren Laptopanschlüssen in den Wartezonen zu verbessern. Auch ein neues Beschilderungssystem kommt. Und: Die Reisenden können ihre Koffer nach der Ankunft bald auf drei großen Bandanlagen - statt bisher zwei kleinen - rausfischen.

Mehr Auslauf gibt"s auch im Abflugbereich, der gen Norden wandert: In einer großen Abflughalle kann man dann an 14 bis 16 Schaltern einchecken - und sich die Zeit hinterher in der als "Erlebnisraum" konzipierten Abflug-Mall vertreiben, in die sich der jetzige Ankunftsbereich verwandelt. In dieser Mall könnten sich womöglich Edel-Shops wie Boss oder Escada niederlassen, denn: "Ab 1 Million Passagieren pro Jahr wird"s für die interessant", weiß Hans Weiss. Und für die Abfertigung von 1,2 Millionen Passagieren wird der Flughafen nach der Erweiterung gerüstet sein.

Vielleicht kommt ein Parkhaus

Im südlichen Bereich - also dort, wo man bisher eincheckt -, breitet sich demnächst rund um die Gates ein laut Kopper "deutlich vergrößerter" Abflugbereich samt Passkontrolle aus. Ein Erweiterungs-Teilstück im südwestlichen Gebäudeteil ist bereits fertig - ebenso wie die zusätzlich geschaffenen Parkflächen Richtung Gerbertshaus. Die wurden nötig, weil durch die Neubauten ein Teil der jetzigen Parkplätze wegfällt. Momentan gibt es am Flughafen 1200 Parkplätze - sollten die nicht reichen, könnte noch ein Parkhaus dazukommen. "Da richten wir uns nach dem tatsächlichen Bedarf", sagt Weiss.

Weiter soll"s bereits Ende Februar mit der Entkernung beziehungsweise dem Abriss der beiden Hallen im nördlichen Teil des Areals gehen. Der darin untergebrachte Winterdienst bekommt im Süden des Gebietes ebenso eine neue Halle wie die Feuerwehr: Letztere wandert gemeinsam mit dem Polizeiposten in ein neues Gebäude gegenüber vom LSC-Restaurant. Der Einzugstermin wird für Ende März angepeilt. Bis Ende 2009 sollen dann die neue Abflug- und Check in-Halle samt neuer Ankunftshalle fertig sein. Zum Schluss wird der Abflugbereich - unter anderem mit Geschäften - noch weiter ausgebaut.

Und sollte der Platz auch dann noch nicht reichen, gibt"s die Option, dass sich der Flughafen ab 2015 sowohl in nördlicher wie auch in südlicher Richtung noch weiter ausbreitet. Was freilich nur möglich wäre, so der Luftsportclub bereit wäre, umzuziehen - beispielsweise zum Zeppelin Hangar auf der anderen Seite des Rollfeldes. Momentan bleibt Weiss diesbezüglich entspannt: "So weit sind unsere Planungen noch nicht." Neu gebaut wird übrigens auch ein Tower. Um die umfangreichen, modernen technischen Geräte unterzubringen.

(Erschienen: 08.02.2008 00:07)

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