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«Ermutiger des unabhängigen Films»: Ulrich Gregor wird 75

Berlin / dpa Er gilt als "Ermutiger und Ermöglicher des internationalen unabhängigen Films": Der Filmhistoriker und langjährige Leiter des Berlinale-Forums, Ulrich Gregor, wird am Dienstag (18. September) 75 Jahre alt. Dazu laden an diesem Tag die Freunde der Deutschen Kinemathek, die Gregor jahrzehntelang leitete, zu einer öffentlichen Geburtstagsfeier in ihr Kino Arsenal am Potsdamer Platz ein.

Dem "Weltreisenden des Films", wie Gregor auch genannt wird, verdanken zahlreiche junge Filmemacher den Schritt in eine größere Öffentlichkeit. Er war der am längsten amtierende Filmfestivalchef, als er nach der 51. Berlinale 2001 die Leitung des Internationalen Forums des Jungen Films nach 31 Jahren abgab. Gregor habe das Forum als autonomen Bestandteil der Berlinale "mit unermüdlichem Engagement zu einem weltweit anerkannten Treffpunkt des unabhängigen Kinos" gemacht, wurde ihm von allen Seiten bescheinigt.

Das Forum machte auf Filmländer aufmerksam, die bis dahin kein anderes internationales Festival wahrgenommen hatte. Auch setzte sich das Forum seit seinen Anfängen zu Beginn der 70er Jahre mit der deutschen Geschichte auseinander, vor allem mit der Verfolgung der Juden und dem Holocaust. Dazu gehörte unter anderem 1986 die Aufsehen erregende neuneinhalbstündige Dokumentation "Shoah" des Franzosen Claude Lanzmann, die seitdem im In- und Ausland immer wieder gezeigt wird.

Als Forum-Entdeckungen nennt Gregor unter anderem auch den griechischen Regisseur Theo Angelopoulos oder die Filmdokumentaristen Volker Koepp, Winfried und Barbara Junge (mit der Langzeitdokumentation "Die Kinder von Golzow") und Jürgen Böttcher. Das von Gregor 1971 initiierte Berlinale-Forum war unter dem Einfluss der 68er Studentenrevolte als bewusste Gegenveranstaltung zum traditionellen Programm der Berlinale gegründet worden. Damit sollte auch unabhängigen Filmemachern und nichtkommerziellen sowie experimentellen Filmen ein Festivalpodium geboten werden. Initialzündung für das Forum war der spektakuläre Abbruch der Berlinale 1970 wegen des Streits um Michael Verhoevens kritischen Vietnam-Kriegsfilms "O.K.".

Schon 1963 hatte Gregor in West-Berlin den Verein "Freunde der Deutschen Kinemathek" gegründet, aus dessen Filmvorführungen 1970 das ebenfalls von Gregor geleitete und heute am Potsdamer Platz ansässige Kino Arsenal hervorging, mit dem Gregor zum geistigen Vater der Kommunalen Kinos in Deutschland wurde. "Wir wollten das intelligente Kino, das nicht einschläfert", meinte er einmal.

Im ersten Jahr des Berlinale-Forums wurde unter anderem der damals Aufsehen erregende Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers..." von Rosa von Praunheim vor vollen Sälen gezeigt. Auch als Filmpublizist machte sich Gregor einen Namen. Zusammen mit Enno Patalas schrieb er 1962 eine "Geschichte des Films", die als erste größere deutsche seriöse Filmgeschichte große Beachtung fand und heute als ein Standardwerk gilt.

(Erschienen: 17.09.2007 13:35)

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