Du musst Dich entscheiden: Linux oder Radfahren
Auf mich wartet eine lange Liste mit Installationsaufgaben, darunter: Grafikkartentreiber mit 3D-Fähigkeiten installieren, Drucker und Scanner einbinden, Audio-CDs auslesen und brennen, Internetradio empfangen und Windows Programme unter Linux zum Laufen zu bringen. Für den letzten Punkt könnte ein Wochenende etwas knapp bemessen sein.
Als erstes knöpfe ich mir die Treiber für die Grafikkarte vor. Nicht, dass die Bildschirmauflösung Anlass zur Kritik gäbe. Mit 1.680 x 1.050 Pixeln Auflösung ist der Monitor optimal angesteuert. Aber der ATI Xpress 1250 Grafikchip kann mehr, als nur ein scharfes Schrift- und Desktopbild zu liefern. Ein paar Mausklicks später ist der passende Linux-Treiber auf der ATI Homepage gefunden und heruntergeladen. Glücklicherweise ist er in ein Installationsprogramm verpackt. Da sollte es auch einem Linux-Novizen gelingen, ihn Ubuntu unterzuschieben. Leider zeigt ein Blick in die Installationshinweise, dass ATIs Installationsprogramm nur für die Linux Distributionen von Suse und Redhat geschrieben wurde. Kein Wort über Ubuntu oder das zu Grunde liegende Debian.
Also weitersuchen. In den Ubuntuforen gibt es jede Menge mehr oder weniger kryptischer Anweisungen, was zu tun ist, um die ganze Funktionalität des Grafikchips auszureizen. Und fast immer ist die Konsole im Spiel, die mit Texteingaben gefüttert werden will.
Meine Vorahnungen sind mittlerweile ähnlich dunkel wie der Horizont. Schlechte Erinnerungen an die unseligen DOS Zeiten werden wach, als jeder Tippfehler mit der erneuten Eingabe mehrzeiliger Befehlsfolgen bestraft wurde.
Da hilft nur Ockhams Rasiermesser: Wenn es mehrere Lösungen gibt, nimm die einfachste. In einem Forum findet ich dann den entscheidenden Hinweis. Das Programm Envy erledigt die Installation von ATI und Nvidia-Treibern vollautomatisch. Envy ist dankenswerter Weise in der aktuellen Ubuntu Version enthalten und muss über die Paketverwaltung nur scharfgeschaltet werden. Gesagt, getan und Minuten später läuft die Installation des ATI Treibers an – vollautomatisch, wie versprochen. Anschließend verlangt das System einen Neustart.
Nach dem Reboot ist alles wie gehabt – vorerst jedenfalls. Die Anmeldemaske präsentiert sich in der nativen Bildschirmauflösung und nach Eingabe von Benutzername und Passwort erklingen afrikanische Trommeln zur Begrüßung. Dann wird der Bildschirm kurz schwarz, der Mauszeiger zeichnet sich weiß ab und verschwindet - der bildschirmfüllende reinweiße Hintergrund bietet die perfekte Tarnung. Keine Menüleiste weit und breit, auch der Druck auf sämtliche 105 Tasten bringt keine sichtbare Änderung. So ist an eine Deinstallation der Treiber über das Envy Programm nicht zu denken.
Ich brauche dringend Hilfe. Die gibt es zwar im Internet, vorerst jedoch nicht über mein Ubuntu-System auf der Festplatte. Der sportlichen Herausforderung gemäß beschließe ich, den Rechner nicht mit Windows neu zu booten, sondern die Ubuntu-Live-CD einzulegen, um dem Fehler auf die Spur zu kommen. Den Onlinezugang über PPPOEConf konfiguriere ich mittlerweile im Schlaf.
Auf der Seite des Envy-Programmierers werde ich fündig. Dort sind dankenswerterweise die Eingaben zum Deinstallieren fein säuberlich aufgelistet, was mir die Abtipperei erspart. Um es kurz zu machen: Nach einem Neustart ist der Linux Desktop wieder sichtbar, nur stimmt die Auflösung nicht. Egal, der Tag ist ja noch jung.
Was sich bis zum Abend getan hat, erfahren Sie bei SZON: www.szon.de/d159369
(Erschienen: 06.08.2008 01:00)
Auf mich wartet eine lange Liste mit Installationsaufgaben, darunter: Grafikkartentreiber mit 3D-Fähigkeiten installieren, Drucker und Scanner einbinden, Audio-CDs auslesen und brennen, Internetradio empfangen und Windows Programme unter Linux zum Laufen zu bringen. Für den letzten Punkt könnte ein Wochenende etwas knapp bemessen sein.
Als erstes knöpfe ich mir die Treiber für die Grafikkarte vor. Nicht, dass die Bildschirmauflösung Anlass zur Kritik gäbe. Mit 1.680 x 1.050 Pixeln Auflösung ist der Monitor optimal angesteuert. Aber der ATI Xpress 1250 Grafikchip kann mehr, als nur ein scharfes Schrift- und Desktopbild zu liefern. Ein paar Mausklicks später ist der passende Linux-Treiber auf der ATI Homepage gefunden und heruntergeladen. Glücklicherweise ist er in ein Installationsprogramm verpackt. Da sollte es auch einem Linux-Novizen gelingen, ihn Ubuntu unterzuschieben. Leider zeigt ein Blick in die Installationshinweise, dass ATIs Installationsprogramm nur für die Linux Distributionen von Suse und Redhat geschrieben wurde. Kein Wort über Ubuntu oder das zu Grunde liegende Debian.
Also weitersuchen. In den Ubuntuforen gibt es jede Menge mehr oder weniger kryptischer Anweisungen, was zu tun ist, um die ganze Funktionalität des Grafikchips auszureizen. Und fast immer ist die Konsole im Spiel, die mit Texteingaben gefüttert werden will.
Meine Vorahnungen sind mittlerweile ähnlich dunkel wie der Horizont. Schlechte Erinnerungen an die unseligen DOS Zeiten werden wach, als jeder Tippfehler mit der erneuten Eingabe mehrzeiliger Befehlsfolgen bestraft wurde.
Da hilft nur Ockhams Rasiermesser: Wenn es mehrere Lösungen gibt, nimm die einfachste. In einem Forum findet ich dann den entscheidenden Hinweis. Das Programm Envy erledigt die Installation von ATI und Nvidia-Treibern vollautomatisch. Envy ist dankenswerter Weise in der aktuellen Ubuntu Version enthalten und muss über die Paketverwaltung nur scharfgeschaltet werden. Gesagt, getan und Minuten später läuft die Installation des ATI Treibers an – vollautomatisch, wie versprochen. Anschließend verlangt das System einen Neustart.
Nach dem Reboot ist alles wie gehabt – vorerst jedenfalls. Die Anmeldemaske präsentiert sich in der nativen Bildschirmauflösung und nach Eingabe von Benutzername und Passwort erklingen afrikanische Trommeln zur Begrüßung. Dann wird der Bildschirm kurz schwarz, der Mauszeiger zeichnet sich weiß ab und verschwindet - der bildschirmfüllende reinweiße Hintergrund bietet die perfekte Tarnung. Keine Menüleiste weit und breit, auch der Druck auf sämtliche 105 Tasten bringt keine sichtbare Änderung. So ist an eine Deinstallation der Treiber über das Envy Programm nicht zu denken.
Ich brauche dringend Hilfe. Die gibt es zwar im Internet, vorerst jedoch nicht über mein Ubuntu-System auf der Festplatte. Der sportlichen Herausforderung gemäß beschließe ich, den Rechner nicht mit Windows neu zu booten, sondern die Ubuntu-Live-CD einzulegen, um dem Fehler auf die Spur zu kommen. Den Onlinezugang über PPPOEConf konfiguriere ich mittlerweile im Schlaf.
Auf der Seite des Envy-Programmierers werde ich fündig. Dort sind dankenswerterweise die Eingaben zum Deinstallieren fein säuberlich aufgelistet, was mir die Abtipperei erspart. Um es kurz zu machen: Nach einem Neustart ist der Linux Desktop wieder sichtbar, nur stimmt die Auflösung nicht. Egal, der Tag ist ja noch jung.
Was sich bis zum Abend getan hat, erfahren Sie bei SZON: www.szon.de/d159369
(Erschienen: 06.08.2008 01:00)
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