Drogen-Praxis ist überlastet
"Aktuell haben wir 143 schwerstabhängige Patienten, die wir hier behandeln und substituieren. Geplant war mal eine Patientenanzahl von 120. Das spricht durchaus dafür, dass die Ansiedlung der Schwerpunktpraxis hier in Ravensburg - bei allem politischen Gegenwind, der da war - als ein dringend notwendiger Schritt einzustufen ist", sagt Dr. Frank Matschinski, der Leiter der Einrichtung. Seit etwa einem Jahr ist die Praxis geöffnet. Doch langsam kommt die Einrichtung an ihre Kapazitätsgrenze. Denn immer weniger Ärzte in Oberschwaben sind bereit, ebenfalls Schwerstabhängige mit dem Drogenersatzstoff Methadon zu substituieren, doch jeder schwerstabhängige Patient hat laut Gesetz das Recht auf solch eine Therapie.
Die Ärzte sind froh, dass mit Frank Matschinski ein ausgewiesener Suchtmediziner die Kompetenz besitzt, dass für sie medizinisch und sozial schwierige Klientel optimal zu betreuen - und substituieren nicht mehr. Im Kreis Ravensburg gibt es außer Matschinski noch einen Arzt in Wangen und einen in Leutkirch, die aufnehmen. "Der Großteil der Patienten kommt aus dem Kreis Ravensburg. Doch auch im Bodenseekreis und im Kreis Biberach nehmen immer mehr Schwerstabhängige unser Angebot an", sagt Matschinski. Nun hat vor kurzem in Bad Buchau ein weiterer Arzt seine Substitutionsbehandlung für einige Patienten aufgegeben. Im Kreis Biberach und im Bodenseekreis nehmen jeweils nur noch zwei Ärzte Patienten auf.
Kein Geld aus Biberach
Öffentliche Gelder für seine Aufgabe bekommt der Ravensburger Suchtmediziner, der jahrelang eine ähnliche Schwerpunktpraxis in Stuttgart betreute, allerdings nur von den Städten Friedrichshafen, Ravensburg, Bad Waldsee und Weingarten. Die psychosoziale Betreuung der Caritas wird vom Bodenseekreis und dem Kreis Ravensburg finanziert.
"Da im Kreis Biberach aber eine große Versorgungslücke klafft, bleibt die Frage, ob von dort nicht ebenfalls Gelder für diese eigentlich öffentliche Aufgabe fließen müssten. In Friedrichshafen wird zum Jahresende eine weitere Ärztin nicht mehr substituieren. Dann werde ich in Anbetracht des hohen Zulaufes vor der Frage stehen, ob ich Biberacher Patienten mangels Kapazitäten wegschicken muss, obwohl dann klar ist, dass sie elendig leiden müssten und per Gesetz eigentlich das Recht auf eine Substitution haben. Ich denke, hier ist die Politik im Kreis Biberach gefragt", sagt Matschinski.
Den Aussagen stimmt Andreas Kuhnhäuser zu, der ein Stockwerk über der Praxis die psychosoziale Begleitung der Abhängigen betreut. "Wir sind froh, dass unsere Kollegen im Kreis Biberach uns bei der psychosozialen Begleitung unterstützen. Doch auch ich sage: Wir haben alle Hände voll zu tun."
(Erschienen: 15.08.2008 00:08)
"Aktuell haben wir 143 schwerstabhängige Patienten, die wir hier behandeln und substituieren. Geplant war mal eine Patientenanzahl von 120. Das spricht durchaus dafür, dass die Ansiedlung der Schwerpunktpraxis hier in Ravensburg - bei allem politischen Gegenwind, der da war - als ein dringend notwendiger Schritt einzustufen ist", sagt Dr. Frank Matschinski, der Leiter der Einrichtung. Seit etwa einem Jahr ist die Praxis geöffnet. Doch langsam kommt die Einrichtung an ihre Kapazitätsgrenze. Denn immer weniger Ärzte in Oberschwaben sind bereit, ebenfalls Schwerstabhängige mit dem Drogenersatzstoff Methadon zu substituieren, doch jeder schwerstabhängige Patient hat laut Gesetz das Recht auf solch eine Therapie.
Die Ärzte sind froh, dass mit Frank Matschinski ein ausgewiesener Suchtmediziner die Kompetenz besitzt, dass für sie medizinisch und sozial schwierige Klientel optimal zu betreuen - und substituieren nicht mehr. Im Kreis Ravensburg gibt es außer Matschinski noch einen Arzt in Wangen und einen in Leutkirch, die aufnehmen. "Der Großteil der Patienten kommt aus dem Kreis Ravensburg. Doch auch im Bodenseekreis und im Kreis Biberach nehmen immer mehr Schwerstabhängige unser Angebot an", sagt Matschinski. Nun hat vor kurzem in Bad Buchau ein weiterer Arzt seine Substitutionsbehandlung für einige Patienten aufgegeben. Im Kreis Biberach und im Bodenseekreis nehmen jeweils nur noch zwei Ärzte Patienten auf.
Kein Geld aus Biberach
Öffentliche Gelder für seine Aufgabe bekommt der Ravensburger Suchtmediziner, der jahrelang eine ähnliche Schwerpunktpraxis in Stuttgart betreute, allerdings nur von den Städten Friedrichshafen, Ravensburg, Bad Waldsee und Weingarten. Die psychosoziale Betreuung der Caritas wird vom Bodenseekreis und dem Kreis Ravensburg finanziert.
"Da im Kreis Biberach aber eine große Versorgungslücke klafft, bleibt die Frage, ob von dort nicht ebenfalls Gelder für diese eigentlich öffentliche Aufgabe fließen müssten. In Friedrichshafen wird zum Jahresende eine weitere Ärztin nicht mehr substituieren. Dann werde ich in Anbetracht des hohen Zulaufes vor der Frage stehen, ob ich Biberacher Patienten mangels Kapazitäten wegschicken muss, obwohl dann klar ist, dass sie elendig leiden müssten und per Gesetz eigentlich das Recht auf eine Substitution haben. Ich denke, hier ist die Politik im Kreis Biberach gefragt", sagt Matschinski.
Den Aussagen stimmt Andreas Kuhnhäuser zu, der ein Stockwerk über der Praxis die psychosoziale Begleitung der Abhängigen betreut. "Wir sind froh, dass unsere Kollegen im Kreis Biberach uns bei der psychosozialen Begleitung unterstützen. Doch auch ich sage: Wir haben alle Hände voll zu tun."
(Erschienen: 15.08.2008 00:08)
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