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Die Vernetzung beginnt am Seeufer

FRIEDRICHSHAFEN - Heute wird Prof. Jörn von Lucke an der Zeppelin Universität seine Antrittsvorlesung halten. Er hat den Lehrstuhl am Deutschen Telekom Institute for Connected Cities (TICC) inne und arbeitet als Projektfeldleiter Lernen und Forschen.

Das TICC - zu deutsch "Deutsches Telekom Institut für vernetzte Städte" ist ein im Zusammenhang mit T-City eingerichtetes Institut, das über die Drittmittelförderung finanziert, wichtigen Forschungsaufgaben und Fragestellungen vor dem Hintergrund der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie nachgeht, das aber auch für die Stadt Friedrichshafen große Bedeutung haben kann.

Prof. Jörn von Lucke ist an den See zurückgekehrt, er stammt aus Konstanz, war dann in Mannheim und hat im Sommer vergangenen Jahres den Zuschlag für diesen Lehrstuhl bekommen, den er seit Januar diesen Jahres leitet. In seiner Antrittsvorlesung, die er heute Abend in der ZU halten wird, beschäftigt er sich vornehmlich mit den Möglichkeiten, die die Menschen dieser Stadt, die Studierenden und Schüler, aber auch jeder einzelne Bürger mit den künftigen Kommunikationsmitteln haben. Über seine Aufgaben und Ideen sprachen wir im Vorfeld mit dem Institutsleiter.

Im Fokus der Arbeit dieses Institutes steht in erster Linie die Umsetzung besagter Richtlinie, in der es unter anderem um die Ausnutzung des "beachtlichen Potenzials des Dienstleistungssektors für Wachstum und Beschäftigung in Europa" geht, so die Zielvereinbarung. "Die Richtlinie soll bestehende Hindernisse abbauen, den grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen fördern und damit zur Verwirklichung des einheitlichen Binnenmarktes beitragen", heißt es weiter. Dabei geht es aber auch um die Einführung der einheitlichen Behördenrufnummer und der sicheren E-Mail. Das Institut befasst sich mit verschiedenen Themenfeldern, die sich um Sicherheit des Datenverkehrs, Ausnutzung aller Kommunikationsmöglichkeiten und Einrichtung von einheitlichen oder aber untereinander kompatiblen Portalen im Internet drehen. Bürger wie Dienstleister sollen in Kontakt zu den Behörden treten können und ihre Anliegen erfüllt bekommen.

Bürger wirken mit

Da in vielen Fällen bereits rudimentäre Ansätze bei der Einführung des sogenannten eGovernment, also der elektronischen Verwaltung, bestehen, liegt eine große Herausforderung darin, zum einen Schnittstellen herzustellen, über die die verschiedenen Portale miteinander arbeiten können, zum anderen möglichst einheitliche Datenverkehre zu ermöglichen. Dazu gehört auch die Frage, wie die Bürger integriert werden können, welche Inhalte sie bereitstellen und welche Informationen überhaupt erstellt werden können. Vorbild Wikipedia liefert da eine Vielzahl von Ideen, die von Jörn von Lucke bereits in verschiedenen Bereichen benannt werden. Was letztlich daraus wird, hängt nicht nur von der Mitarbeit der Bürger ab, sondern auch von den Wegen, die T-City, die Stadt und das Institut gehen.

Denkbar wäre zum Beispiel eine Plattform, auf der, einem Lexikon gleich oder an eine Datensammlung angelehnt, Informationen, Originaltöne und Dokumente gesammelt und der Nachwelt erhalten bleiben könnten. Angesichts des Stadtjubiläums eine sicher interessante Perspektive, die in anderen Städten bereits umgesetzt wurde. Von diesem Institut und seinem Leiter wird noch einiges in der Region und darüber hinaus zu hören sein, weil Friedrichshafen als Stadt und die Uni als Heimat des Institutes eine Pilotfunktion für Land, Bund und somit auch Europa einnehmen,

(Erschienen: 28.04.2009 00:11)

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