Designerin aus Weißenau macht in Berlin Furore
"Mauermatratzen" nennen Caroline Biegert, die Zugezogene aus Oberschwaben, die Ostberlinerin Josephine Rank und die Westberlinerin Juliane Zöller schlicht und einfach ihre nicht alltäglichen Sitz- beziehungsweise Liegemöbel, die sie im Team entwickelt haben und in solider Handarbeit herstellen. Die Idee dazu kam den drei jungen Frauen, nachdem der Verein "Create Berlin" eine Ausschreibung für eine Ausstellung Berliner Kreativer in London veröffentlicht hatte. Die teilnehmenden Teams sollten sich möglichst Originelles einfallen lassen zum Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren.
Also setzten sich die drei Frauen neben ihrer normalen Auftragsarbeit zusammen und zerbrachen sich die Köpfe, ob ihnen dazu etwas einfällt. Obwohl sie nur drei Tage Zeit hatten, zunächst einmal nur ihre Idee einzureichen, grübelten sie nicht vergebens. Impulsgeberin war Carolin Biegert, Absolventin des Welfengymnasiums, der Freien Kunstschule in Ravensburg und der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Das Typische an der Berliner Mauer war die runde "Überwindungsbarriere". Genau diese spezielle Form beschlossen die drei Designerinnen bei der Gestaltung ihrer "Mauermatratzen" aufzugreifen.
Hängend sollten die geplanten Objekte als Raumtrenner fungieren, liegend als bequeme Sitzmöbel oder Liegeflächen und mit ihrer vielschichtigen Oberfläche mit Zitaten und Mauersprüchen nicht nur zum Relaxen einladen, sondern auch zum Gespräch, ja herausfordern zur Auseinandersetzung mit der Geschichte.
Ausstellung in London
Zu ihrer und ihrer Eltern daheim in Weißenau großen Überraschung kam ihr Team unter die 20 Wettbewerber, die in der Londoner Ausstellung das Berliner Design präsentieren durften. Dabei war die Konkurrenz hart. Immerhin hatten 80 Teams ihre Ideen für ganz unterschiedliche Projekte eingereicht. Wiederum blieb den drei Designerinnen bis zum Beginn der dreitägigen Ausstellung in London, die der Berliner Regierende Bürgermeister Wowereit persönlich eröffnete, nur wenig Zeit, neben ihren Aufträgen sechs Mauermatratzen herzustellen. Da blieb nichts anderes übrig, als auch an den Wochenenden durchzuschaffen. Nachdem das Team nach London gereist war, wurde es von einem "Mordsrummel" schier überrollt. Der Kulturattache' der Deutschen Botschaft war von den Kreationen der Drei aus Berlin so begeistert, dass er sie sofort für die Botschaft auslieh.
Inzwischen ist die gesamte London-Schau auch in der "Temporären Kunsthalle" in Berlin gezeigt worden. Das Medieninteresse war enorm. Inzwischen haben die drei Designerinnen auch eine kleinere Variante ihrer Mauermatratzen vorgestellt, die "Berlin Wall Guestbeds", die in ihrer Formgebung ebenfalls Segmenten der Berliner Mauer nachempfunden sind. Es handelt sich um Rollmatratzen, die mit typischen DDR-Sprüchen und Mauer-Graffitis versehen sind und eine Überraschung für Berlinbesucher darstellen, die bei Freunden übernachten. Motto: ein Stück Mauer zum darauf Liegen, Stadtgeschichte als Nachtlager.
Beide nach wie vor in Handarbeit hergestellten Varianten mit verschiedenen Designs kann man per Internet direkt bestellen unter www.mauermatratzen.de. Ein Hersteller, der die originellen Berlin-Souvenirs in größerer Stückzahl produziert, hat sich bisher bei dem Designerinnen-Team noch nicht gemeldet. Die großen Objekte möchten Carolin Biegert und ihre beiden Kolleginnen in verschiedenen Museen ausstellen, die kleinen in einem geplanten kleinen Shop. Sie bauen darauf, dass ihre Objekte aus der Designer-Hochburg Berlin per Schneeballsystem und Internet immer bekannter werden.
Das alles erzählt die Weißenauerin dem Berichterstatter bei einem kurzen Ravensburg-Besuch in makellosem Hochdeutsch. Fast berlinert sie dabei schon ein wenig. Auf die naheliegende Frage, ob ihr in der Hauptstadt womöglich ihr Schwäbisch abhanden gekommen ist, verneint die sympathische junge Frau jedoch energisch: "Sie müssten mich mal hören, wenn ich mit meinen Eltern telefoniere. Dann lachen sich meine Berliner Freunde tot."
Diesen Berliner Freunden, insbesondere ihrer Ostberliner Designer-Kollegin Josephine Rank, hat sie es übrigens zu verdanken, dass sie nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Ausstellungsprojekt tiefe Einblicke in die Geschichte Berlins und insbesondere in die Zeit des Baues der Maurer und vor allem ihres Falls gewonnen hat, Einblicke, die sie sonst niemals erhalten hätte.
(Erschienen: 19.02.2009 00:07)
"Mauermatratzen" nennen Caroline Biegert, die Zugezogene aus Oberschwaben, die Ostberlinerin Josephine Rank und die Westberlinerin Juliane Zöller schlicht und einfach ihre nicht alltäglichen Sitz- beziehungsweise Liegemöbel, die sie im Team entwickelt haben und in solider Handarbeit herstellen. Die Idee dazu kam den drei jungen Frauen, nachdem der Verein "Create Berlin" eine Ausschreibung für eine Ausstellung Berliner Kreativer in London veröffentlicht hatte. Die teilnehmenden Teams sollten sich möglichst Originelles einfallen lassen zum Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren.
Also setzten sich die drei Frauen neben ihrer normalen Auftragsarbeit zusammen und zerbrachen sich die Köpfe, ob ihnen dazu etwas einfällt. Obwohl sie nur drei Tage Zeit hatten, zunächst einmal nur ihre Idee einzureichen, grübelten sie nicht vergebens. Impulsgeberin war Carolin Biegert, Absolventin des Welfengymnasiums, der Freien Kunstschule in Ravensburg und der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Das Typische an der Berliner Mauer war die runde "Überwindungsbarriere". Genau diese spezielle Form beschlossen die drei Designerinnen bei der Gestaltung ihrer "Mauermatratzen" aufzugreifen.
Hängend sollten die geplanten Objekte als Raumtrenner fungieren, liegend als bequeme Sitzmöbel oder Liegeflächen und mit ihrer vielschichtigen Oberfläche mit Zitaten und Mauersprüchen nicht nur zum Relaxen einladen, sondern auch zum Gespräch, ja herausfordern zur Auseinandersetzung mit der Geschichte.
Ausstellung in London
Zu ihrer und ihrer Eltern daheim in Weißenau großen Überraschung kam ihr Team unter die 20 Wettbewerber, die in der Londoner Ausstellung das Berliner Design präsentieren durften. Dabei war die Konkurrenz hart. Immerhin hatten 80 Teams ihre Ideen für ganz unterschiedliche Projekte eingereicht. Wiederum blieb den drei Designerinnen bis zum Beginn der dreitägigen Ausstellung in London, die der Berliner Regierende Bürgermeister Wowereit persönlich eröffnete, nur wenig Zeit, neben ihren Aufträgen sechs Mauermatratzen herzustellen. Da blieb nichts anderes übrig, als auch an den Wochenenden durchzuschaffen. Nachdem das Team nach London gereist war, wurde es von einem "Mordsrummel" schier überrollt. Der Kulturattache' der Deutschen Botschaft war von den Kreationen der Drei aus Berlin so begeistert, dass er sie sofort für die Botschaft auslieh.
Inzwischen ist die gesamte London-Schau auch in der "Temporären Kunsthalle" in Berlin gezeigt worden. Das Medieninteresse war enorm. Inzwischen haben die drei Designerinnen auch eine kleinere Variante ihrer Mauermatratzen vorgestellt, die "Berlin Wall Guestbeds", die in ihrer Formgebung ebenfalls Segmenten der Berliner Mauer nachempfunden sind. Es handelt sich um Rollmatratzen, die mit typischen DDR-Sprüchen und Mauer-Graffitis versehen sind und eine Überraschung für Berlinbesucher darstellen, die bei Freunden übernachten. Motto: ein Stück Mauer zum darauf Liegen, Stadtgeschichte als Nachtlager.
Beide nach wie vor in Handarbeit hergestellten Varianten mit verschiedenen Designs kann man per Internet direkt bestellen unter www.mauermatratzen.de. Ein Hersteller, der die originellen Berlin-Souvenirs in größerer Stückzahl produziert, hat sich bisher bei dem Designerinnen-Team noch nicht gemeldet. Die großen Objekte möchten Carolin Biegert und ihre beiden Kolleginnen in verschiedenen Museen ausstellen, die kleinen in einem geplanten kleinen Shop. Sie bauen darauf, dass ihre Objekte aus der Designer-Hochburg Berlin per Schneeballsystem und Internet immer bekannter werden.
Das alles erzählt die Weißenauerin dem Berichterstatter bei einem kurzen Ravensburg-Besuch in makellosem Hochdeutsch. Fast berlinert sie dabei schon ein wenig. Auf die naheliegende Frage, ob ihr in der Hauptstadt womöglich ihr Schwäbisch abhanden gekommen ist, verneint die sympathische junge Frau jedoch energisch: "Sie müssten mich mal hören, wenn ich mit meinen Eltern telefoniere. Dann lachen sich meine Berliner Freunde tot."
Diesen Berliner Freunden, insbesondere ihrer Ostberliner Designer-Kollegin Josephine Rank, hat sie es übrigens zu verdanken, dass sie nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Ausstellungsprojekt tiefe Einblicke in die Geschichte Berlins und insbesondere in die Zeit des Baues der Maurer und vor allem ihres Falls gewonnen hat, Einblicke, die sie sonst niemals erhalten hätte.
(Erschienen: 19.02.2009 00:07)





























































