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"Der Wahnsinn muss ein Ende haben"

KREIS SIGMARINGEN - Mit Plakaten und lauten Parolen haben sich etwa 2000 Schüler dem Demonstrationszug durch die Sigmaringer Innenstadt angeschlossen. Mit ihrem Streik machten die Jugendlichen auf die Bildungskrise aufmerksam. "Reiche Eltern für alle", "Mehr Gehalt für Erzieher" und "Der Wahnsinn muss ein Ende haben", konnte man auf den Plakaten der friedlichen Demonstranten lesen.

"Reiche Eltern für alle", "Mehr Gehalt für Erzieher" und "Der Wahnsinn muss ein Ende haben", konnte man auf den Plakaten der friedlichen Demonstranten lesen. "Die Schüler sind motiviert und wir sind sehr zufrieden", sagte Christian Röhl, Kreisvorsitzender der Jusos und fügte hinzu: "Wir hoffen, dass der Denkanstoß etwas bringt." Gegen 9 Uhr setzte sich der Demonstrationszug am Hohenzollern-Gymnasium in Gang und zog an der Theodor-Heuss-Realschule vorbei weiter in Richtung Innenstadt. Etwa 2000 Jugendliche machten damit deutlich, dass es mit der Bildungspolitik so nicht weitergehen könne. Die Demonstration, die die Schüler Martin Pötz und Robin Mesarosch mit einem knappen Budget von 500 Euro organisiert hatten, war von den zuständigen Behörden offiziell genehmigt worden.

"Ich demonstriere, weil ich vier Kinder habe und tagtäglich mitbekomme, wo es mangelt und hakt: Zu große Klassen, zu wenig Lehrer und Stundenausfall ohne Ersatz", sagt Ellen Vogel-Gadzekpo, die zur Kundgebung vor dem Sigmaringer Rathaus kam. "Wir sind heute hier, weil wir klarmachen wollen, dass wir mit der jetzigen Situation nicht zufrieden sind", sagt Mitorganisator Robin Mesarosch zu seinen Schulkameraden und fügt hinzu: "Wir sind sauer. Wir alle wollen die gleichen Chancen und das umsonst." Entsprechend lauteten auch die Forderungen der Demonstranten: Kleinere Klassen, zentrales Abitur, Abschaffung des G8-Abiturs, ausreichend Kindergartenplätze, gut ausgebildete Erzieher, Einstellung von mehr Sozialarbeitern, Entrümpelung der Lehrpläne, finanzielle Unterstützung für sozialschwache Familien, Senkung der Buskosten und mehr Betreuer für frühkindliche Bildung.

Protest soll weitergehen

Antje Trosien, Regionssekretärin des DGB Bodensee-Oberschwaben unterstrich die Forderungen der streikenden Jugendlichen und sagte: "Das darf nicht mit dem heutigen Tag zu Ende sein. G8 muss weg." Auch die verdi-Vertreter und Sprecher vom Sozialpädagogischen Dienst stellten sich hinter die Schüler. "Wir sind das Volk und das Volk will Bildung", sagte Robin Mesarosch und erntete Applaus, als er das große Plakat enthüllte, auf dem zu lesen war: "Wir träumen von einem Deutschland mit besserer Bildungspolitik." Die friedliche Demonstration löste sich zur Mittagszeit auf und die Schüler Engin Deniz und Muzaffer Elkün vom TG Sigmaringen sagten: "Das ist eine gute Sache. Das sollte man öfters machen."

(Erschienen: 18.06.2009 00:08)

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