Der Verkauf zum 1. 1. 2006 ist perfekt
Von unserem Redakteur Gerhard Reischmann
Gestern um 9.48 Uhr: Die Stadt Aulendorf hat den Zuschlag, hat die Tinnitus-Ruine nebst Grundstück für 400 000 Euro ersteigert. Die Investitionsruine war schon mehrfach im Zwangsversteigerungsverfahren ausgelobt worden. Bürgermeister Dr. Georg Eickhoff, der den Verkehrswert der 7125 Quadratmeter großen Immobilie mit 1,1 Millionen Euro angibt, nannte den Kauf im Gespräch mit der SZ ein städtebauliches Muss. Damit würden die im Besitz der Stadt stehenden Grundstücke links und rechts der Tinnitus-Liegenschaft aufgewertet. Vorgesehen ist, die Ruine abzureißen und das Filet-Grundstück-- mit Bergsicht --nach einem städtebaulichen Planungswettbewerb für Wohnbebauung zu erschließen. Der günstige Kaufpreis der Tinnitusliegenschaft werde sich in absehbarer Zeit amortisieren, ist der Bürgermeister überzeugt. Er war zusammen mit Kämmerer Paul Rothmund zur Versteigerung zum Amtsgericht in Ravensburg gefahren.
Beifall nach der Unterschrift
In der Gemeinderatssitzung am Abend zuvor waren in Sachen Klinikverkauf Nägel mit Köpfen gemacht worden. Einmütig (bei einer Enthaltung, Kaufenstein / BUS) wurde der Verkauf der stadteigenen Schussentalklinik (Fachklinik für Psychosomatik) an die ZfPs Bad Schussenried und Weißenau zum 1. 1. 2006 beschlossen. Die Stadt erhält für die seit Jahren defizitäre Klinik einen eher symbolischen Kaufpreis in Höhe des Stammkapitals (24 000 Euro) sowie einen, wie Eickhoff mehrfach betonte, "sehr guten" Mietvertrag. Der Vertrag läuft über 20 Jahre und sei so auskömmlich, dass neben dem Schuldendienst auch Abschreibungen auf das Klinikgebäude verdient werden können (Geld für den Gebäudeunterhalt), erläuterte Paul Rothmund. Als die Unterschriften unter das Vertragswerk gesetzt waren, gab es Beifall im Plenum. Alle Fraktionen begrüßten die Entscheidung.
"In 23 Jahren schuldenfrei"
Vorgesehen ist, dass die derzeit im alten städtischen Klinikgebäude an der Parkstraße beheimatete Schussentalklinik in der ersten Hälfte 2007 in das Grüne Haus umzieht. Dort soll auch das städtische Alten- und Pflegeheim St. Vinzenz einziehen, das an die St. Elisabethstiftung (Bad Waldsee) übergeht. Mit den Mietzahlungen von ZfP und Elisabethstiftung könne man die Schulden der stadteigenen Vermietungs- und Grundstücksgesellschaft (VGA), der das Grüne Haus (wie auch das Klinikgebäude an der Parkstraße) formaljuristisch gehört, abbauen. Die VGA-Schulden belaufen sich auf derzeit knapp 14 Millionen Euro und werden vorübergehend auf knapp 20 Millionen steigen, da für die neuen Nutzungen im Grünen Haus Investitionen von sechs Millionen erforderlich sind. Auf die Frage von Stadtrat Hans-Peter Reck (CDU), in welchem Zeitraum die VGA-Schulden abgebaut werden können, antwortete Kämmerer Rothmund, das hänge vom Zinsniveau und vom Instandhaltungsbedarf ab. Nach seinen Berechungen seien die VGA-Schulden in 23 Jahren abgetragen. Bürgermeister Dr. Eickhoff relativierte diese Aussage etwas mit dem Worten "in dieser (zeitlichen) Größenordnung". Er möchte noch im Amt sein, wenn die VGA entschuldet sei, fügte der Vierzigjährige hinzu.
Die Höhe der ZfP-Mietzahlung wurde öffentlich nicht genannt. Eickhoff sprach vom "Zauber" des Mietvertrages und vom "Schlüssel", den man gefunden habe. Aus der Bemerkung von Dr. Günther Weiß (SPD), "es bleibt zu hoffen, dass Herr Rieger gut wirtschaftet", könnte man auf eine gewisse Erfolgsabhängigkeit wie etwa einen Bezug zu Umsatz- oder Gewinn schließen.
Dank an die Klinik-Mitarbeiter
Bürgermeister Dr. Eickhoff, Klinik-Geschäftsführer Rieger und alle Fraktionssprecher dankten den Klinik-Mitarbeitern - etliche von ihnen waren in der Sitzung anwesend - für ihren Lohnverzicht, der Grundlage der Sanierung und Bedingung für den ZfP-Einstieg war. Das sei "eine Riesenleistung", sagte der Bürgermeister. "Dafür einen ganz großen Dank von Seiten der Stadt." Nachdem auch bei der Onkologie das Gros der 141 Mitarbeiter neue - schlechter ausgestattete - Verträge unterschrieben habe, sei auch dort ein Partner in Sicht. Mit Waldburg-Zeil und dem ZfP habe man in Aulendorf die "oberschwäbische Lösung" realisiert respektive projektiert. Damit könne man "langfristig 300 Betten in der Stadt halten".
ZfP-Geschäftsführer Rieger, der seit April 2005 auch als Geschäftsführer der städtischen Kliniken amtierte, zieht sich aus der Stadt-Funktion zum Jahresende zurück. Standpunkt
(Erschienen: 16.11.2005 09:47)
Von unserem Redakteur Gerhard Reischmann
Gestern um 9.48 Uhr: Die Stadt Aulendorf hat den Zuschlag, hat die Tinnitus-Ruine nebst Grundstück für 400 000 Euro ersteigert. Die Investitionsruine war schon mehrfach im Zwangsversteigerungsverfahren ausgelobt worden. Bürgermeister Dr. Georg Eickhoff, der den Verkehrswert der 7125 Quadratmeter großen Immobilie mit 1,1 Millionen Euro angibt, nannte den Kauf im Gespräch mit der SZ ein städtebauliches Muss. Damit würden die im Besitz der Stadt stehenden Grundstücke links und rechts der Tinnitus-Liegenschaft aufgewertet. Vorgesehen ist, die Ruine abzureißen und das Filet-Grundstück-- mit Bergsicht --nach einem städtebaulichen Planungswettbewerb für Wohnbebauung zu erschließen. Der günstige Kaufpreis der Tinnitusliegenschaft werde sich in absehbarer Zeit amortisieren, ist der Bürgermeister überzeugt. Er war zusammen mit Kämmerer Paul Rothmund zur Versteigerung zum Amtsgericht in Ravensburg gefahren.
Beifall nach der Unterschrift
In der Gemeinderatssitzung am Abend zuvor waren in Sachen Klinikverkauf Nägel mit Köpfen gemacht worden. Einmütig (bei einer Enthaltung, Kaufenstein / BUS) wurde der Verkauf der stadteigenen Schussentalklinik (Fachklinik für Psychosomatik) an die ZfPs Bad Schussenried und Weißenau zum 1. 1. 2006 beschlossen. Die Stadt erhält für die seit Jahren defizitäre Klinik einen eher symbolischen Kaufpreis in Höhe des Stammkapitals (24 000 Euro) sowie einen, wie Eickhoff mehrfach betonte, "sehr guten" Mietvertrag. Der Vertrag läuft über 20 Jahre und sei so auskömmlich, dass neben dem Schuldendienst auch Abschreibungen auf das Klinikgebäude verdient werden können (Geld für den Gebäudeunterhalt), erläuterte Paul Rothmund. Als die Unterschriften unter das Vertragswerk gesetzt waren, gab es Beifall im Plenum. Alle Fraktionen begrüßten die Entscheidung.
"In 23 Jahren schuldenfrei"
Vorgesehen ist, dass die derzeit im alten städtischen Klinikgebäude an der Parkstraße beheimatete Schussentalklinik in der ersten Hälfte 2007 in das Grüne Haus umzieht. Dort soll auch das städtische Alten- und Pflegeheim St. Vinzenz einziehen, das an die St. Elisabethstiftung (Bad Waldsee) übergeht. Mit den Mietzahlungen von ZfP und Elisabethstiftung könne man die Schulden der stadteigenen Vermietungs- und Grundstücksgesellschaft (VGA), der das Grüne Haus (wie auch das Klinikgebäude an der Parkstraße) formaljuristisch gehört, abbauen. Die VGA-Schulden belaufen sich auf derzeit knapp 14 Millionen Euro und werden vorübergehend auf knapp 20 Millionen steigen, da für die neuen Nutzungen im Grünen Haus Investitionen von sechs Millionen erforderlich sind. Auf die Frage von Stadtrat Hans-Peter Reck (CDU), in welchem Zeitraum die VGA-Schulden abgebaut werden können, antwortete Kämmerer Rothmund, das hänge vom Zinsniveau und vom Instandhaltungsbedarf ab. Nach seinen Berechungen seien die VGA-Schulden in 23 Jahren abgetragen. Bürgermeister Dr. Eickhoff relativierte diese Aussage etwas mit dem Worten "in dieser (zeitlichen) Größenordnung". Er möchte noch im Amt sein, wenn die VGA entschuldet sei, fügte der Vierzigjährige hinzu.
Die Höhe der ZfP-Mietzahlung wurde öffentlich nicht genannt. Eickhoff sprach vom "Zauber" des Mietvertrages und vom "Schlüssel", den man gefunden habe. Aus der Bemerkung von Dr. Günther Weiß (SPD), "es bleibt zu hoffen, dass Herr Rieger gut wirtschaftet", könnte man auf eine gewisse Erfolgsabhängigkeit wie etwa einen Bezug zu Umsatz- oder Gewinn schließen.
Dank an die Klinik-Mitarbeiter
Bürgermeister Dr. Eickhoff, Klinik-Geschäftsführer Rieger und alle Fraktionssprecher dankten den Klinik-Mitarbeitern - etliche von ihnen waren in der Sitzung anwesend - für ihren Lohnverzicht, der Grundlage der Sanierung und Bedingung für den ZfP-Einstieg war. Das sei "eine Riesenleistung", sagte der Bürgermeister. "Dafür einen ganz großen Dank von Seiten der Stadt." Nachdem auch bei der Onkologie das Gros der 141 Mitarbeiter neue - schlechter ausgestattete - Verträge unterschrieben habe, sei auch dort ein Partner in Sicht. Mit Waldburg-Zeil und dem ZfP habe man in Aulendorf die "oberschwäbische Lösung" realisiert respektive projektiert. Damit könne man "langfristig 300 Betten in der Stadt halten".
ZfP-Geschäftsführer Rieger, der seit April 2005 auch als Geschäftsführer der städtischen Kliniken amtierte, zieht sich aus der Stadt-Funktion zum Jahresende zurück. Standpunkt
(Erschienen: 16.11.2005 09:47)
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