Das Enzberg'sche Archiv ist eine historische Fundgrube
Nicht nur geschichtliche „Vergangenheitsbewältigung“ sah Wilfried Freiherr von Enzberg in der jetzt abgeschlossenen Archivierung. Dies sei auch „ein solider Boden, um in die Zukunft zu blicken“. Er erinnerte daran, dass das Archiv 1939 nach Berlin verfrachtet worden war. Sein Großvater habe damals wohl „einen siebten Sinn“ gehabt und mit seiner Hartnäckigkeit die Rückführung erreicht – drei Lastwagen voll. Denn in Berlin wären die unersetzlichen Urkunden während des Krieges verbrannt. In dem ungeordneten „Haufen Papier“ Gänge zu graben, sei für ihn als Kind „ungeheuer spannend“ gewesen. Ab 1953 war der Hauptteil für 29 Jahre in Sigmaringen. Er habe jedoch Wert darauf gelegt, alles wieder zurück zu bekommen, da es für die Familie von Enzberg und die Region eine „sehr große Bedeutung“ habe.
Auf die enge Verflechtung der Stadtgeschichte und der Geschichte des Adelsgeschlechts über nahezu sechs Jahrhunderte hatte auch Bürgermeister Jörg Kaltenbach hingewiesen. Allerdings würde eine nur vergangenheitsorientierte Betrachtung der Familienhistorie nicht gerecht werden. Die Familie von Enzberg sei immer noch ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen und geschichtlichen Bewusstseins der Mühl-heimer. An die Bedeutung des Archivs für das „dauerhafte Verstehen historischer Zusammenhänge“ hatte zuvor Dr. Maria-Magdalena Rückert, Referentin für Denkmal- und Kulturschutz am Landesarchiv, hingewiesen.
Der Hauptteil des Archivs (geordnet von 1953 bis 1966) umfasst 965 Urkunden vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Dazu kommen 635 Amtsbücher und 3117 Aktenbündel, sowie 340 militärische Akten des Generals Nikolaus Friedrich von Enzberg, der in russischen Diensten gestanden hatte. Neu archiviert wurden jetzt zuvor in der Gutsverwaltung gelagerte Unterlagen. Sie gliedern sich in zehn Hauptgruppen. Diese reichen von der Familiengeschichte, über Grundbesitz, Bausachen und der gutseigenen Land- und Forstwirtschaft, bis zu kirchlichen und politischen Fragen. ws.
(Erschienen: 02.11.2008 12:30)
Nicht nur geschichtliche „Vergangenheitsbewältigung“ sah Wilfried Freiherr von Enzberg in der jetzt abgeschlossenen Archivierung. Dies sei auch „ein solider Boden, um in die Zukunft zu blicken“. Er erinnerte daran, dass das Archiv 1939 nach Berlin verfrachtet worden war. Sein Großvater habe damals wohl „einen siebten Sinn“ gehabt und mit seiner Hartnäckigkeit die Rückführung erreicht – drei Lastwagen voll. Denn in Berlin wären die unersetzlichen Urkunden während des Krieges verbrannt. In dem ungeordneten „Haufen Papier“ Gänge zu graben, sei für ihn als Kind „ungeheuer spannend“ gewesen. Ab 1953 war der Hauptteil für 29 Jahre in Sigmaringen. Er habe jedoch Wert darauf gelegt, alles wieder zurück zu bekommen, da es für die Familie von Enzberg und die Region eine „sehr große Bedeutung“ habe.
Auf die enge Verflechtung der Stadtgeschichte und der Geschichte des Adelsgeschlechts über nahezu sechs Jahrhunderte hatte auch Bürgermeister Jörg Kaltenbach hingewiesen. Allerdings würde eine nur vergangenheitsorientierte Betrachtung der Familienhistorie nicht gerecht werden. Die Familie von Enzberg sei immer noch ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen und geschichtlichen Bewusstseins der Mühl-heimer. An die Bedeutung des Archivs für das „dauerhafte Verstehen historischer Zusammenhänge“ hatte zuvor Dr. Maria-Magdalena Rückert, Referentin für Denkmal- und Kulturschutz am Landesarchiv, hingewiesen.
Der Hauptteil des Archivs (geordnet von 1953 bis 1966) umfasst 965 Urkunden vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Dazu kommen 635 Amtsbücher und 3117 Aktenbündel, sowie 340 militärische Akten des Generals Nikolaus Friedrich von Enzberg, der in russischen Diensten gestanden hatte. Neu archiviert wurden jetzt zuvor in der Gutsverwaltung gelagerte Unterlagen. Sie gliedern sich in zehn Hauptgruppen. Diese reichen von der Familiengeschichte, über Grundbesitz, Bausachen und der gutseigenen Land- und Forstwirtschaft, bis zu kirchlichen und politischen Fragen. ws.
(Erschienen: 02.11.2008 12:30)
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