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Bürger für Ravensburg wollen Methadonpraxis verstärkt fördern

RAVENSBURG / ben Die Fraktion Bürger für Ravensburg hat für die überlastete Schwerpunktpraxis für Suchtmedizin eine Erhöhung der städtischen Zuschüsse beantragt. Bedingung der Stadt ist aber, dass auch andere Kommunen, die von der Praxis profitieren, mehr zahlen. Das Problem der kassenärztlichen Vergütung ist dagegen für 2009 gelöst.

In einer der kommenden Sitzungen des Sozialausschusses werde Matschinski die Problematik deshalb auch den Stadträten erläutern. „Wenn die Praxis schließen müsste, wäre das eine Katastrophe“, sagt Krauss weiter. Aus dem Grund haben die Bürger für Ravensburg in der Haushaltssitzung des Gemeinderats beantragt, den Zuschuss der Stadt von jährlich 7000 Euro um 13 000 Euro auf 20 000Euro zu erhöhen. Die Stadträte stimmten zu – allerdings unter Vorbehalt: „Vorsorglich ist der Betrag in den Haushalt eingestellt – allerdings mit Sperrvermerk“, erklärt Alfred Oswald, der Pressesprecher der Stadt auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“. „Denn für die Stadt ist die Bedingung, dass sich die Nachbarstädte angemessen an den Kosten beteiligen, zumal Ravensburg ja Standort dieser Einrichtung ist.“ Diese Meinung der Stadt teilen die Bürger für Ravensburg. „Der Zuschuss der Stadt muss erhöht werden – ganz klar“, sagt Wilfried Krauss. „Aber wir müssen auch mit den anderen Städten und Gemeinden und dem Kreis reden, es wäre nicht gut und peinlich, wenn die sich aus allem raushalten.“

Die Kassenfinanzierung der Praxis von Frank Matschinski ist nach Angaben Alfred Oswalds mittlerweile gesichert. Der Pressesprecher bezieht sich dabei auf den Beschluss des Schiedsamts in Baden-Württemberg über die Eckpunkte für die Gesamtvergütung. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg hat in einer Erklärung, die der SZ vorliegt, am 27. November darauf hingewiesen, dass „die Methadonsubstitution weiterhin in gleicher Höhe gezahlt wird“.

Die Krankenkassen hatten im Oktober überlegt, die Vergütung von Substitutionsbehandlungen um fast 20 Prozent zu kürzen, was unter anderem in Ravensburg Proteste auslöste: Fast 100 Drogenabhängige hatten im November auf dem Marienplatz gegen die Kürzungen demonstriert (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete). Die Suchtmediziner hatten befürchtet, dass eine Kürzung der ohnehin eher schlecht bezahlten Behandlung Drogenkranker dazu führen würde, dass sich noch mehr Mediziner aus diesem Bereich zurückziehen. Zudem hätte die Gefahr bestanden, dass durch das Methadonprogramm stabilisierte Patienten aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen werden und wieder in die illegale Drogenbeschaffung und Kriminalität abgleiten.

(Erschienen: 28.12.2008 14:05)

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