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«Bruno» wieder untergetaucht

Innsbruck / dpa Von Braunbär «Bruno», alias JJ1, gibt es zurzeit keine neue Spur. «Nach unserem Wissen hält er sich weiter irgendwo im Gebiet von Brandenberg in Tirol auf», sagte der Sprecher der Tiroler Landesregierung, Thomas Schönherr, der dpa. «Bruno» war am Mittwoch von den finnischen Bärenfängern am Rande einer Klamm in der Nähe des Achensees in Tirol aufgespürt und von deren Hunden gestellt worden.

«Bruno» war am Mittwoch von den finnischen Bärenfängern am Rande einer Klamm in der Nähe des Achensees in Tirol aufgespürt und von deren Hunden gestellt worden. Das Tier sei jedoch wieder einmal entkommen, hieß es.

Nach Angaben Schönherrs entscheidet sich die Zukunft des Bären aus Tiroler Sicht möglicherweise am nächsten Montag, wenn die finnischen Bärenjäger ihre Suche beendet haben und in ihre Heimat zurückkehrt sind. «Wir müssen dann entscheiden, was mit dem Tier geschehen soll», sagte der Sprecher. «Eine Option ist in der Tat, ihn zum Abschuss freizugeben.»

Bayern hat den Jägern inzwischen bereits eine allgemeine Abschussgenehmigung erteilt, falls die Betäubung fehlschlägt. Der Bär soll dann erlegt werden, kündigte Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) in einem dpa-Gespräch an. «Das erste Stellen des Bären soll von Erfolg gekrönt sein.» Priorität sei aber weiter, das Tier zu betäuben, sagte Schnappauf. Das Risiko, dass Menschen zu Tode kommen, sei in den vergangenen Tagen für jedermann offenkundig geworden, betonte der Minister. «Bruno» war zuvor mitten durch die oberbayerischen Ferienorte Kochel und Kreuth gelaufen.

«Das Unfallrisiko steigt mit jedem Auftritt des Bären, weil er merkt, dass er in den Siedlungsräumen Honig bekommt, Hühner, Schafe und Ziegen - die Schlachtplatte ist angerichtet», sagte Schnappauf. Für die Suche nach «Bruno» stehe auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera bereit. Der Einsatz sei aber nur sinnvoll, wenn es eine konkrete Spur gebe. Der Bär lege große Strecken zurück, so dass andernfalls hunderte Quadratkilometer abgesucht werden müssten.

Nach Angaben von Ministeriumssprecher Roland Eichhorn erschwert das hochalpine Gelände die Verfolgung. Die Hunde hätten teils in 50 Grad steilem, von Geröll übersätem Gebiet die Spur des Bären gesucht. Der Bär habe sich als «sehr geländegängig» erwiesen. Ein Schneefeld, für das ein Wanderer zweieinhalb Stunden brauche, habe «Bruno», von seinen Verfolgern per Fernrohr beobachtet, in einer halben Stunde überquert.

(Erschienen: 22.06.2006 10:53)

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