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BUND befürchtet Kahlschlag bei Wilhelmsburg

ULM - Im Jahr 2009 feiert die Stadt Ulm das Jubiläum "150 Jahre Bundesfestung". Im Vorfeld der Feier ist jetzt ein heftiger Streit zwischen Denkmal- und Naturschützern ausgebrochen: Erstere wollen die Festungsbauwerke, allen voran die Wilhelmsburg, "freistellen", letztere fürchten die Abholzung tausender Bäume im Umfeld der Forts. Der Förderkreis "Bundesfestung Ulm" kümmert sich ehrenamtlich um die Pflege und Restaurierung der im 19.

Der Förderkreis "Bundesfestung Ulm" kümmert sich ehrenamtlich um die Pflege und Restaurierung der im 19. Jahrhundert erbauten Bundesfestung Ulm. Zum 150. Jahrestag der Vollendung will der Förderkreis bis 2009 möglichst viele der noch erhaltenen Festungsbauwerke freistellen - das heißt, von Bäumen, Büschen und Hecken, die während der vergangenen 150 Jahre rund um die Forts gewachsen und gewuchert sind, befreien. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) befürchtet anlässlich der Jubiläums-Feierlichkeiten einen ökologischen Kahlschlag und das Verschwinden urwüchsiger Naturräume rund um die Festungsbauwerke. So soll zum Jubiläum ein Wäldchen südwestlich der Wilhelmsburg komplett abgeholzt werden, damit die krönende Zitadelle der Ulmer Bundesfestung künftig von der Stadt aus frei und unbehindert sichtbar ist.

"Da geht es um hunderte, wenn nicht sogar um tausende Bäume, die gefällt werden sollen", kritisierte der Ulmer BUND-Kreisvorsitzende Dieter Fortmann gestern die geplante "Freistellung" der Wilhelmsburg. Doch auch die urwüchsige Natur im Umfeld der anderen Forts dürfe nicht der "freien Sicht" auf die Festungsanlagen geopfert werden, sagte Fortmann und fügte mit einem Seitenhieb auf den Förderkreis Bundesfestung hinzu: "Die Zeiten des freien Schussfelds um die Ulmer Bundesfestung sollten passé sein."

Bäume seien jedenfalls wichtiger als Sichtachsen, sagte Fortmann weiter. Der BUND-Vorsitzende sieht in dem Streit um die freie Sicht auf die Bundesfestung einen "natürlichen Interessens-Konflikt zwischen Denkmalschutz und Naturschutz. Der BUND jedenfalls wolle möglichst viel der urwüchsigen Landschaft rund um die Festungsbauwerke als Naherholungsgebiete für die Ulmer Bevölkerung erhalten. Lediglich Bäume und Sträucher, die auf den Mauern der Forts wurzeln und deren Standfestigkeit bedrohen, dürften gefällt werden.

Für eine "aberwitzige Idee" hält der BUND-Chef auch den Vorschlag aus der Mitte des Gemeinderats, die über dem Michelsberg thronende Wilhelmsburg zum Jubiläum nachts anzustrahlen. Eine nächtliche Beleuchtung gefährde Turmfalken, Fledermäuse und andere Tiere in ihrem Lebensraum. Fortmann ergänzend: "Wir haben sowieso schon nachts viel zu viel künstliches Licht und sehen kaum mehr die Sterne." Der Naturschützer erwartet von der Stadtverwaltung, dass die Naturschutzverbände eingebunden werden, wenn es um das Ausmaß der Baumfäll- und Rodungsaktionen bei der Wilhelmsburg und anderen Forts geht.

(Erschienen: 29.12.2007 00:07)

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