Autoren nehmen auf Lese-Couch Platz
Sowohl Tom Liehr also auch Michael Höfler sind zum dritten mal mit von der Lese-Partie. Dass sich Tom mittlerweile schon etwas in Spaichingen auskennt, beweist er mit seinem amüsierten Kommentar. „Ich weiß jetzt, wie viele Döner-Buden auf wie engem Raum passen.“
Silke Porath-Mattes liest an diesem Abend aus einer Geschichte, die sie vor Ort ihren beiden Kollegen Marcel Magist und Wolfgang Kirschner widmet, da eben diese beiden nach eigenen Worten „mit mir daran gearbeitet haben“. Die Worte „du hast die Wahl“ ziehen sich wie ein roter Faden durch die Erzählung über einen jungen Mann, nachdem dieser sich gegen eine Hirnoperation entschieden hat.
Zahlreiche Entwürfe sind zum ausgeschriebenen Literaturwettbewerb mit dem Thema „besetzt“ eingegangen. Einen Sonderpreis und somit einen Platz auf dem Sofa erhielt Diana Porr aus Tübingen, die sich mit Lyrik statt wie vorgegeben Prosa beworben hatte und ihr Werk teilweise mit Berliner Schnauze, mit zahlreichen Wortspielereien und originellem Wortwitz vorträgt. Sie eröffnet die Lange Lese-nacht mit einem amüsant-auflockernden Klo-Gedicht und den Worten: „Man stelle sich einen Mann vor, der hier spricht“. Dieser steht vor einer verschlossenen Toilette und müsste wirklich sehr, sehr dringend hinein, doch „besetzt!“. Aufkommende Gedanken und Dialoge mit der Blase folgen.
Nachdenkliches, Amüsantes, Prosa und Lyrik erwarten das Publikum bis etwa 23.30 Uhr. „Irgendwo, irgendwann“ sind die ersten Worte der „gekürzten Kurzgeschichte“ Erkan Metes. Was wie ein Märchen anfängt, entpuppt sich als eine tief bewegende Erzählung aus dem sehr jungen Leben von Tarek und Halid, zweier Kinder in der Türkei, die außer sich selbst, zusätzlich den noch jüngeren, zudem schwerkranken Bruder zu versorgen haben. Als Tagelöhner verdienen sie etwas Geld, stets darauf bedacht, dem Bruder jeglichen Wunsch zu erfüllen. Seinen größten schier unerfüllbaren Traum, einen Fernseher, nehmen die beiden trotz aller Schwierigkeiten ernst und erfüllen ihn. Leider erlebt der Kleine diese Überraschung nicht mehr... Wie bereits bei seinem Debüt beeindruckte Erkan Mete mit herzergreifenden Worten und detaillierten Momentaufnahmen.
Die Gewinnerin des Literaturpreises Anja Beisiegel aus Hessen ergatterte den Platz auf der Besetzungscouch 2007 und unterhielt Anwesende mit ihrer Kurzgeschichte „Ausgeruht“ zum Thema „besetzt“. Sie setzt sich in makaber-humorvoller Art mit dem Thema Tod auseinander, indem sie über zwei alternde Damen erzählt, von denen jede für sich den letzten Platz in einer bestimmten Gruft sichern will. Andreas C. Braun moderiert
Für musikalische Überleitungen ist die Klasse Kletus Cologna zuständig. Als Moderator des Abends betätigt sich Andreas C. Braun.
Aufkommende schwäbisch-sizilianische Kommunikationsschwierigeiten beschreibt Luigi Brogna in seinen Büchern „Spätzle al dente“ und „Das Kind unterm Salatblatt“, in welchen er mit Sicherheit so manchem Italiener aus dem (H)Erzen spricht bzw. schreibt, der sich mit Hilfe eines deutschen Wörterbuches im (Schwaben)Ländle zu verständigen versucht.
Ein literarischer Lauf durch den Buchstabenwald mit Jörg Lingroen mag manchem im Publikum zunächst verwirrend vorkommen. Aufmerksamen Zuhörern entgeht jedoch nicht, dass beim Namen genannte Letter/Buchstaben wiederum einen Satz in sich ergeben.
Marcel Magis, der sich nicht alleine auf die Bühne wagt und daher einen Stoffpinguin neben sich setzt, beschreibt mit kurzen und sehr unterhaltsamen Sätzen den Versuch, einen Zeitungsartikel rechtzeitig vor Redaktionsschluss fertigzustellen. Staubtrocken stellt er dabei immer wieder fest, dass seine Frisur während dieser Prozedur sitz und entlockt dem Publikum mit dieser EigenArt ganze Lachsalven.
(Erschienen: 24.09.2007 10:00)
Sowohl Tom Liehr also auch Michael Höfler sind zum dritten mal mit von der Lese-Partie. Dass sich Tom mittlerweile schon etwas in Spaichingen auskennt, beweist er mit seinem amüsierten Kommentar. „Ich weiß jetzt, wie viele Döner-Buden auf wie engem Raum passen.“
Silke Porath-Mattes liest an diesem Abend aus einer Geschichte, die sie vor Ort ihren beiden Kollegen Marcel Magist und Wolfgang Kirschner widmet, da eben diese beiden nach eigenen Worten „mit mir daran gearbeitet haben“. Die Worte „du hast die Wahl“ ziehen sich wie ein roter Faden durch die Erzählung über einen jungen Mann, nachdem dieser sich gegen eine Hirnoperation entschieden hat.
Zahlreiche Entwürfe sind zum ausgeschriebenen Literaturwettbewerb mit dem Thema „besetzt“ eingegangen. Einen Sonderpreis und somit einen Platz auf dem Sofa erhielt Diana Porr aus Tübingen, die sich mit Lyrik statt wie vorgegeben Prosa beworben hatte und ihr Werk teilweise mit Berliner Schnauze, mit zahlreichen Wortspielereien und originellem Wortwitz vorträgt. Sie eröffnet die Lange Lese-nacht mit einem amüsant-auflockernden Klo-Gedicht und den Worten: „Man stelle sich einen Mann vor, der hier spricht“. Dieser steht vor einer verschlossenen Toilette und müsste wirklich sehr, sehr dringend hinein, doch „besetzt!“. Aufkommende Gedanken und Dialoge mit der Blase folgen.
Nachdenkliches, Amüsantes, Prosa und Lyrik erwarten das Publikum bis etwa 23.30 Uhr. „Irgendwo, irgendwann“ sind die ersten Worte der „gekürzten Kurzgeschichte“ Erkan Metes. Was wie ein Märchen anfängt, entpuppt sich als eine tief bewegende Erzählung aus dem sehr jungen Leben von Tarek und Halid, zweier Kinder in der Türkei, die außer sich selbst, zusätzlich den noch jüngeren, zudem schwerkranken Bruder zu versorgen haben. Als Tagelöhner verdienen sie etwas Geld, stets darauf bedacht, dem Bruder jeglichen Wunsch zu erfüllen. Seinen größten schier unerfüllbaren Traum, einen Fernseher, nehmen die beiden trotz aller Schwierigkeiten ernst und erfüllen ihn. Leider erlebt der Kleine diese Überraschung nicht mehr... Wie bereits bei seinem Debüt beeindruckte Erkan Mete mit herzergreifenden Worten und detaillierten Momentaufnahmen.
Die Gewinnerin des Literaturpreises Anja Beisiegel aus Hessen ergatterte den Platz auf der Besetzungscouch 2007 und unterhielt Anwesende mit ihrer Kurzgeschichte „Ausgeruht“ zum Thema „besetzt“. Sie setzt sich in makaber-humorvoller Art mit dem Thema Tod auseinander, indem sie über zwei alternde Damen erzählt, von denen jede für sich den letzten Platz in einer bestimmten Gruft sichern will. Andreas C. Braun moderiert
Für musikalische Überleitungen ist die Klasse Kletus Cologna zuständig. Als Moderator des Abends betätigt sich Andreas C. Braun.
Aufkommende schwäbisch-sizilianische Kommunikationsschwierigeiten beschreibt Luigi Brogna in seinen Büchern „Spätzle al dente“ und „Das Kind unterm Salatblatt“, in welchen er mit Sicherheit so manchem Italiener aus dem (H)Erzen spricht bzw. schreibt, der sich mit Hilfe eines deutschen Wörterbuches im (Schwaben)Ländle zu verständigen versucht.
Ein literarischer Lauf durch den Buchstabenwald mit Jörg Lingroen mag manchem im Publikum zunächst verwirrend vorkommen. Aufmerksamen Zuhörern entgeht jedoch nicht, dass beim Namen genannte Letter/Buchstaben wiederum einen Satz in sich ergeben.
Marcel Magis, der sich nicht alleine auf die Bühne wagt und daher einen Stoffpinguin neben sich setzt, beschreibt mit kurzen und sehr unterhaltsamen Sätzen den Versuch, einen Zeitungsartikel rechtzeitig vor Redaktionsschluss fertigzustellen. Staubtrocken stellt er dabei immer wieder fest, dass seine Frisur während dieser Prozedur sitz und entlockt dem Publikum mit dieser EigenArt ganze Lachsalven.
(Erschienen: 24.09.2007 10:00)
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