Anwalt legt Mandat nieder - Hermann macht weiter
Von unserem Redakteur Johann Melzner
Mit den empörten Reaktionen der Empfänger, den von verschiedenen Staatsanwaltschaften eingeleiteten Ermittlungen und einem heftigen Medien-Echo konfrontiert, hatte Rechtsanwalt Pasch er schon zu Wochenbeginn eingestanden, dass ihm die ganze Angelegenheit über den Kopf gewachsen sei. Und jetzt haben es die Empfänger der Abmahnung schwarz auf weiß: Offenbar um Schadensbegrenzung bemüht, hat Pasch "mit sofortiger Wirkung" sein Mandat niedergelegt, mit dem er von dem in Biberacher ansässigen Lizenzvertreiber Michael Hermann zur Durchsetzung angeblicher Patentrechte betraut worden war.
"Soweit Ihnen durch meine Tätigkeit Unannehmlichkeiten entstanden sind, bedaure ich diese zutiefst", entschuldigt Pasch sich in seinem Brief an die Empfänger der Abmahnung, die mit dem jetzigen Schreiben erstmals auch die genaue Biberacher Anschrift des Patentinhabers erfahren. In Pressemitteilung gibt sich Pasch zerknirscht: "Zu meinem Bedauern muss ich heute davon ausgehen, dass die Interpretation der Patentschrift sowie die aus dem Patent für meinen Mandanten abzuleitenden Rechte meines Mandanten längst nicht so eindeutig geklärt sind, wie sich dies bei der Erteilung des Mandates... dargestellt hat." Wolfgang Pasch geht davon aus, dass das noch erheblicher Klärungsbedarf besteht, "der eventuell durch die Gerichte erbracht werden muss".
Und genau diese Klärung will Patentinhaber Michael Hermann, der sich im übrigen zu Unrecht des Betrugs und der Abzocke bezichtigt sieht, in einem Musterprozess herbeiführen, wie er in einem Interview mit der SZ Biberach betonte. Und: "Die Forderungen gegen bisherige "Patentverletzer" haben Bestand." Mit seiner Vertretung in dem angestrebten Prozess habe er die Münchner Kanzlei Preu, Bohlig & Partner beauftragt.
Dabei hätte zum Beispiel der Anwaltsverein Schweinfurt gewettet, dass Hermann "in ganz Deutschland" keinen Rechtsanwalt mehr findet, der ihn jetzt noch zu vertreten bereit wäre. Ihrem Nürnberger Kollegen Pasch werfen die Schweinfurter Juristen vor, mit seiner Abmahnung "gegen den lauteren Wettbewerb und die guten Sitten verstoßen zu haben. "Ihre Schreiben sind geeignet, die gesamte Anwaltschaft in Misskredit zu bringen", hadert der Anwaltsverein mit Pasch. "Der Flurschaden für die Anwaltschaft ist gewaltig", ist auch der Ravensburger Rechtsanwalt Berthold Traub überzeugt. Wie seine Schweinfurter Kollegen war auch der Vorsitzende des Trägervereins der Volkshochschule Ravensburg davon überzeugt, das der Biberacher Lizenzvertreiber Michael Hermann nun "verzweifelt" auf die Suche nach einem neuen Anwalt sei. Dass Hermann nun seinerseits eine gerichtlich Entscheidung sucht, sei die folgerichtige Flucht nach vorn. Interview/Seite 2
(Erschienen: 25.10.2003 01:11)
Von unserem Redakteur Johann Melzner
Mit den empörten Reaktionen der Empfänger, den von verschiedenen Staatsanwaltschaften eingeleiteten Ermittlungen und einem heftigen Medien-Echo konfrontiert, hatte Rechtsanwalt Pasch er schon zu Wochenbeginn eingestanden, dass ihm die ganze Angelegenheit über den Kopf gewachsen sei. Und jetzt haben es die Empfänger der Abmahnung schwarz auf weiß: Offenbar um Schadensbegrenzung bemüht, hat Pasch "mit sofortiger Wirkung" sein Mandat niedergelegt, mit dem er von dem in Biberacher ansässigen Lizenzvertreiber Michael Hermann zur Durchsetzung angeblicher Patentrechte betraut worden war.
"Soweit Ihnen durch meine Tätigkeit Unannehmlichkeiten entstanden sind, bedaure ich diese zutiefst", entschuldigt Pasch sich in seinem Brief an die Empfänger der Abmahnung, die mit dem jetzigen Schreiben erstmals auch die genaue Biberacher Anschrift des Patentinhabers erfahren. In Pressemitteilung gibt sich Pasch zerknirscht: "Zu meinem Bedauern muss ich heute davon ausgehen, dass die Interpretation der Patentschrift sowie die aus dem Patent für meinen Mandanten abzuleitenden Rechte meines Mandanten längst nicht so eindeutig geklärt sind, wie sich dies bei der Erteilung des Mandates... dargestellt hat." Wolfgang Pasch geht davon aus, dass das noch erheblicher Klärungsbedarf besteht, "der eventuell durch die Gerichte erbracht werden muss".
Und genau diese Klärung will Patentinhaber Michael Hermann, der sich im übrigen zu Unrecht des Betrugs und der Abzocke bezichtigt sieht, in einem Musterprozess herbeiführen, wie er in einem Interview mit der SZ Biberach betonte. Und: "Die Forderungen gegen bisherige "Patentverletzer" haben Bestand." Mit seiner Vertretung in dem angestrebten Prozess habe er die Münchner Kanzlei Preu, Bohlig & Partner beauftragt.
Dabei hätte zum Beispiel der Anwaltsverein Schweinfurt gewettet, dass Hermann "in ganz Deutschland" keinen Rechtsanwalt mehr findet, der ihn jetzt noch zu vertreten bereit wäre. Ihrem Nürnberger Kollegen Pasch werfen die Schweinfurter Juristen vor, mit seiner Abmahnung "gegen den lauteren Wettbewerb und die guten Sitten verstoßen zu haben. "Ihre Schreiben sind geeignet, die gesamte Anwaltschaft in Misskredit zu bringen", hadert der Anwaltsverein mit Pasch. "Der Flurschaden für die Anwaltschaft ist gewaltig", ist auch der Ravensburger Rechtsanwalt Berthold Traub überzeugt. Wie seine Schweinfurter Kollegen war auch der Vorsitzende des Trägervereins der Volkshochschule Ravensburg davon überzeugt, das der Biberacher Lizenzvertreiber Michael Hermann nun "verzweifelt" auf die Suche nach einem neuen Anwalt sei. Dass Hermann nun seinerseits eine gerichtlich Entscheidung sucht, sei die folgerichtige Flucht nach vorn. Interview/Seite 2
(Erschienen: 25.10.2003 01:11)
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