Am Sonntag zeigt Kutter seine Schätze
Wenn Adrian Kutter durch die 15 Abteilungen des Film- und Kinomuseums Baden-Württemberg läuft und seine Schätze zeigt - Raritäten, Sammlerstücke und heute längst nicht mehr Alltägliches aus 100 Jahren Filmgeschichte - dann gerät er ins Schwärmen. Vom ersten Biberacher Kino, das sein Großvater Gottlob Friedrich Erpff 1912 eröffnete, erzählt er dann, zeigt auf die Originaltüren, den Aushangkasten mit Programmen aus dieser Zeit, erzählt von Protesten gegen den Tonfilm und Klavierspielern, die die Stummfilme begleiteten. Historische Bildmaschinen aus der Frühzeit des Films präsentiert er stolz, zerlegbare Projektoren der Wanderkinos, kleine Schmalfilm- und große Kinoprojektoren, der jüngste aus den 50er-Jahren - "die laufen noch alle, das ist fantastisch" - , Hinterlassenschaften des Tierfilmers Helmut Barth aus Sulmingen, des Amateurs Willi Schwen aus Maselheim und der Thomae-Hobbyfilmer. Zu Plakaten aus 100 Jahren Film erzählt Kutter Geschichten, die Funktion historischer Bildprojektoren und Kopiermaschinen erklärt er. Über die Kinogeschichte Oberschwabens weiß er zu berichten - und über seinen Vater, den Astronomen und Filmregisseur Anton Kutter, dessen Regiestuhl sich ebenfalls in dem Museum befindet. Kutter erzählt Anekdoten, zeigt auf Details, entführt den Besucher in die Geschichte des Films.
Einer der Höhepunkte des Museums, das Ende vergangenen Jahres in den Sternenpalast einzog: die Sammlung von mehr als 100 Kameras im Obergeschoss des Kinos. Auch eine "Laterna Magica" gibt es hier und eine Holzkamera aus dem Jahre 1912. Ein weiteres Highlight: der Baseler Projektionsraum aus dem Jahre 1941 - im Sternenpalast originalgetreu wieder aufgebaut samt Bleirohren, Keramiksteckdosen, dem alten Gong, der immer noch funktioniert, dem Eimer mit Sand zum Löschen, falls der Film Feuer fangen sollte, und dem Telefon im Eck. All das führt Kutter vor - und ist selbst begeistert. "So etwas gibt es in Deutschland sonst nirgendwo."
Bereits vor mehr als zehn Jahren gründete sich der Förderverein "Kino- und Filmmuseum Baden-Württemberg". Vergangenes Jahr dann zogen die Schätze der Filmgeschichte - viele aus dem Nachlass eines Kölner Sammlers, andere Schenkungen und Leihgaben - in den Biberacher Sternenpalast. Am Sonntag nun wird Kutter Besucher durch das Museum führen und ihnen die Schätze der Filmgeschichte zeigen.
Blick hinter heutige Kulissen
Auch ein Blick hinter die Kulissen des heutigen Kinobetriebs können die Besucher werfen - beim Tag der offenen Tür des Sternenpalasts.
(Erschienen: 17.01.2009 00:08)
Wenn Adrian Kutter durch die 15 Abteilungen des Film- und Kinomuseums Baden-Württemberg läuft und seine Schätze zeigt - Raritäten, Sammlerstücke und heute längst nicht mehr Alltägliches aus 100 Jahren Filmgeschichte - dann gerät er ins Schwärmen. Vom ersten Biberacher Kino, das sein Großvater Gottlob Friedrich Erpff 1912 eröffnete, erzählt er dann, zeigt auf die Originaltüren, den Aushangkasten mit Programmen aus dieser Zeit, erzählt von Protesten gegen den Tonfilm und Klavierspielern, die die Stummfilme begleiteten. Historische Bildmaschinen aus der Frühzeit des Films präsentiert er stolz, zerlegbare Projektoren der Wanderkinos, kleine Schmalfilm- und große Kinoprojektoren, der jüngste aus den 50er-Jahren - "die laufen noch alle, das ist fantastisch" - , Hinterlassenschaften des Tierfilmers Helmut Barth aus Sulmingen, des Amateurs Willi Schwen aus Maselheim und der Thomae-Hobbyfilmer. Zu Plakaten aus 100 Jahren Film erzählt Kutter Geschichten, die Funktion historischer Bildprojektoren und Kopiermaschinen erklärt er. Über die Kinogeschichte Oberschwabens weiß er zu berichten - und über seinen Vater, den Astronomen und Filmregisseur Anton Kutter, dessen Regiestuhl sich ebenfalls in dem Museum befindet. Kutter erzählt Anekdoten, zeigt auf Details, entführt den Besucher in die Geschichte des Films.
Einer der Höhepunkte des Museums, das Ende vergangenen Jahres in den Sternenpalast einzog: die Sammlung von mehr als 100 Kameras im Obergeschoss des Kinos. Auch eine "Laterna Magica" gibt es hier und eine Holzkamera aus dem Jahre 1912. Ein weiteres Highlight: der Baseler Projektionsraum aus dem Jahre 1941 - im Sternenpalast originalgetreu wieder aufgebaut samt Bleirohren, Keramiksteckdosen, dem alten Gong, der immer noch funktioniert, dem Eimer mit Sand zum Löschen, falls der Film Feuer fangen sollte, und dem Telefon im Eck. All das führt Kutter vor - und ist selbst begeistert. "So etwas gibt es in Deutschland sonst nirgendwo."
Bereits vor mehr als zehn Jahren gründete sich der Förderverein "Kino- und Filmmuseum Baden-Württemberg". Vergangenes Jahr dann zogen die Schätze der Filmgeschichte - viele aus dem Nachlass eines Kölner Sammlers, andere Schenkungen und Leihgaben - in den Biberacher Sternenpalast. Am Sonntag nun wird Kutter Besucher durch das Museum führen und ihnen die Schätze der Filmgeschichte zeigen.
Blick hinter heutige Kulissen
Auch ein Blick hinter die Kulissen des heutigen Kinobetriebs können die Besucher werfen - beim Tag der offenen Tür des Sternenpalasts.
(Erschienen: 17.01.2009 00:08)
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